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Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung Gehalt

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HHManfred #1 Link


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Dabei seit: Okt 07, 2015
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 07 Okt 2015 - 21:48

Hallo,

nun habe ich seit fast 5 Monaten mein IHK-Zeugnis in der Tasche.

Fazit: Ein totaler Reinfall.


Ich habe meine Ausbildung hier in Köln abgeschlossen und wurde aus personellen Engpässen nicht übernommen. Nun fand ich vor Beendigung meiner Ausbildung mit der mündlichen Prüfung eine andere Stelle. Die ich seit dem 01.07 bekleide.

Es ist eine klassische Spedition, die sich überwiegend mit Schwertransporten beschäftigt.
Der Betrieb besteht zu 20% aus Azubis die jegliche Tätigkeiten erledigen müssen, für die sich die Belegschaft zu schade ist. Der Job ist stressig und das schlimmste: Er wird miserabel bezahlt.

Ohne Witz: Ich bekomme in der Dispo.-Abteilung 1850,-€ Brutto.
Bei den meisten anderen Ex-Azubis aus der Berufsschule sieht es ähnlich aus.

Habe mal von einem gehört, dass es wohl einen NRW-Tarif gäbe, der sich wohl derzeit auf 2020€ halten soll, aber davon scheint mein Betrieb wohl nichts mitbekommen zu haben. Und auch sonst viele Betriebe nicht.

Ich weiß nicht warum ich 3 Jahre meines Lebens als billige Arbeitskraft meines (zugegeben: in einem guten Ausbildungsbetriebes) Lebens geopfert habe. Und ich nun weiter als billige Arbeitskraft weiter malochen soll.

Ich habe einen Freund, der als ungelernte Arbeitskraft in Emden bei VW arbeitet und er lacht über mein Einkommen. Ebenso verhält sich das mit einem anderen Freund, der in der Chemiebranche tätig ist.

Es kann doch nicht sein, dass man jemand mit 3-jährigen Ausbildung und einem 'anspruchsvollen Job' nicht mal 1.900€ zahlt. Davon kann man sich kaum ein Auto leisten als Singel.

Ich würde jedem abraten eine Ausbildung als Kfm.f. Sped. und Logi. DL. zu beginnen, weil die Arbeit die man reinsteckt, bekommt man in Form von Geld nie wieder raus.


(Ich hoffe, dass ich dich beim lesen abhalten konnte dich bei einer Spedition zu bewerben, falls du auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz bist.)

Ansonsten: Bin ich mir einfach zu fein 10 1/2Stunden (inkl. Pause und Anfahrt) täglich für 1.800€ zu verkaufen oder bilde ich mir das alles nur ein und es ist echt alles super, wie es ist?


MfG
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Cargoblog #2 Link


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Dabei seit: Mar 01, 2011
Beiträge: 180

BeitragVerfasst am: 07 Okt 2015 - 22:17

Hallo Manfred,

es hängt wohl nicht an deiner Wahl der Ausbildung. Ist wohl eher arbeitgeber- und verkehrsträgerspezifisch. Ich kenne eine Menge Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistungen die, je nach Zugehörigkeit und in den Bereichen Seefracht und Luftfracht, zwischen 2400,00€ und 3300,00€ verdienen. Damit meine ich Sachbearbeiter, ohne Peronsalverantwortung. Landverkehre werden, nach meinen spärlichen Erfahrungen in diesem Bereich, deutlich darunter entlohnt. Weiterbilden und Firma wechseln!
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cobra9.0 #3 Link


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Dabei seit: Mar 19, 2012
Beiträge: 237

BeitragVerfasst am: 08 Okt 2015 - 07:49

Hallo,

ich halte nicht viel von Pauschalierungen. Ich finde es eher gut, wenn eine Firma viel in Ausbildung investiert. Und sein wir doch mal ehrlich, in welchem Beruf bekommen Azubis - insbesondere, wenn sie neu in der Firma oder einer Abteilung sind - nicht auch hin und wieder (!) Aufgaben zugeteilt, die entweder liegen geblieben sind, weil sie nicht so dringend sind und/oder weil sie in der Tat auch keinen Spaß (z.B. Ablage) machen.

Was die Gehaltshöhe und Dein Verweis auf einen NRW-Tarif (was soll das sein?) angeht, so musst Du dir zunächst einmal die Frage stellen, ob Du in der Gewerkschaft und/oder Dein Arbeitgeber in einem Arbeitgeberverband organisiert seid. Wenn nicht, gibt es keinen Tarif, sodass ein Gehalt frei verhandelt werden kann.

Den letzten Gehaltstarifvertrag (gültig bis Ende 2014) aus NRW für Spediteure den ich kenne, weißt ein Einstiegsgehalt für ausgebildete Sped-Kfm. von 1975 Euro aus. Natürlich kann man - wie Cargoblog geschrieben hat - auch mehr rausholen. Das hängt im Wesentlichen vom der Branche, dem Marktumfeld sowie von Deiner Qualifikation ab. Auch das solltest Du vielleicht ein reflektieren, bevor Du meinst Empfehlungen abgeben zu können.

Es tut mir leid, aber wenn ich Deine ganzen Formulierungen ("Lebensjahre geopfert", "billige Arbeitskraft", "miserabel bezahlt", "stressig" etc.) so habe ich das Gefühl, Du hättest am liebsten den "eierlegenden Wollmilchsau-Job" (wenig Arbeit, geringe Arbeitszeit, kein Stress, viel Urlaub und ein hohes Gehalt). Ganz ehrlich? Den Job hätten ich und wahrscheinlich 99% aller Arbeitnehmer gern, wird aber regelmäßig eine Illusion bleiben, von der Du dich auch trennen solltest.

Nichts für ungut, aber wer sich in Foren äußert, muss auch mit Gegenwind rechnen.

Gruß
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Gothe #4 Link


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Dabei seit: Okt 08, 2015
Beiträge: 11
Ort: Frankfurt
BeitragVerfasst am: 08 Okt 2015 - 12:05

Hallo,

es ist natürlich nicht gerade viel, wenn am Ende des Monats 1900€ Brutto übrig bleiben... aber wenn ich das richtig verstehe hast du vor kurzem deine Ausbildung beendet und bist noch sehr jung, oder? Vielleicht um die 20 Jahre?

Bevor ich eine Beförderung bekam (und somit mehr als 2000€ im Monat verdient habe), musste ich knapp 5 Jahre zusätzlich zu meiner Ausbildung fleißig arbeiten. Jetzt mit Anfang 30 kann ich mit stolz sagen, dass ich mich durch Fortbildungen, harte Arbeit und Arbeitsplatzwechsel immer wieder ein Stück weiter hochgearbeitet habe und mit meinem Gehalt ziemlich zufrieden bin.

Wer glaubt er kommt mit 18-19 aus der Ausbildung und verdient auf anhieb 2500€, der muss schon bei ner Bank oder Versicherung anfangen ;)

Gruß,
Gothe
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betterorange #5 Link


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Dabei seit: Apr 02, 2007
Beiträge: 1196
Ort: Düsseldorf
BeitragVerfasst am: 12 Okt 2015 - 11:54

Nun ja,

wenn ich einen solchen Kandidaten, wie HH Manfred vor mir habe, frage ich mich:

1. wer rechnet seine An- und Abfahrts- und Pausenzeiten mit in die Leistungszeit beim Arbeitgeber ein?
2. wer weiss erst nach der Ausbildung was er danach verdienen kann?
3. was hat HH Manfred denn nun wirklich gelernt, wenn er als billige Arbeitskraft verbraucht wurde?
4. was bewog HH Manfred dazu, diesen Berufsweg einzuschlagen?

Ich kenne kein Arbeitsverhältnis, bei dem nach der Ausbildung sofort das zu erreichende Endgehalt gezahlt wird.

Meine Gehälter musste ich mir verdienen, verhandeln, begründen.

Das ist Teil der jeweiligen Firmen Hierarchie gewesen.

Auch ich zahle manchen erst eben aus der Ausbildung geschlüpftem Arbeitnehmer genau das, was er verdient bzw. mir wert ist. Der eine bekommt 1.800 p.M. der andere vielleicht 2.200 p.M. . Das hängt auch von der gemeinsam getroffenen Bewertung der Arbeit der AN ab.

Ich war 15 Jahre als Angestellter tätig und habe dabei 4 Arbeitgeber durchlaufen. Wenn ich irgendwo nicht weiter kam, habe ich mich verändert.

Heute kann ich nur einen Teil der Erfahrungen einfliessen lassen, da sich Gesellschaft, Technik, Strukturen und Wertevorstellungen permanent entwickeln.

Wenn bei mir ein HH Manfred wäre und herumstänkerte, würde er befragt, wie, wo er sich sieht und was wir gemeinsam bewerkstelligen wollen oder können.

Bei dem Sound, der von HH Manfred herüberkommt würde ich ihn innerhalb der Probezeit nach Hause schicken.

Sorry, aber so offen muss das sein.

Vielleicht hilft es ja bei der weiteren Berufsausübung.
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Gothe #6 Link


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Dabei seit: Okt 08, 2015
Beiträge: 11
Ort: Frankfurt
BeitragVerfasst am: 30 Okt 2015 - 12:24

Klingt jetzt erst mal gemein, aber nicht alle sind für Vollzeit-Jobs gemacht. Ich kann verstehen, wenn Leute sagen es ist ihnen zu wenig 11 Stunden am Tag zu malochen und dann völlig kaputt ins Bett zu fallen - für die nächsten 47 Jahre ihres Lebens.

Hab einen Kollegen der einfach irgendwann das Handtuch geschmissen hat und jetzt als halbtags woanders arbeitet. Er wohnt zwar in ner kleinen Bude und fährt ne Schrottkiste, aber ihm persönlich gehts besser damit. Wer keine Familie durchfüttern muss, der sollte diese Option nie vergessen.

Für mich wärs aber nix :D
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supasd #7 Link


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Dabei seit: Okt 21, 2010
Beiträge: 7
Ort: Düsseldorf
BeitragVerfasst am: 10 Dez 2015 - 23:05

wenn ich so etwas lese kann ich nur den Kopf schütteln.
man muss sich seinen Marktwert ein bisschen erarbeiten.
ob jetzt 1800 oder 2000 macht kaum einen Unterschied, aber wohl doch zu der vorherigen Ausbildungsvergütung.


HHManfred versetz dich mal in folgende Situation:
du bist 35, seit 15 Jahren ausgelernt usw...
und da kommt jemand aus der Lehre, der noch nichts geleistet hat (und das hast du nicht, wirst du noch feststellen) und bekommt kaum weniger als du.
fändest du das gerecht ?
gut dass man in Deutschland kaum über den Verdienst spricht.

man muss am anfang erstmal in den sauren Apfel beissen, Erfahrung sammeln und das eher als Investition sehen.
mit der jetzigen Einstellung wirst du nicht weit kommen.



zu deinem Kumpel, der als ungelernte Kraft bei VW in Emden am Band steht:
er wird diesen Job auch sein Leben lang machen, sofern die Produktion nicht verlagert wird, denn dann stehst du mit nichts da. Erfahrung ? Ja vielleicht, aber mehr als Sandwiches bei Subway kannst du dann auch nicht zusammenstellen.
Prinzip ist ja ähnlich.
ich habe in meiner kurzen Karriere als Spediteur schon einiges erlebt und bin sicher, dass da noch viel kommmen wird.
Besonders was Reisen betrifft usw... Spezialtransporte, Charter usw... super interessant, wenn man sich denn auch dafür interessiert. und vor allem weißt du nie was dich erwartet.
außer ein Fließband wird er nichts sehen und stagnieren wird sein Lohn auch, da er keine Ansprüche stellen kann.
da stehen nicht umsonst ungelernte und keine hochqualifizierten Techniker / Ingenieure.
abgesehen dass man geistig abstumpft... tut man als disponent vielleicht auch, aber die Logistikbranche ist so breit gefächert, da gibt es unzählige Möglichkeiten und vor allem Abwechslung.

die Frage ist immer was man aus seiner Ausbildung macht.
und wie man sich weiterbildet, das ist heutzutage noch wichtiger als früher -> mehr berufsbegleitende Studenten, fast jeder hat heutzutage Abitur, das war vor 20-30 Jahren noch anders.
Auslandserfahrung haben auch viele gesammelt, alles Dinge mit denen man sein hohes Gehalt rechtfertigen kann.

man kann nicht erwarten, dass einem die Arbeitgeber die Bude einrennen, weil man einen IHK Abschluss hat, genauso verhält es sich mit Leuten, die 6-8 Jahre nur studiert haben und meinen jetzt mit 50-60k Jahresgehalt einsteigen zu können.

der einzige Grund, weshalb man Berufseinsteiger gerne nimmt: günstig und kann man sich noch zurecht biegen.
die sind noch nicht so festgefahren in ihren Arbeitsweisen etc.

ich bin sehr froh, den Beruf damals gewählt zu haben und sehe für die Zukunft nur positives.
der Fachkräftemangel kommt mir hoffentlich zu Gute (ich krieg auch regelm. anfragen über soziale netzwerke) und Logistik wächst...
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mpob #8 Link


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Dabei seit: Jan 07, 2016
Beiträge: 12
Ort: Bielefeld
BeitragVerfasst am: 07 Jan 2016 - 16:27

Hallo,

so alt ist der Beitrag ja noch nicht und ich würde auch gerne kurz meinen Senf dazu abgeben:

Ich arbeite nicht als Speditionskaufmann in der Logistik-Branche, sondern als Informatiker. Ich habe auch erst eine Ausbildung gemacht (Ausbildungsgehalt erstes Jahr 430,-€) und später berufsbegleitend studiert. Nach meiner Ausbildung habe ich auch mit "nur" 2.000,-€ angefangen, ein Kumpel von mir wurde für 1.600,-€ "gönnerhaft" von seinem Chef übernommen.

Ich denke es ist in KEINEM Beruf so, dass man nach der Ausbildung sofort einen BMW 3er kaufen kann, außer man wohnt noch bei Mutti. Und dann die Frage: Was bleibt dir denn als Single von 1.850,-€ übrig? 1250,- €? Als Single reicht eine kleine Wohnung (2 Zimmer) für warm 500,-€ (gerade kurz www.wohnungsboerse.net gecheckt, das ist drin in Köln). Dazu 300,-€ Essen, trinken pro Monat und 200,-€ um das Auto abzubezahlen (mein erster Wagen war ein Ford Fiesta für 1.000 ,- DM, Baujahr '84, 4 Gang, keine Servolenkung, etc.). Bleiben 250,-€ Taschengeld. Das habe ich als Familienvater nicht für mich jeden Monat als Taschengeld übrig.

Dann zur Arbeit: Zeugnis in der Tasche... ja und? Ich habe erst NACH meiner Ausbildung tatsächlich angefangen Dinge zu lernen. Dann zählt man nämlich nicht mehr als "ungelernte" Kraft und bekommt Schulungen, Weiterbildungen, etc. angeboten. Dann startet erst die eigene Entwicklung. Spedition ist so breit gefächert... auf einen Bereich spezialisieren und darin Profi werden. Dann sind auch ohne Personalverantwortung 3.500,- € monatlich drin. ABER NICHT OHNE BERUFSERFAHRUNG UND WEITERBILDUNGEN.

mfg
Michael
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