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Incoterms CPT Klausel

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c.eichner #1 Link


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Dabei seit: Jan 29, 2013
Beiträge: 2
Ort: Nürnberg
BeitragVerfasst am: 29 Jan 2013 - 19:27

Hallo,
ich habe folgende Konstellation:
Verkauft gemäß Auftrag EX WORKS (Incoterms) oder FOB (Incoterms)
Der Kunde kann die Ware jetzt aber nicht zum vereinbarten Liefertermin abholen. Da wir grossen Druck von der Konzernmutter haben, dass den Umsatz legen, wollen wir die Lieferung auf CPT Warehouse ändern.
Der Kunde ist damit eigentlich einverstanden, besteht aber darauf, dass die Ware bis zur tatsächlichen Übergabe unter unserer Verantwortung bleibt, kein Gefahrenübergang statt findet.
Aus Kulanzgründen wollten wir anbieten, dass wir alle Schäden, die evt. während der Lagerung entstanden sind (was ohnehin nicht passiert) übernehmen.
Frage, ist dass jetzt überhaupt noch mit CPT vereinbar. Normalerweise würde ja dann der Gefahrenübergang zum Besitzer des Lagerhauses übergehen. Oder?
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Mockel #2 Link


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Dabei seit: Mai 13, 2008
Beiträge: 670

BeitragVerfasst am: 29 Jan 2013 - 20:46

Das ist wohl eher DAP .

Die Ware ist doch eh versichert oder ?
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c.eichner #3 Link


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Dabei seit: Jan 29, 2013
Beiträge: 2
Ort: Nürnberg
BeitragVerfasst am: 30 Jan 2013 - 09:20

Wir haben oft die Vereinbarung, dass der Kunde die Ware abholt (EX WORKS) oder das wir die Ware liefern (FOB oder DAP, etc.)
Jetzt kommt es aber im Anlagenbau häufig vor, dass wir kurz vor Auslieferung die Info erhalten, dass der Kunde die Ware nicht zum vereinbarten Termin abholen kann/will.
Wir müssen aber das Projekt verumsatzen (Druck der Konzernmutter), also versuchen wir mit Kunden eine Vereinbarung CPT Lagerhaus zu treffen. Der Lieferung CPT Lagerhaus, stimmen tw. die Kunden ja noch zu, aber gleichzeitig wollen sie auch den Gefahrenübergang ablehnen, weil natürlich die Gefahr des zufälligen Untergangs besteht. Daher haben wir eine Klausel eingefügt, dass wir auf Kulanzbasis Schäden die evt. während der Lagerung entstehen, beheben.
Aber mit dieser Klausel widerspreche ich ja eigentlich der CPT Incoterms Klausel, oder? Bei der Lieferung an das Lagerhaus müsste im Schadensfall doch eigentlich die Versicherung des Kunden eingreifen? Und das ist genau das, was unsere Kunden eigentlich nicht akzeptieren.
Daher meine Frage, ob eine Lieferung CPT Lagerhaus mit unserem Zusatz überhaupt richtig ist? Oder gibt es eine Möglichkeit zu sagen, dass die Ware während der Zeit der Lagerung über den Lieferanten versichert ist?
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Dieter2 #4 Link


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Dabei seit: Mar 12, 2008
Beiträge: 625
Ort: Troisdorf
BeitragVerfasst am: 30 Jan 2013 - 09:58

Hallo c.eichner,

die Incoterms können jederzeit in beidseitigem Einverständnis durch individuelle Vereinbarungen modifiziert werden.
CPT zur Einlagerung in euer eigenes Lager anzuwenden, ist zwar etwas seltsam, aber legitim. Die Ergänzung zur CPT-Klausel, dass der Verkäufer die Ware z.B. bis zum Zeitpunkt der Übergabe an den ersten Frachtführer versichert, ist auch in Ordnung.

Nicht o.k. ist dagegen die Modifizierung, dass der Gefahrenübergang zu einem späteren Zeitpunkt stattfindet. Das hebelt die Klausel aus, denn der Gefahrenübergang ist der eigentliche Zeitpunkt der Vertragserfüllung, der eine Fakturierung rechtfertigt.

Ihr müsste dem Kunden also klarmachen, dass der Gefahrenübergang zwar stattfindet, ihr aber versicherungsrechtlich jedes ihm entstehende Risiko am Untergang oder der Beschädigung der Ware übernehmt.

Gruß
Dieter
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Smart-Mellon #5 Link


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Dabei seit: Jun 06, 2008
Beiträge: 137
Ort: Die schönste Stadt der Welt!
BeitragVerfasst am: 30 Jan 2013 - 11:13

Hallo c.eichner,

die Problematik kennen wir auch. Wenn möglich bei den E / F oder C-Klauseln bleiben, damit Du kein "Umsatzproblem" hast. Bei D-Klauseln ist der Gefahrenübergang wie schon beschrieben am Empfangsort und mit Wirtschaftsprüfern zum Jahresabschluss gehen die Diskussionen los.

Kann dem Kunden alternativ CIP angeboten werden? Ist wie CPT, nur mit Versicherung.

Gruß
SM
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