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Luftfracht Container selber stauen

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Hainz #1 Link


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Dabei seit: Jan 26, 2006
Beiträge: 31

BeitragVerfasst am: 23 Mai 2016 - 09:21

Hallo Zusammen,

ich benötige mal Eure Hilfe.. Welche Schulungen muss ich haben um einen RKN Envirotainer selber stauen zu dürfen. Es gibt ja diverse Anbieter mit verschiedensten Seminaren/Kursen.

Darüber hinaus müsste ich wissen welche Unterlagen wir als Versender dem Spediteur/Carrier zur Verfügung stellen müssen (mit Bezug auf den Container, die üblichen Docs wir Rechnung, Packliste, etc sind ja klar)..

Danke + Viele Grüße
Hainz
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airliner #2 Link


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BeitragVerfasst am: 23 Mai 2016 - 11:12

Hallo Hainz,

deine Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, das hängt von der jeweiligen Airline ab. Bei Lufthansa Cargo benötigt Ihr eine so genannte BUP-Zertifizierung. Die Art der Zertifizierung hängt davon ab, wie groß die Stückgewichte sind die zur Verladung kommen. Es gibt BUP500, BUP1500 und BUP9500. BUP500 bedeutet, Ihr verladet Sendungen die keine Packstücke dabei haben die schwerer 500kg Einzelgewicht sind, usw. Bei deinem RKN gehe ich davon aus, dass eine BUP500 Zertifizierung völlig ausreicht. Vermutlich verladet Ihr zu kühlende Kartonware.
Voraussetzung ist auch noch, dass ihr in der Lage seid die Container physisch in eurem Lager zu handeln. Der RKN Container kann mit einem Stapler bewegt werden.
Nicht ganz unwichtig ist auch, Ihr müsst bekannter Versender sein. Der Container wird ja nach der Verladung verplombt und kann dann erst einmal nicht mehr geöffnet werden.
Aber, die Prozesse sind von Airline zu Airline unterschiedlich.
Hast Du noch Fragen?
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MagNet-99 #3 Link


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Ort: In the middle of nowhere
BeitragVerfasst am: 23 Mai 2016 - 13:19

airliner wrote:
Ihr müsst bekannter Versender sein.
Oder RegB TPL ;-)

Gruss
MagNet-99
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Hainz #4 Link


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Beiträge: 31

BeitragVerfasst am: 24 Mai 2016 - 07:30

Hallo airliner,

vielen Dank für die Antwort! Das war so ziemlich das was ich wissen wollte :-)

Gibt es, unabhängig von den Airline spezifischen Anforderungen, auch einen generellen Standard für die Abwicklung? Wir verladen ja je nach Tradelane mit diversen Airlines..

Den sicheren Versender haben wir. Und das Handling ist auch kein Problem..

Danke + Viele Grüße
Hainz
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airliner #5 Link


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Dabei seit: Jan 24, 2005
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Ort: NRW
BeitragVerfasst am: 24 Mai 2016 - 08:24

Hallo Hainz,

wenn Ihr Luftfracht Container selber stauen möchtet gibt es neben den Airlineanforderungen nur noch die Container spezifischen Anforderungen zu beachten. Bei der Beladung / Stauung eines Kühlcontainer sind die Abstände zwischen deiner Ware zu den Containerinnenwänden einzuhalten. Du findest im Container entsprechende Markierungen. Die Abstände, Freiräume, sind wichtig damit die kühlende Luft ausreichend zirkulieren kann. Daher ist es auch vortehilhaft die Ware nicht bündig auf den Boden zu stellen, sondern eine Kunststoffpalette darunter zu platzieren. Dann kann die Luft an allen Seiten zirkulieren.

Macht euch mit der Programmierung des Containers vertraut, dafür seid Ihr verantwortlich. Also am besten im Vorfeld eine Einweisung organisieren damit am Tag der Beladung alles klappt. Ihr könnt den Container aber auch vorgekühlt "preconditioned" bestellen. Dann sprat ihr Zeit. Das klärt ihr aber am besten mit der Airline oder eurem Luftfrachtspediteur eures Vertrauens. Nimm am besten einen Luftfracht-Spediteur der nicht nur einmal pro Jahr einen Kühlcontainer fliegt. Das macht sich meist bezahlt wenn einmal etwas nicht wie geplant läuft.

Vielleicht schickt ihr mit der Ware noch einen eigenen Temperaturlogger mit.

Viele Erfolg und lass mal hören wie es lief
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LazarusLong #6 Link


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Beiträge: 186

BeitragVerfasst am: 27 Jun 2016 - 09:42

Der Aufbau von Luftfracht - Ladeeinheiten (und zwar ALLEN) setzt die Erfüllung der Schulungsverpflichtungen von Unterabschnitt 1.6 der IATA ULD Regulations voraus. Eine solche Schulung eines IATA - akkreditierten Anbieters sollte von ALLEN Airlines aktzeptiert werden, ausser ggfs. LH die da ihr eigenes "Süppchen" kocht.
Ausserdem braucht JEDER Mitarbeiter eine Gefahrgutschulung nach Unterabschnitt 1.5 IATA DGR; falls ihr kein DGR verladet immer noch PK 5.
Mit Datenloggern würde ich aufpassen, die brauchen eine EMV - Prüfung nach EU-Standard (und nicht nach US) sund sind deklarationspflichtig, auch wenn nach Gefahrguteigenschaft eigentlich totalfreistellbar:
Die Formulierung in den VA 967 und VA 970 der IATA DGR 57, dass absichtlich aktivierte Geräte wie z.B. Uhren und Temperaturlogger in diesem Zustand transportiert werden können, sofern „festgelegte Normen für elektromagnetische Strahlung“ erfüllt werden bedeutet für einen deutschen Versender konkret, dass Dokumente eines Herstellers bzw. einer nicht-europäischen Behörde mit der Aussage, dass solche Instrumente die Anforderungen erfüllen zunächst einmal als ungültig zu betrachten sind. In jedem Falle bedarf der Transport aller Geräte (also auch von Temperaturaufzeichnungsgeräten z.B. beim Transport verderblicher, gekühlter Waren) der schriftlichen Zustimmung der Luftverkehrsgesellschaft. In Deutschland setzt das „Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit von Betriebsmitteln (EMVG)“ die „Richtlinie 2004/108/EG“ über die elektromagnetische Verträglichkeit“ in deutsches Recht um. Diese Anforderungen müssen immer dokumentierbar eingehalten werden. In jedem Falle bleibt dem Luftfahrzeugführer die letzte Entscheidung vorbehalten, siehe §1 und §2 Absatz 1 und insbesondere die §§ 3 und 4 der LuftEBV sowie Cat.Gen.MPA140 und 200 der EU-Vo. 965/2014.

Da kommen noch ein paar Baustellen auf dich zu...
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Hainz #7 Link


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BeitragVerfasst am: 01 Jul 2016 - 14:26

Hey Lazarus,

besten Dank für die Info! Das hat mich weiter gebracht..!

Viele Grüße
Hainz
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LazarusLong #8 Link


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Dabei seit: Sep 25, 2006
Beiträge: 186

BeitragVerfasst am: 05 Jul 2016 - 16:01

Hainz wrote:
Hey Lazarus,

besten Dank für die Info! Das hat mich weiter gebracht..!

Viele Grüße
Hainz

Aber gerne doch und GrÜsse zurück. Für die Schulungen mache ich Dir nach Bedarf gerne ein Angebot ^^
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