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Importkosten Seefracht China Deutschland

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GreenhornV #1 Link


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Dabei seit: Jun 08, 2017
Beiträge: 2
Ort: Freiburg im Breisgau
BeitragVerfasst am: 08 Jun 2017 - 15:36

Hallo zusammen,

vorab etwas zu mir, ich habe keine Firma sondern bin eigentlich ein Privatmann (auch wenn ich ein kleines Nebengewerbe habe), der aber auf Grund der horrenden deutschen Preise beschlossen hat, sich sein Balkongeländermaterial in China zu bestellen.

Nun ist es bald soweit, dass es fertig ist und per Seefracht von Hong Kong nach Hamburg oder Basel versendet werden soll - ich wohne bei Stuttgart. (Ich darf wählen wohin, was würdet ihr nehmen?) Der Verkäufer möchte mir eine telex release als bill of landing ausstellen. Was genau mache ich damit dann?
Nun zu meinen weiteren Fragen:
Steht auf diesem telex release dann meine Kontaktperson? Also woher weiß ich, auf welchem Schiff meine Fracht ist, wer lädt sie in Hamburg ab und woher weiß ich, dass das Schiff da ist und wohin die Ware kommt?

Wer übernimmt die Verzollung?
Ich wollte dann eine Spedition mit der Abholung beauftragen, die braucht dann aber logischer Weise eine Abholadresse?

Ich habe mal an reinen Transportkosten ca. 500-600 € kalkuliert, plus Zoll - 2 Pakete a ca. 900 € ergibt insgesamt gut 700 €, plus das, was mir der Hafen für Abladen und Lagerung abnimmt, wie viel kann das sein? Hab ich noch wichtige Punkte vergessen?

Liebe Grüße
das Greenhorn
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WiMa #2 Link


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Dabei seit: Okt 08, 2009
Beiträge: 160
Ort: Wien
BeitragVerfasst am: 09 Jun 2017 - 06:16

Es wird ein B/L ausgestellt.

Normalerweise würdest Du das Original B/L per Post/Kurierdienst erhalten und Du übergibst das Original B/L an den Agenten der Reederei/Spedition am Ankunftsort.

Telex Release: Das Original B/L wird am Abgangsort wieder dem Aussteller des B/L's übergeben und der Aussteller schreibt ein Telex (heute eher ein E-Mail) an den Agenten am Ankunftsort, daß das Original B/L bereits eingezogen wurde und somit vor Freistellung der Sendung am Bestimmungsort, kein Original B/L mehr eingezogen werden muss.

Auf dem B/L steht normalerweise die Adresse des Empfängers. Des weiteren erhältst Du eine Kopie des B/L (per Mail oder Fax). Da findest Du auf jeden Fall den Schiffsnamen. Handelt es sich um ein B/L, ausgestellt von einer Reederei, wirst Du das Telefonbuch / Internet bemühen müssen, damit Du deren Vertretung am Bestimmungsort findest. Hat ein Spediteur das B/L ausgestellt, sind üblicherweise Kontaktdaten angeführt.

Zollabfertigung, Nachlauf bis zu deiner Türe, etc., etc., hat nichts mit dem Seetransport zu tun. Durchaus möglich und im Falle eines Spediteurs-B/L üblich, wird dir der Ankunftsagent ein Angebot für einige Dienstleistungen unterbreiten.

Vorsorglich solltest Du einmal dieses Forum nach den Begriffen CSIF oder Ankunftsspesen oder China durchsuchen. Dann frage in deinem Bekanntenkreis herum, ob es einen Spediteursachbearbeiter (wenn geht Seefrachtler) gibt, den lädst Du auf ein Abendessen und ein paar Bier ein, damit er dir hilft, ein paar Erfahrungen nicht zu machen.
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GreenhornV #3 Link


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Dabei seit: Jun 08, 2017
Beiträge: 2
Ort: Freiburg im Breisgau
BeitragVerfasst am: 10 Jun 2017 - 00:56

Hallo,
ich habe mich nun noch etwas eingelesen und erfahren, dass die reinen freight Kosten, die mir mein Lieferant berechnen wollte, wohl nur die Spitze des Eisbergs sind. Er wollte CNF wählen. Nach eingehender Recherche und vor allem als Newbie wäre aber wohl DDP ratsamer.
Ansonsten kommt es wohl gerne zu den von WiMa beschriebenen bösen Überraschungen wie sonstige Gebühren - China import fee usw.
Ich werde mir also einen Spediteur suchen, der das alles abwickelt. Kühne und Nagel arbeiten ja wohl eher mit Firmen zusammen. Kennt ihr einen empfehlenswerten Spediteur, der das auch für Private macht?
Eine EORI Nr. brauche ich dann nicht, nehme ich an?
Liebe Grüße
Greenhorn
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WiMa #4 Link


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Dabei seit: Okt 08, 2009
Beiträge: 160
Ort: Wien
BeitragVerfasst am: 10 Jun 2017 - 11:46

im Forum gurkt ein Better Orange herum, der hat Ahnung von der Materie - keine Ahnung, ob er auch für Privatpersonen arbeitet. Probiere ihn.
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Stefan1531 #5 Link


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Dabei seit: Jun 30, 2006
Beiträge: 449
Ort: Stuttgart
BeitragVerfasst am: 12 Jun 2017 - 09:36

GreenhornV wrote:

ich habe mich nun noch etwas eingelesen und erfahren, dass die reinen freight Kosten, die mir mein Lieferant berechnen wollte, wohl nur die Spitze des Eisbergs sind. Er wollte CNF wählen.
Du sprichst vermutlich von der Lieferbedingung (Incoterm)? CNF gibt es nicht, aber C+F. Wobei auch diesen gibt es nicht mehr, sondern nur noch CFR. Das ist eine gängige Lieferbedingung. Woher soll der Chinese denn auch wissen, was die Zustellung zu Dir kostet?

Zitieren::

Nach eingehender Recherche und vor allem als Newbie wäre aber wohl DDP ratsamer.
Für Dich wäre das "bequemer", allerdings wird sich der Verkäufer nicht darauf einlassen. Denn so müsste er ja die Deutschen Zölle übernehmen. Versetz' Dich mal in seine Lage. Würdest Du, wenn ein Chinese etwas bei Dir kaufen würde, Chinesische Kosten übernehmen wollen?

Zitieren::

Ich werde mir also einen Spediteur suchen, der das alles abwickelt. Kühne und Nagel arbeiten ja wohl eher mit Firmen zusammen. Kennt ihr einen empfehlenswerten Spediteur, der das auch für Private macht?
gegen Geld (oder ggf. Vorkasse) macht das fast jede Spedition.

Zitieren::

Eine EORI Nr. brauche ich dann nicht, nehme ich an?
richtig. Als Privatmann brauchst Du eh' keine.
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cobra9.0 #6 Link


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Dabei seit: Mar 19, 2012
Beiträge: 231

BeitragVerfasst am: 12 Jun 2017 - 10:05

Hallo,
vielleicht ergänzend zu den vorher gemachten Aussagen:

Entscheidend für die Notwendigkeit einer EORI-Nr. ist die Frage, ob jemand ihm Rahmen einer Geschäftstätigkeit (!) Waren ein- oder ausführt. Also, Obacht, wenn man ein Gewerbe angemeldet hat. Ansonsten gilt für eine Privatperson, dass sie keine EORI-Nummer benötigt, wenn nur gelegentlich Zollanmeldungen abgibt. Als gelegentlich gilt die Abgabe von weniger als zehn Zollanmeldungen pro Jahr.

Gruß
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