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Giga-Liner, Euro-Combi & Co.


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flo84 #1 Link


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BeitragVerfasst am: 19 Jul 2006 - 16:33

Hallo,

wer kann mir verraten worum es sich bei einem Giga-Liner handelt?
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Gast #2 Link






BeitragVerfasst am: 19 Jul 2006 - 16:49

Hallo.

einen Gigaliner muss man sich so vorstellen:
Man nehme einen 13,6 Sattelauflieger und packt hinten noch einen
kurzgekuppelten 7 Lademeter Tandemanhänger dran. Mit Zugmaschine
etc. kommt man dan auf ca. 25 m Gesamtlänge.
Soweit ich weiss, ist die Gesamttonnage auf 46 tons gegrenzt.
Das Gesamtfrachtvolumen liegt bei ca. 150 Kubikmeter.

Und Tschüss.
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MagNet-99 #3 Link


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BeitragVerfasst am: 19 Jul 2006 - 18:01

Niedersachen ist hier mit einem Pilotprojekt vorangeprescht und bekommt dafür gerade derbe Schelte.
Das Projekt läuft bis 31.07 2007 mit 3 LKW. Tester sind VW-Logistic (Strecke Wolfsburg - Emden) , Boll in Meppen (Strecke Meppen-Hannover) und soweit ich weiss Hellmann Osnabrück (Die wollen auch Richtung Hannover und im Umland Osnabrück große Kunden damit bedienen).

In Holland testen die das gleiche aktuell mit 300 LKW und in Skandinavien gibt schon etliche die da standardmäßig mit fahren, soweit ich weiss alle auf Krone-Equipment.
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michaelm #4 Link


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BeitragVerfasst am: 19 Jul 2006 - 19:43

Der GigaLiner hat eine Länge von 25,5 Meter. Wie schon angerissen gibt es in Niedersachsen ein Pilotprojekt, bei welchem erst einmal mit der Länge getestet wird. Diese GigaLiner sind noch auf 40 t beschränkt, haben aber 60 t zGG. Also ist in Sachen Fracht einiges drin.
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trailerman #5 Link


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BeitragVerfasst am: 19 Jul 2006 - 20:23

Moin.

Giga ist aber nur die Bezeichnung von Krone. Bei Fliegl heißt diese Variante Super-Train. Das Programm in den Niederlanden (langere en zwardere vrachtwagencombinaties = LZV) kennt noch andere Kombinationen: Lastwagen mit zwei Tandemachsanhänger, Lastwagen mit Dollyachse und 13,6 m Auflieger drauf sowie B-Doubles (Sattelanhänger mit kurzer Pritsche und Sattelkupplung am Heck und 2. Auflieger. In GB hat man die B-Doubles auch mit Lenkung der Achsen des 1.Aufliegers (www.denbytransport.co.uk - Eco-Combi anklicken). Ganz trickreich ist der Combitrailer von D-teck mit via Dolly dahinter ein teilbares Containerchassis (www.containertrailers.nl - oder com).
Interessant ist auch, was die BASt zum Thema sagt, nämlich, dass die 7 bis 10 Achser mit 60 t die Straßen und Brücken nicht mehr kaputt machen als unsere 5- Achser mit 40.

gruß tm
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MagNet-99 #6 Link


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BeitragVerfasst am: 19 Jul 2006 - 23:52

Hallo trailerman,

verneige mich vor Deinem Wissen.
Kann mir die meisten Dinge leider nicht vorstellen da Kaufmann und kein Techniker. Gibt es das irgendwo im Bild ? Vor allem Dolley-Achse verstehe ich nicht. Und was ist BASt ?
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trailerman #7 Link


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BeitragVerfasst am: 20 Jul 2006 - 10:26

Moin.

Dolly ist ein ein- bis mehrachsiges Fahrgestell mit starrer Deichsel und einer Sattelkupplung. Wird mit dem Sattelauflieger gekuppelt, um ihn an einen Lkw anhängen zu können. Davon zu unterscheiden ist das Jeep-Dolly, das Sattelzugmaschine und Satteltieflader verbindet. Nimmt man, wenn man beim Tieflader mehr Achslinien braucht und keine teuren Pendelachsen kaufen will.
BASt ist die Bundesanstalt für Straßenwesen, zu finden in Bergisch Gladbach.

gruß tm
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flo84 #8 Link


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BeitragVerfasst am: 20 Jul 2006 - 11:28

Danke ertsmal für die Erklärungen.

@MagNet-99: Wieso bekommt Niedersachen für dieses Prjoekt derbe Schelte? Klingt doch eigentlich sinnvoll.
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Michael #9 Link


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BeitragVerfasst am: 20 Jul 2006 - 11:51

Moin,

MagNet-99 wrote:
Gibt es das irgendwo im Bild ?
In der DVZ vom 18.07. ist (wieder) ein Bericht zum Thema zu finden (mit Bild), online findet sich ein ein paar Tage älterer Bericht: www.dvz.de/index.php?i...ckPid]=327

Einen recht interessanten Bericht gibt es beim Bundesverband des deutschen Groß- und Außenhandels (BGA): www.bga.de/filemanager...re_Lkw.pdf (inkl. Bild einer Dolly-Achse).

Bei Boll Logistik gibt es natürlich auch Infos: www.boll-logistik.de/

Und schließlich gibt es auch eine Pressemitteilung zum Pilotprojekt vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr: www.mw.niedersachsen.d..._I712.html

In Bremen läuft übrigens bereits seit 2004 ein zunächst auf drei Jahre befristeter Versuch mit dem Gigaliner. Dort wird Rohkaffee vom Hafen in Bremen-Walle zu einer Großrösterei in Bremen-Hemelingen gefahren.

Gruß,
Michael
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MagNet-99 #10 Link


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Ort: In the middle of nowhere
BeitragVerfasst am: 20 Jul 2006 - 14:58

Super, der Link zum BGA ist Gold wert. Das pdf-file ist reichlich bebildert und zeigt auch einem Techniklaien wie mir wie es geht.
Verstanden, Danke
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Mayerhofer #11 Link


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BeitragVerfasst am: 30 Jul 2006 - 20:05

Hallo,

ich habe mir auch "Das modulare Nutzfahrzeugkonzept" durchgelesen und bin der Meinung, dass wir in Deutschland die Überlangen LKWs nicht auf Dauer genehmigt bekommen.

Es sprechen einfach eine Menge von Nachteilen oder besser Probleme eine Rolle die ich nachstehend erläutern möchte.

Die Einfahrt in Städten und Gemeinden stellen Probleme, da oft keine Möglichkeiten vorhanden sind, die Überlangen Züge zu trennen.

Der im Konzept genannte BO-Kraftkreis, der bestimmte Außen- und Innenradien von Kreisverkehren vorgibt.

Die Tragfähigkeit vor allem älterer Brücken.

Nicht vorliegende Flächen und Rangierradien bei Verladern und Empfängern.

Eventuelle Doppelbelegung der Rampen und dementsprechende lange Wartezeiten für andere Anlieferer.

Fehlende Parkmöglichkeiten für die Einhaltung der Pausen und Ruhezeiten.

Dagegen sprechen auch Vorteile aus Ökonomischer und Ökologischer Sicht.
Mehr transportierte Ware mit weniger LKWs. D.h., weniger Spritverbrauch mit sinkendem Straßenbedarf.

Würde man die Überlangen LKWs nur für den Hauptlauf benützen, würde man die Synergien mit dem teuren Vor- und Nachlauf zunichte machen.

Die Straßenbelastung soll ja aufgrund der höheren Anzahl an Achsen geringer bzw. bei 60 Tonnen zul.GG nicht höher sein.

Dennoch denke ich, dass sich die Überlangen Fahrzeuge bei uns in Deutschland nicht durchsetzen wird. Eventuelle Ausnahmen wären denkbar!


Gruß

M.Mayerhofer
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juergen2 #12 Link


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BeitragVerfasst am: 31 Jul 2006 - 09:12

@Mayrhofer:


Hallo,

volle Zustimmung!
Ich persönlich finde die Idee des Gigaliners gut, die Vorteile (Dieselverbrauch/to, bessere Ausnutzung der Autobahnen usw) liegen auf der Hand.
Im Prinzip ist es ja auch ausreichend wenn es nur auf den großen Strecken / Hauptlauf eingesetzt wird, weil da ist auch der Hauptstauverkehr.
Ein Nahverkehrsfahrer wird sich wohl kaum in einen 10km-Stau reinstellen auf seiner Tour, der kennt sich aus und kennt seine Ausweichrouten. Zur Stauvermeidung bzw. -reduzierung auf den Hauptstrecken/Fernverkehr ist es aber ein gutes Konzept.

Meiner Meinung nach ist auch die Belastung für Brücken nicht so dramatsich, weil es kommt doch auf die Achslast an.
Und wo ist der Unterschied ob ich mit einem 3-Achser Auflieger fahre und hintendran ist ein Hängerzug mit Tandem-Anhänger...
Also das konnte mir noch niemand schlüssig erklären wieso das ne höhere Belastung der Strasse sein soll, im Gegenteil, ich spare ja die Belastung durch die Zugmaschine die den Anhänger normalerweise ziehen müsste.
Auch die Argumente von wegen "beim Überholen dauerts länger" muss ich sagen, wo ist auf der Autobahn hier das Problem??
Auf der Landstrasse siehts da anders aus, aber da gehören die auch nicht unbedingt hin
Die Nachteile vom Handling in Städten, Ruhezeiten usw sind natürlich absolut berechtigt.

Aber mal ehrlich, wenn ich 400-500 km Hauptlauf so abdecken kann, dann kann ich doch auch an einem Autohof oder Industriegebiet nahe der Abfahrt meine Anhänger stehenlassen und die restlichen paar km zum Zustellen "normal" fahren...allein die ersparte Maut holt die Kosten hierfür doch schon fast wieder rein!

Wer wie ich zur Zeit dauernd unterwegs ist quer durch die Republik und die LKW-Schlangen sieht, der versteht irgendwann daß die Strassenkapazitäten einfach besser genutzt werden müssen, sonst ist wirklich bald Essig.

Ein wirklich interessantes Thema...

Gruss

Juergen2
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trailerman #13 Link


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BeitragVerfasst am: 31 Jul 2006 - 14:12

Moin.

Bei der Angelegenheit sind aber noch einige Fragen ungeklärt:

1. 25 % Regel (25% des Gesamtgewichts müssen auf der - den - Antriebsachsen liegen). Der BGA macht das, indem er dem Lkw 2 x 7,5 t- Antriebsachsen verpasst. Ein 6 x 4 Lkw ist gegenüber 6 x 2 mindesten 10000 Euro teurer.
2. Rückwärtsfahrbarkeit: Ist beim B-Double so gut wie unmöglich. Zug muss geteilt werden. Beim Giga geht es einigermaßen, gut ist nur der Rigid-Roadtrain, also Lkw mit Dolly und Sattelanhänger.
3. Leer sind alle Versionen schlecht zu fahren, weil die Leergewichte der "Anhängsel" höher sind, die der Antriebsachse(n) niedrig bleibt.
4. Ungeklärt ist noch, wie man die Kommunikation von drei EBS-Bremssystemen hinbekommt. Das ist aber für die Zugabstimmung unbedingt erforderlich.
5. Wie sieht es mit BAB-Umleitungen aus. Alle Versionen (abgesehen von denen mit Lenksystemen in GB) erfordern einen größeren Kreisring als in § 32d StVZO vorgegeben, nämlich 14,4 m statt 12,5.

gruß tm
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michaelm #14 Link


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Dabei seit: Dez 12, 2005
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BeitragVerfasst am: 31 Jul 2006 - 14:27

Bei unseren Nachbarn in den Niederlanden läuft bald die Testphase für die 60t aus, welche schon 2004 gestartet wurde. Bisher stehen alle Zeichen auf go, dass die LKWs bald zum normalen Verkehr dazugehören.
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Mayerhofer #15 Link


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Ort: Landkreis Ludwigsburg (Ba-Wü)
BeitragVerfasst am: 12 Aug 2006 - 18:43

Alternativ gibt es von Kögel den Big-MAXX.

Ein Trailer mit einer Länge von 17,80 Meter. D. h., 1,30 Meter länger als herkömmliche Auflieger und somit kann man immerhin 4 Europaletten mehr laden was die Wirtschaftlichkeit erhöht.

Außerdem sind damit problemlos die Kreisverkehre befahrbar und somit die Einhaltung der derzeit gültigen BO-Kraftkreise möglich!

Infos unter:
www.bvdp.de/index.htm?...3A086B.htm


Gruß

M.Mayerhofer
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