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Territorialitätsprinzip und Präferenzursprung


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Anjanka #1 Link


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Dabei seit: Jun 20, 2017
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 21 Jun 2017 - 13:46

Hallo ihr Lieben,

ich bin neu hier und auch noch neu was das Thema Zoll angeht. Bislang mussten wir uns darüber so gut wie keine Gedanken machen, aber seit einiger Zeit hätten immer mehr Kunden gerne eine Lieferantenerklärung.
Soweit so schön: jetzt prüfe ich also für die fraglichen Artikel, ob Präferenzursprung gegeben ist, oder nicht.
Zur Erklärung, wir stellen Maschinenbauteile her als Lohnfertiger nach Zeichnung der Kunden.
Folgendes Problem ist aufgetreten: Bei der HS Position 7326 ist laut Listenregeln ein Positionswechsel vonnöten für eine ausreichende Bearbeitung.
Das stellt für uns in 97% der Fälle kein Problem dar.
Allerdings gibt es einen Haken, es kommt schon öfter vor, dass wir Teile in die Lohnhärterei geben, zum Verzinken, Brünieren oder ähnliche Oberflächen/Behandlungen. Die allermeisten meiner Oberflächenveredler/Härtereien weigern sich eine Lieferantenerklärung auszustellen. Sprich, ich geben die Teile raus mit Lieferantenerklärung und bekomme die Teile zurück mit Lieferantenerklärung.
Damit wäre dann zwar die Listenregel erfüllt, aber ich verstoße doch gegen das Territorialitätsprinzip, da ich keinen durchgehenden Beweis dafür habe, dass die einzelnen Bearbeitungsschritte innerhalb Deutschlands/der EU stattgefunden habe. Dann kann ich hier doch kaum guten Gewissens den Präferenzursprung bejahen, egal ob ich "weiß", dass es so ist oder nicht.

Es wäre super wenn mir jemand da weiterhelfen könnte.

Danke schon mal im Voraus
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Arnd #2 Link


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Dabei seit: Jun 22, 2011
Beiträge: 161
Ort: Bremen
BeitragVerfasst am: 21 Jun 2017 - 15:14

Deine Vermutung ist richtig:
Die Teile, die du von Lieferanten (und seien es Lohnbearbeiter) ohne Lieferantenerklärung bekommst, müssen als Nichtursprungserzeugnisse angesehen werden.

Dass du weißt, dass die Bearbeiter rein rechtlich eine Lieferantenerklärung LE ausstellen dürften, wenn sie denn willens wären, hilft dir leider nicht.

Das ist aber nicht das Territorialitätsprinzip. Dabei ginge es nämlich darum, dass Materialien eine Zeit lang außerhalb des entsprechenden Präferenzraumes waren.
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Anjanka #3 Link


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Dabei seit: Jun 20, 2017
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 21 Jun 2017 - 15:16

Ah, ok, Super Danke für die Antwort. Dann ist die LE eben mit Präferenzursprung nein.
Danke!
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Centillion #4 Link


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Dabei seit: Jun 21, 2017
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 21 Jun 2017 - 15:24

Hintergrundinfos hierzu auch unter

www.stuttgart.ihk24.de...ung/683668
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Anjanka #5 Link


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Dabei seit: Jun 20, 2017
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 22 Jun 2017 - 06:15

Ach kuck an, meine IHK drückt sich ein bißchen um das Thema drum rum. Danke für den LInk, der war sehr hilfreich.
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eaglestef #6 Link


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Dabei seit: Sep 15, 2016
Beiträge: 44

BeitragVerfasst am: 22 Jun 2017 - 17:35

Nur ein kleiner Hinweis. Ob du eine Lieferantenerklärung LE ohne Präferenz oder keine Lieferantenerklärung LE ausstellst, kommt zum gleichen Ergebnis. Ganz genau genommen, sind Lieferantenerklärungen LE ohne Präferenz nicht für diesen Fall gedacht und können somit nicht ausgestellt werden.

Hat quasi keine Auswirkungen auf die Praxis. Ich glaub nicht, dass da ein Zöllner was sagen würde.

Bei einer Lieferantenerklärung LE ohne Präferenz musst Du den Einkaufspreis angeben, den man idR dem Kunden nicht sagen will.

Was ich mich nur Frage, warum Euch die Lohnveredler keine LE ausstellen, wenn ihr ihm eine korrekte Lieferantenerklärung Lieferantenerklärung LE mit Präferenz ausstellt. Ist seine Wertschöpfung so groß? Sofern ein Tarifsprung gefordert wird, ist dieser ja erfüllt, LangzeitLieferantenerklärung LLE = Vormaterial mit Ursprung und dieses muss die Listenbedingung nicht erfüllen.
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