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Exporte nach Mexico, Argentinien und Thailand

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Banggg #1 Link


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Dabei seit: Dez 04, 2017
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BeitragVerfasst am: 04 Dez 2017 - 15:26

Hallo zusammen,
ich arbeite in einer kleinen Firma und wir haben noch keine Erfahrungen mit Exporten. Darum lesen sich meine Fragen für die Profis unter euch wahrscheinlich naiv an aber ich möchte natürlich keine Fehler machen.
Zum Sachverhalt:
Wir beabsichtigen Server in verschiedene Länder zu versenden. Namentlich sind das Mexico, Argentinien und Thailand.
Ich habe mich schon schlaugelesen, habe aber widersprüchliche Aussagen zu den erforderlichen Dokumenten gefunden.
Den Transport inkl. Ex- und Import im Bestimmungsland übergeben wir an eine Spedition. Meine Frage ist nun: Reicht es wenn ich die Handelsrechnungen erstelle und diese an die Spedition übergebe? Maße, Gewicht, Zolltarifnummer habe ich auf der Rechnung vermerkt. Den Rest des Handlings übernimmt dann doch die Spedition oder muss ich noch irgendetwas beachten? Die Versandart ist DAP. Teilweise wird geraten auch eine Packliste mitzugeben, hat jemand Erfahrungen mit diesen Ländern und kann berichten ob diese benötigt wird.

Vielen Dank im Voraus.
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waldorf #2 Link


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BeitragVerfasst am: 04 Dez 2017 - 15:50

Die 3 Länder, die Du da ausgesucht hast, gehören nicht gerade zu denen mit den einfachsten und liberalsten Einfuhrbestimmungen auf dieser Erde. Hast Du mal überprüft, ob bzw. welche warenspezifischen Einfuhrvorschriften in diesen Länder bestehen, hinsichtlich Etikettierung (z.B. Sprache), Zertifizierung/Normen etc. ? Wenn dein Empfänger ein Profi ist, kann er es dir sagen. Ansonsten musst du dich mühsam selber informieren, z.B. in der guten Market Access Database der EU Kommission unter: madb.europa.eu, bei deiner IHK etc....

Versendest Du Server, weil du damit professionell handelst oder weil Du sie als IT-Equipment in deinen Facilities brauchst ?
Im letzteren Fall kann ich nur empfehlen, IT-Equipment lokal zu beschaffen.
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Banggg #3 Link


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BeitragVerfasst am: 04 Dez 2017 - 16:01

Hi,
danke für die schnelle Antwort.
Ich habe im Nachschlagewerk der Handelskammer (K+M) geschaut. Mit Etikettierung meinst du wahrscheinlich die "made in ..." Markierungen? Wir sind nicht der Hersteller der Ware, wenn ich das richtig verstanden habe, muss die Markierung am Gerät selber sein (z.b. eingestampft) und nicht auf den Kartons, richtig?
Die Länder habe ich mir nicht ausgesucht ;-) unser Kunde hat dort Niederlassungen, allerdings auch keine Ahnung vom Server-Export/Import. Zu Argentinien und Mexico habe ich viel gelesen, nach einigen Quellen verlangen diese Länder Handelsrechnungen in Spanisch, woanders heißt es Englisch reicht auch. Ich hatte gehofft es liest hier vielleicht jemand mit der bereits Exporte in diese Länder durchgeführt hat und der seine Erfahrung teilen kann.
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waldorf #4 Link


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BeitragVerfasst am: 04 Dez 2017 - 16:33

Ich habe schon ziemlich viele Exporte in diese Länder gemacht bzw. besser machen lassen. Aber es übersteigt die Möglichkeiten eines Forums, hier mal schnell einen Einsteiger über alle länder- und produktspezifischen Anforderungen zu informieren.

Meine Erfahrung: Argentinien ist eines der schwierigsten Importländer überhaupt und Mexiko und Thailand würde ich auch als eher kompliziert einstufen. Die K&M sind schön und gut, aber in vielen Fällen nicht detailliert genug. Wenn Du das Risiko vermeiden willst, dass deine Sendungen im Zoll dieser Länder versauern, musst du dich professioneller informieren.

Etikettierung ist nicht nur die "Made in Kennzeichnung", sondern alles, was das Bestimmungsland als Kennzeichnung an der Ware und ggf. der Verpackung vorschreibt bis hin zur Sprache der beigefügten Bedienungsanleitungen.

Mein Tipp:
1. fang bei deiner IHK an, anzufragen
2. nimm einen Spediteur, der im Zielland vertreten ist und seine Niederlassung dort fragen kann (auch wenn das vielleicht etwas teurer sein sollte)
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Banggg #5 Link


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Dabei seit: Dez 04, 2017
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 04 Dez 2017 - 16:49

ok, dann danke ich dir erstmal für die Informationen und die Tipps, ich werde mich mit der IHK kurzschließen in der Hoffnung dass alle Hindernisse aus dem Weg geräumt werden können.
Danke für die schnelle Hilfe!
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Chev #6 Link


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BeitragVerfasst am: 04 Dez 2017 - 18:52

Sich die K&M anzuschauen, ist schon mal nicht die schlechteste Idee. Aber wie Waldorf schon sagt, hier sind keine Detail-Informationen zu deinem Vorhaben konkret genannt/heruntergebrochen. Eine weitere Quelle kann hier sein: GTAI + eine eventuelle Abfrage beim Kunden über die länderspezifischen Vorschriften.

Thailand sehe ich noch am wenigsten problematisch von den genannten Ländern. Hier können aber evtl. Besonderheiten bei technischen Geräten bestehen (sollte in den K&M stehen).

Bei Argentinien habe ich keine Erfahrungen. Südamerika ist zollseitig aber nie einfach. Die Zollbehörden sind streng und die Auslegung der Vorschriften kann innerhalb eines Landes schwanken. So möchte der eine Kunde keine Zolltarifnummern in den Rechnungen angedruckt haben, ein anderer aber schon... Häufig müssen die Empfänger Importlizenzen für den Import beantragen (das sollte schon Wochen vor dem Export passieren, sonst steht die Sendung und kann nicht eingeführt werden).

Mexico siehe ebenfalls K&M - sehe ich unter den Top5 der schwierigsten Länder hinsichtlich Zoll. Hier sind dann keine Grenzen mehr gesetzt, was die Dokumentation angeht. Präferenzberechtigt wäre es zudem auch noch durch ein Abkommen mit der EU. Der Empfänger kann hier also Zölle sparen, sollte eure Ware nach dem Abkommen präferenzbegünstigt und auch durch euch so deklariert sein. Dieses kann nur ein geschulter MA in eurer Fa. prüfen.
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Snoopy04 #7 Link


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BeitragVerfasst am: 05 Dez 2017 - 12:11

Gratulation - da hast Du wirklich einige anspruchsvolle Kandidaten auf Deiner Liste stehen.

Für Argentinien kann ich Dir noch raten, suche Dir einen Spediteur, der sich sehr gut auskennt und vor Ort hervorragend vernetzt ist. Dann könnte es sein, Du hast eine kleine Chance, die Ware tatsächlich in Argentinien in's Land zu bekommen. Es ist sehr sehr problematisch, gerade auch mit Elektronik, es gibt Bestimmungen und Vorschriften ohne Ende, die zu beachten sind.

Mexiko - hier empfehle ich Dir ,dich mit der Aussenhandelskammer vor Ort in Verbindung zu setzen und anhand der Warentarifnummern prüfen zu lassen, was machbar ist. Suche Dir zudem einen Zollagenten vor Ort, der sich mit der Materie und dem Import von Elektronik auskennt.

Sind Deine Produkte für die Ausfuhr genehmigungsfrei oder must Du vielleicht noch wegen eventueller Dual-Use-Eigenschaften die geltenden Exportkontrollvorschriften beachten? Das solltest Du auch vorher abklären - andernfalls könnte es hier schon zu Verzögerungen kommen falls Du Genehmigungen beim BAFA beantragen musst.
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Banggg #8 Link


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Dabei seit: Dez 04, 2017
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BeitragVerfasst am: 05 Dez 2017 - 15:36

Ich habe mich heute mit der IHK in Verbindung gesetzt und nach telefonischem Rat meine Fragen per Mail an den Zuständigen Herren gerichtet.
Die Produkte sind genehmigungsfrei, das konnte ich im Vorfeld schon klären. Es handelt sich um DELL PowerEdge R730xd Server. Die Transporte werden wir von keiner kleinen Spedition machen lassen, sondern einer gut vernetzten (z.B. Schenker) damit vor Ort jemand ist der Ahnung hat.
Die Problematik mit Argentinien und Mexico wurden mir von der IHK telefonisch auch mitgeteilt. Ich hoffe auf aussagekräftige und verbindliche Informationen per Mail.
Nochmals Danke für die Ratschläge und den Input.
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Banggg #9 Link


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Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 07 Dez 2017 - 09:19

Hallo nochmal,

die IHK hat mich auch auf madb.europa.eu verwiesen. Ich habe mich dort durchgelesen und eine Verständnisfrage:
Da den Transport inklusive Verzollung eine Spedition (Schenker) übernimmt, gilt es für mich zu beachten, welche Daten auf der Commercial Invoice anzugeben sind. Dokumente wie "Customs Import Declaration " "Manifest" und "Declaration of Customs Value " sind für mich irrelevant weil ich ja nicht verzolle. Sehe ich das richtig? Mit anderen Worten, ich muss dafür sorgen dass die Commercial Invoice und die Packing List alle relevanten Daten enthält, damit die Spedition beim Verzollen keine Probleme bekommt.
Um noch eine hier gestellte Frage zu beantworten, die Server sind für keine Niederlassung gedacht sondern wir handeln mit IT-Hardware.
Eine Frage habe ich doch noch: Der Server besteht aus 3 Packstücken, die einfoliert auf Palette stehen. Muss ich nun auf der Packliste 1 Packstück angeben (Palette) oder 3 (Einzel-Packstücke)?
Außerdem ist laut K+M für Chile eine Rechnung in spanisch erforderlich. Gibt es tatsächlich Länder in denen Englische Invoices nicht anerkannt werden?
Vielen Dank im Voraus
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waldorf #10 Link


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Dabei seit: Jul 23, 2007
Beiträge: 1224

BeitragVerfasst am: 07 Dez 2017 - 10:55

Banggg wrote:

die IHK hat mich auch auf madb.europa.eu verwiesen. Ich habe mich dort durchgelesen und eine Verständnisfrage:
Da den Transport inklusive Verzollung eine Spedition (Schenker) übernimmt, gilt es für mich zu beachten, welche Daten auf der Commercial Invoice anzugeben sind. Dokumente wie "Customs Import Declaration " "Manifest" und "Declaration of Customs Value " sind für mich irrelevant weil ich ja nicht verzolle. Sehe ich das richtig? Mit anderen Worten, ich muss dafür sorgen dass die Commercial Invoice und die Packing List alle relevanten Daten enthält, damit die Spedition beim Verzollen keine Probleme bekommt.

Um noch eine hier gestellte Frage zu beantworten, die Server sind für keine Niederlassung gedacht sondern wir handeln mit IT-Hardware.


Zu deiner Verständnisfrage: Ja, du musst dich in der MADB auf die Dokumente konzentrieren, die du als Exporteur ausstellst bzw. beeinflussen kannst. Das ist u.U. nicht nur die Rechnung, sondern vielleicht auch ein Ursprungszeugnis etc..

Wenn ihr mit IT-Hardware handelt, empfehle ich Dir, Deine Kenntnisse im Bereich der Exportkontrolle zu erweitern. Dazu gibt es jede Menge Seminare. Die gibt es leider hinsichtlich der Marktzugangsbedingungen in Exportmärkten nicht bzw. sehr selten. Da muss sich jeder durchkämpfen und Erfahrungen sammeln. Hilfreich ist auch die Mitgliedschaft in den entsprechenden Branchenverbänden.
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