Cargoforum Forum für Transport, Logistik, Spedition, Zoll und Außenhandel



Reine Vermögensschäden vs Verspätungsschäden

Neues Thema eröffnen    Neue Antwort erstellen

CSchmidt228 1


Offline Offline
Dabei seit: Aug 03, 2017
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 26 Mar 2018 - 12:03

Hallo,

ich habe eine Frage zur Auslegung der Haftungsgrenzen.
Bei einer Montagelieferung an eine Baustelle wurde durch den Logistiker (Stückgutsendung) beim Transport eine Palette
im Deport stehen gelassen. Es kam also nur ein Teil der Ware bei der Baustelle an.
Nun konnte mit der Montage gestartet werden. Einen Tag später wurde der Rest der Ware angeliefert.
Durch die Verspätung sind dem Monteur jetzt Kosten entstanden.

Handelt es sich dabei um einen Vermögensschaden oder um einen Verspätungsschaden. Die Haftungsgrenzen sind dabei ja extrem unterschiedlich.

Besten Dank für die Antworten.

Gruß,

Christian
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen
Chev 2


Offline Offline
Dabei seit: Apr 10, 2009
Beiträge: 616

BeitragVerfasst am: 11 Apr 2018 - 17:54

Da mich das Thema interessiert und ich mich vor einiger Zeit ebenfalls damit befasst habe, versuche ich mal eine Antwort:

Zunächst würde ich nicht von "Verspätungsschäden" sprechen. Diese sind meines Wissens nicht genau definiert.
Unter den Vermögensschäden (="Andere als Güterschäden") sind nach den ADSp bzw. HGB definiert:

1. Lieferfristüberschreitung: 3-fache Fracht
2. Sonstige Vermögensschäden: 3-facher Betrag wie bei Güterschaden, max. 100.000 EUR

Die Frage ist nun, welchen dieser beiden Bestimmungen der nachweislich entstandene Schaden zugeordnet werden kann.

Meine Sicht:
Wenn ein konkreter Liefertermin vereinbart war (wichtig!!) und ein Teil der Sendung verspätet angeliefert wurde, so handelt es sich m. E. um eine Lieferfristüberschreitung - auch, wenn nur ein Teil betroffen ist.
Ich denke, es wird schwierig, Ersatzanspruch als "Sonstigen Vermögensschaden" durchzubekommen, da der Spediteur hier keine Leistungspflicht nach HGB § 454 verletzt hat. Das wäre dann der Fall, wenn ihm ein "Organisationsverschulden" oder eine "Schlechterfüllung" nachgewiesen werden kann, was hier meiner Meinung nach nicht der Fall ist.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen
Neues Thema eröffnen    Neue Antwort erstellen
Seite 1 von 1




Gehe zu:  




Deutschlands führendes Transport & Logistik Forum. Alles Wichtige zu Themen wie Spedition, Speditionsforum, Logistik, Logistikforum, Transport, Ausbildung, Studium, Karriere, Weiterbildung, Binnenschifffahrt, Existenzgründung, Transportforum, Luftfracht, Bahnfracht, Bahncargo, Seefracht, Schifffahrt, LKW, Güterkraftverkehr, Maut, Ladungssicherung, Gefahrgut, Charter, Eisenbahn, KEP, Kurier, Express, Paket, Multimodal, kombinierte Verkehre, Transportrecht, Transportversicherung, Zoll, Zollforum, RFID, Lagerlogistik, Warehouselogistik, AWB, Luftfrachtbrief, Container, Frachtflugzeug, Güterzug, Spediteure, Verlader, Fracht, Frachtforum, Transporte
© eine Onlinepublikation der VOCA media carsten vollenbroich