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Gebühren im Hafen Hamburg


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Chev #1 Link


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Beiträge: 481

BeitragVerfasst am: 22 Jun 2017 - 16:38

Verständnisfrage:

Bin bislang davon ausgegangen, dass diese hier schon im Forum mehrfach diskutierte Problematik bei Seefrachten auf Basis von C-Klauseln aus asiatischen Ländern nur bei LCL-Sendungen auftritt.

Denn im Bereich FCL hätte ich doch theoretisch die Chance, das B/L direkt bei der Reederei (am Spediteursagenten vorbei) einzureichen und mir dann den Container mit meinem eigenen Spediteur am Terminal abzuholen sowie die THC-Kosten direkt an die Reederei zu entrichten?

Der Übeltäter ist ja hier der Spediteur im Versendungsland, der die Vorgaben an seinen Agenten im Empfangsland erteilt. Kann man diesen Agenten im FCL-Bereich nicht "ausschalten" und seine Rechnung umgehen?


Zuletzt bearbeitet von Chev am 28 Jul 2017 - 18:08, insgesamt einmal bearbeitet
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Chev #2 Link


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Beiträge: 481

BeitragVerfasst am: 28 Jul 2017 - 18:07

Weiß jemand hierzu eine Antwort und kann meine Überlegungen bestätigen oder entsprechend ergänzen?
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WiMa #3 Link


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BeitragVerfasst am: 31 Jul 2017 - 06:57

Denn im Bereich FCL hätte ich doch theoretisch die Chance, das B/L direkt bei der Reederei (am Spediteursagenten vorbei) einzureichen und mir dann den Container mit meinem eigenen Spediteur am Terminal abzuholen sowie die THC-Kosten direkt an die Reederei zu entrichten?

Diese Problematik tritt nur dann auf, wenn ein HBL involviert ist und bei einem HBL kommst Du am Ankunftsspediteur aber nicht vorbei.

In vielen Fällen würde es schon ausreichen, wenn man sich die Mühe macht, nachzufragen (vor Bestellung) was die Ankunftskosten bei CFR ausmachen. Alternativ noch sich einen FOB-Preis einholt und die Kosten ab FOB beim eigenen Spediteur prüft. Die für mich günstiger Variante nehme ich (und wenn billigerer CFR-Preis mit überhöhten Ankunftsspesen günstiger sind, dann zahle ich eben überhöhte Ankunftsspesen).

Mal ganz ehrlich, wenn beim einem 20' der FOB-Preis gerademal EUR 100 günstiger als der CFR-Preis ist, dann muss schon klar sein, dass ich die Differenz auf die normale Seefracht wo anders zahlen muss.
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Chev #4 Link


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Beiträge: 481

BeitragVerfasst am: 01 Aug 2017 - 18:03

Aber mein Plan würde aufgehen, wenn nur ein reines Ocean und kein House-B/L herausgegeben werden würde?

In welchen Fällen wird denn noch (zusätzlich) ein House-B/L erstellt und was sind die Gründe? Hat es gleiche Wirkungskraft wie ein vom Reeder ausgestelltes Ocean-B/L'?

Und warum führt ein solches House-B/L dazu, dass ich den vorgegebenen Empfangsspediteur (Agenten) nutzen muss?
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WiMa #5 Link


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BeitragVerfasst am: 02 Aug 2017 - 08:27

Die Basis für die überhöhten Ankunftsspesen liegen darin, dass die abgerechneten Seefrachtkosten nicht korrekt sind.

Nehmen wir an die realen Seefrachtkosten betragen 1000. Um den Transportauftrag zu bekommen, wird dem Frachtzahler aber ein Preis von 500 genannt - somit macht der Transporteur einen Verlust von 500. Der Transporteur will und kann auf Dauer keinen Verlust machen, sonst ist er bald insolvent. Um den Verlust zu vermeiden, wird eine 3. Person (der Warenempfänger), die sich nicht wehren kann, mit diesen EUR 500 belastet. Es geht natürlich nicht zu sagen, du zahlst nun die üblichen Ankunftskosten + 500 nicht bezahlte Seefracht. Also findet man für die nicht bezahlte Seefracht irgendwelche schöne Begriffe (z.B. China Import Service Fee) und/oder überhöht die üblichen Kosten. Zusätzlich verursacht diese Trickserei Mehraufwand, also werden nicht nur 500 sondern 600 oder 700 an den Empfänger "über"-verrechnet.

Containerreedereien (Linienreedereien haben einen veröffentlichen Tarif. Wenn nun die Reederei dem Absender eine reduzierte Frachtrate gibt, kann die Reederei dem Empfänger keine erhöhten z.B. THC-Kosten abrechnen, oder lustige Gebühren erfinden, einfach weil sie nicht im Tarif genannt sind. Können täte sie schon, nur auf Grund des vorhandenen Tarifes wäre ein Klage ziemlich erfolgversprechend.

Spediteure (abgesehen nach/von USA - FMC) haben keine veröffentlichen Tarife und können deshalb mehr oder weniger tun was sie wollen und dem Verkäufer gewährte Seefrachtkostenvorteile, werden unter anderem Titel dem Empfänger individuell auf's Auge gedrückt.

Spediteure haben (meist) bessere Konditionen mit den Reedereien (nicht nur ratentechnisch gesehen). Wenn der Verkäufer/Käufer diese besseren Konditionen in Anspruch nehmen will, muss er die Bedingungen des Spediteurs (HBL) akzeptieren.
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