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Peking-Hamburg Container-Express 10.000 Km in nur 15 Tagen

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DanielNoetzel #1 Link


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Dabei seit: Okt 05, 2006
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Ort: Pfedelbach
BeitragVerfasst am: 25 Jan 2008 - 12:48

Find ich super interessant diese Option, nur weiß einer wie hier der Kostenfaktor ist? Kann man das überhaupt bezahlen?
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allrounder #2 Link


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BeitragVerfasst am: 25 Jan 2008 - 15:10

Wir beobachten das auch sehr genau. Das wäre dann ja eine Alternative zu Sea-Air, nur dass du hier komplette Container importieren kannst. Im Export macht das sicher keinen Sinn, solange die Schiffe mit Leercontainern nach China fahren und die Raten teilweise unter THC und Vorlaufkosten sind. Wobei es natürlich auch wieder darauf ankommt, von wo man exportiert. Aber grundsätzlich sehr interessant. Die Kosten würden mich auch interessieren, nur wo dann die Seefrachtraten sind und ob es sich dann überhaupt noch lohnt aus China zu importieren, steht wiederum auf einem anderen Blatt. Schade dass die Bahn nicht sofort damit in den Liniendienst geht. Meiner Meinung wäre der Bedarf da!

VG
allrounder
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DanielNoetzel #3 Link


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Ort: Pfedelbach
BeitragVerfasst am: 25 Jan 2008 - 20:49

Stimm ich dir voll und ganz zu allrounder, wir haben jetzt endlich unser Department in Shanghai eröffnet und wollen (noch) stärker auf dem chinäsischen Markt aggieren. Bisher läufts hier immer nur nach China rein, jedoch spielt man mit der Überlegung in China einzukaufen bzw sogar zu produzieren. Hier schrecken jedoch die hohe Seefrachtkosten ex China ziemlich ab. Die Bahn wäre hier ggfs eine wirkliche Alternative bzw könnte mittelfristig die Seefrachtraten ex China drücken.
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flautentaucher #4 Link


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BeitragVerfasst am: 26 Jan 2008 - 15:41

ich denke nicht, daß durch einen möglicherweise regelmässigen Bahndienst die Seefrachtraten ex Fernost oder zumindestens China fallen können

Ich bin kein großer Bahner, aber wieviele TEU passen überhaupt auf einen Zug ? Es gibt doch sicherlich max Zuglängen / meine mal etwas von max 1.000m gelesen zu haben - das würde grob bedeuten : max 160 TEU je Zug

die modernen Dampfer laden aber über 10.000 TEU - Abfahrten quasi täglich

Ich denke daher, daß die Bahn allenfalls mit der Sea/Air Variante konkurieren kann und bietet - wie von Allrounder genannt - dann noch den Vorteil, daß die Fracht im Container bleibt und nicht umgeladen werden muss (weniger mögliche Schäden/Diebstahl)

Gruß
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Graz #5 Link


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Beiträge: 143
Ort: GRZ
BeitragVerfasst am: 27 Jan 2008 - 01:15

Der Testzug hatte zu Anfang 49 TEU an Board, doch auf der Reise wurden die Container zweimal wegen unterschiedlicher Spurweiten (Normalspur/russische Breitspur) umgeladen: an der chinesisch-mongolischen Grenze und an der weißrussisch-polnischen Grenze. Ab dort fuhren anstatt eines Zuges, 2 Züge mit gleichen Teilen mit den Container beladen weiter, da er für das Polnische und Deutsche Güterverkehrsnetz eine zu große Länge hatte.

Denke kaum das die Kosten so gering sein werden (geringe Kapazität ab China - noch geringere ab Weissrussland. Nur 25 Teu pro Zug, Abfertigungen an den Grenzen, Zollverfahren an den 4 Ländergrenzen, Umspurung, Wagen und Lok wechsel wegen den Unterschiedlichen Strom- und Spuren, Wagenleerläufe, Containergebühren, Gestellungskosten, Personalkosten (kann ein chinesischer/russischer/weisrussischer Zöllner English? -> Mehrsprachiges Zugpersonal), verschiedene Rechtsvorschriften im Güterverkehr, Frchtrecht etc..) um wirklich eine Konkurenz zur Seefracht zu sein. Luftfracht mit Laufzeiten von 2-4 Tage wird hier sicher nicht angegriffen werden.... Sea/Air Kunden könnten am ehesten ein Zielpublikum sein. Denke jedoch eher nicht das sich der Zug durchsetzen wird.



Aber ich zitiere hier auch kur von railpress.com:
Der Peking-Hamburg-Container Express richtet sich vor allem an Kunden mit Warengruppen, die folgende Anforderungen haben:

Waren, die in West- und Nordostchina mit langen Laufzeiten innerhalb Chinas erst zu den Häfen gebracht werden müssen, um dann verschifft zu werden,

Waren, die schnell aber preislich günstiger als die Luftfracht sein müssen, wie beispielsweise Aktionswaren in der Bekleidungsindustrie, Elektronikgeräte sowie Projektgeschäfte im Maschinen- und Anlagenbau oder

Waren, die alternativ zu Luft- und Seefrachtangeboten auf der eurasischen Landbrücke transportiert werden, um Engpässe in den Lieferketten auszugleichen oder langfristig Liefertreue in supply chains zu gewährleisten.


Ab Februar soll zwischen China und Deutschland der Betrieb beginnen – zunächst noch als Sonderzüge. Letztlich schwebt Mehdorn ein täglicher Zug pro Richtung vor.
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Mayerhofer #6 Link


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BeitragVerfasst am: 27 Jan 2008 - 13:23

In Deutschland sind die Zuglängen meines Wissens auf 700 oder 750 Meter begrenzt und dürfen bis zu 2000 Tonnen schwer sein.

Ist mit Sicherheit keine Konkurrenz zur Schifffahrt jedoch für Artikel mit kurzer Kapaitalbindung sicherlich interessant.

Ich meine gelesen zu haben, dass dieser Zug momentan gerade einmal die Menge in einem Jahr befördern zu können die ein mittelgroßes Schiff auf einer Relation befördert.

Die fehlende Interoperabilität ist natürlich auch eine Behinderung die wie schon geschrieben wurde Zeit und Geld kostet.
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Aridano #7 Link


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Dabei seit: Jan 28, 2008
Beiträge: 12

BeitragVerfasst am: 28 Jan 2008 - 14:03

Das Projekt, China und Europa über den Schienenweg im Güterverkehr zu verbinden wird nicht nur direkt von der Bahn und für die Verbindung Peking-Hamburg, sondern auch für Peking-Nürnberg forciert. Hier allerdings vor allem durch den Hafen Nürnberg, die IHK Mittelfranken und Peking (Changping).
Das Ganze scheint aber ohne die Deutsche Bahn erstmal geplant zu werden, denn man wird jetzt erst Gespräche mit den einzelnen Bahngesellschaften siehe IHK-Artikel (01/2008) und Politikern etc. angehen.

Also der Nachteil ist, dass es erstmal anscheinend ohne die Bahn angegangen wurde und die vielleicht erstmal voll auf ihr eigenes Projekt setzen wird.

Der Vorteil ist, dass hier schon ein Machbarkeitsstudie existiert, die zusammen mit der „Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Technologien in der Logistik-Dienstleistungswirtschaft“ erstellt wurde. Dabei wurde auch eine hier stets nachgefragte Kostenangabe gemacht. Ich zitiere mal aus einer Meldung der ATL:

Prof. Peter Klaus von der Fraunhofer ATL erklärt: „Auf Basis des von der Fraunhofer ATL erhobenen Gütervolumens erscheint es möglich, zunächst einmal wöchentlich einen Containerzug fahren zu lassen; später sicher auch öfter. Der Transportpreis liegt bei 2.800 US-Dollar pro 20 Fuß-Container mit einer Laufzeit von 15-18 Tagen.“
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allrounder #8 Link


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Dabei seit: Jan 18, 2008
Beiträge: 66
Ort: Norddeutschland
BeitragVerfasst am: 14 Jun 2010 - 13:42

Hallo,

hat jemand einen aktuellen Status, ob das "Projekt" nur ein Test war oder regelmäßige Verkehre aufgenommen werden?

Viele Grüße
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Andy85 #9 Link


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Dabei seit: Feb 08, 2009
Beiträge: 59

BeitragVerfasst am: 17 Jun 2010 - 11:33

Dieser "Test"-Zug lief letztes Jahr und wurde von der DB Schenker organisiert. Der erste Zug war komplett mit Siemens-Ware aus China gekommen. Dabaei dauerte die Transitzeit 19 Tage. Ebenso wurde nach China exportiert. Allerdings wurden Container von mehreren verschiedenen Kunden verladen.

Durch die Krise wurde es um das Projekt ruhig, da Reedereien ihre Raten ziemlich runtergeschraubt haben und die Bahn um das 6-fache teuerer war!

Ich kann nur sagen, dass die Laufzeit von 18-20 Tagen nur eingehalten wurde, weil Herr Mehdorn hinter dem Pilot-Projekt stand und dieses natürlich puschte!

Ich gehe davon aus, dass es noch 2 jährchen dauern wird bis es läuft.

Hier wenige Vor- und Nachteile:

Vorteile:
- Schnelligkeit gegenüber Schiff
- Kapitalbindung niedrig

Nachteile:
- wirklich umweltfreundlich? Bahn konnte beim Projekt nur 120 TEU's pro Zug laden. Schiff dagegen 10.000 TEU's.
- Hohe Transportkosten (min. das doppelte der Seefracht)
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