Cargoforum Forum für Transport, Logistik, Spedition, Zoll und Außenhandel



Sind Incoterms noch praktikabel ?


Fragen zu Incoterms. Incoterms 2010 - Lieferbedingungen im Außenhandel. Klauseln für alle Transportarten. Incoterms für Luftfrachten. Incoterms für Seefrachten und Binnenschiffstransporte. Rechte und Pflichten für Käufer und Verkäufer. Einpunktklauseln und Zweipunktklauseln. Gefahrenübergang und Kostenübergang. Welche Incoterms sind für mich die besten? Bestimmung des optimalen Incoterm.
Neues Thema eröffnen    Neue Antwort erstellen

Schwepper #1 Link


Offline Offline
Dabei seit: Jun 17, 2016
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 17 Jun 2016 - 13:09

Unsere Geschäftsleitung erwartet vom Vertrieb, dass wir Incoterms-konforme Lieferbedingungen verwenden. Mittlerweile gehen fast 80 % unserer Sendungen mit UPS raus. Mit UPS haben wir deshalb längst ein Account eingerichtet. Dann erhalten wir automatisch Rechnungen für die Transportaufträge von UPS. Mit unseren meisten Kunden besteht allerdings die Vereinbarung, dass die Kunden die Transport-/Versandkosten übernehmen. Sehr viele dieser Kunden - darunter viele im Ausland - haben aber kein UPS-Account, weil sie UPS nicht für ihre eigene Frachten nutzen, weil UPS dort nicht gut aufgestellt sind, oder aus anderen Gründen. Da UPS grundsätzlich nicht Rechnungen an Firmen sendet, die kein Account haben, landen also die Rechnungen bei uns. UPS, über unser Account abgewickelt, ist viel günstiger als andere Alternativen, die unseren Kunden zur Verfügung stehen wenn sie selber den Versand in Auftrag geben. Deshalb möchten wir gerne weiterhin den Versand über unseren UPS-Account abwickeln aber gleichzeitig sollen unsere Kunden die Fracht-/Versandkosten zahlen. Bisher haben wir ein Sonderkonstrukt benutz um dieses Problem zu lösen, und zwar (z.B.) "CPT gegen Berechnung der Frachtkosten", was völlig widersprüchlich ist und im Streitfall problematisch wird. Wir finden für diese Situation keine passende Incotermsklausel. Wer kennt das Problem und wie kann man es lösen ?
MfG Lilleboe
Schwepper
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen
Chev #2 Link


Offline Offline
Dabei seit: Apr 10, 2009
Beiträge: 397

BeitragVerfasst am: 17 Jun 2016 - 16:55

Um es kurz zusammenzufassen: Ihr seid Frachtzahler (Vertragspartner des Spediteurs bzw. hier KEP-Dienstleisters) und gebt diese Frachtkosten jedoch an eure Kunden weiter. Das ist ein häufig angewandtes Prozedere.

CPT hier anzusetzen, ist schon mal nicht schlecht. Es ist eben das sog. "unechte" CPT mit Weitergabe der Frachtkosten, welches eine legitime Abwandlung bzw. Variante von C-Klauseln ist. Der Zusatz "gegen Berechnung der Fracht" ist meiner Meinung nach für den Kunden unmissverständlich. Und bekräftigt nochmal, dass es sich um ein "unechtes" CPT handelt.

Eine andere Möglichkeit wäre "FCA Verladeort" zu nehmen und mit eurem Kunden individuell zu vereinbaren, dass ihr grundsätzlich Auftraggeber des Dienstleisters bis zu einem gewissen Zustellort seid. Dieses lässt dann den nötigen rechtlichen Freiraum, die Frachtkosten zwischen "Verladeort" und "Zustellort" an den Kunden weiterzugeben...

Ob die Incoterms an sich noch praktikabel sind oder nicht - darüber lässt sich streiten...
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen
Neues Thema eröffnen    Neue Antwort erstellen
Seite 1 von 1




Gehe zu:  




Deutschlands führendes Transport & Logistik Forum. Alles Wichtige zu Themen wie Spedition, Speditionsforum, Logistik, Logistikforum, Transport, Ausbildung, Studium, Karriere, Weiterbildung, Binnenschifffahrt, Existenzgründung, Transportforum, Luftfracht, Bahnfracht, Bahncargo, Seefracht, Schifffahrt, LKW, Güterkraftverkehr, Maut, Ladungssicherung, Gefahrgut, Charter, Eisenbahn, KEP, Kurier, Express, Paket, Multimodal, kombinierte Verkehre, Transportrecht, Transportversicherung, Zoll, Zollforum, RFID, Lagerlogistik, Warehouselogistik, AWB, Luftfrachtbrief, Container, Frachtflugzeug, Güterzug, Spediteure, Verlader, Fracht, Frachtforum, Transporte
© eine Onlinepublikation der VOCA media carsten vollenbroich