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Spedition, die Tricks der Osteuropäer

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Cargoblog #1 Link


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Dabei seit: Mar 01, 2011
Beiträge: 180

BeitragVerfasst am: 18 Aug 2014 - 19:05

Osteuropäische LKW Fahrer die für 250,00€ bis 700,00€ im Monat quer durch Europa fahren. Billiganbieter aus Osteuropa machen deutschen Speditionen immer mehr Konkurrenz. Ein deutscher Fahrer verdient monatlich zirka 2100,00€ plus Spesen. Grund für die Misere ist die oft kriminelle Umgehung der Kabotage-Regelung durch osteuropäische Speditionen.

Das war das kurze Fazit bei WiSo im ZDF. Beschrieben wurde der Ist-Zustand. Eine Lösung wurde nicht angeboten.

Wie sind denn eure Erfahrungen? Beauftragt ihr Transporte bei denen solche Hintergründe ersichtlich sind?


Zuletzt bearbeitet von Cargoblog am 19 Aug 2014 - 08:01, insgesamt einmal bearbeitet
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Spedjahn #2 Link


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Dabei seit: Feb 10, 2014
Beiträge: 3
Ort: Thale
BeitragVerfasst am: 18 Aug 2014 - 19:30

Hallo, ich habe eine kleine Spedition und das Problem ist so. Es wird für kleines Geld jede Fracht mitgenommen von unseren Osteuropäern. Wo das noch hinführt kann ich Euch sagen Fuhrunternehmen und Speditionen bis 20 Lkws werden pleite gehen wenn sie sich nicht spezialisiert haben.Selbst ich hab die bittere Erfahrung im letzten halben Jahr gemacht 1/3 weniger Umsatz.Nun hab ich mich spezialisiert. Und hatte Glück das ich Kunden habe die mir die Treue halten
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Spedjahn #3 Link


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Dabei seit: Feb 10, 2014
Beiträge: 3
Ort: Thale
BeitragVerfasst am: 19 Aug 2014 - 07:03

Guten Morgen, ich hoffe nur das auch die verantwortlichen Politiker in diesem Forum lesen.
Es ist natürlich schlecht in kürzester Zeit etwas zu ändern an der Situation, weil die Politik sehr schwerfällig reagiert.
Früher gab es einen Reichskraftwagentarif (RKT), Kabotageverbot, Zölle innerhalb von Europa und natürlich unterschiedliche arme und reiche Staaten mit niedrigen und hohen Lebenshaltungskosten. Die Existenz der Wirtschaft in unserem Staate wurde durch diese Maßnahmen in einem gewissen Maße geschützt. Was ist uns geblieben nur unterschiedliche arme und reiche Staaten in Europa.Und, und, und nun muß es doch irgendwie klar sein was da raus gekommen ist und noch weiter geschehen wird. Ich möchte noch deutlicher werden unsere Dienstleistungswirtschaft wird systematisch demontiert,unterwandert und die großen Speditionen werden fleißig weiter Billiganbieter Osteuropa mit Frachten versorgen, ist ja auch irgendwie klar wirtschaftlich wird hier richtig reagiert 3Angebote eingeholt der billigste Anbieter bekommt den Zuschlag. Ich möchte nochmals an die Politik appelieren die Richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen damit das deutsche Verkehrsgewerbe erhalten bleibt.
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MagNet-99 #4 Link


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Dabei seit: Jun 16, 2006
Beiträge: 2598
Ort: In the middle of nowhere
BeitragVerfasst am: 19 Aug 2014 - 07:40

Hallo zusammen,

da kommen mir völlig unabhängig voneinander ein paar ganz polemische und destruktive Gedanken in den Sinn:

-> Vielleicht gut so, weil der Fahrermangel in DE gar nicht mehr aufgefangen werden kann da sich das Gewerbe in den letzten 25 Jahren lobbytechnisch ins Aus katapultiert hat.
Siehe DVZ von gestern 18.08.14 zum Thema Branchenimage, Seite 9-11.
Verkehr und Transport, Kompetenz und Qualität = vorletzter Platz, Umgang mit Mitarbeitern = letzter Platz.
Da hilft kein Jammern wenn kein junger Mensch Berufskraftfahrer werden will und das durchschnittliche LKW-Fahrer-Renteneintrittsalter in DE bei 59,8 Jahren liegt. Für 10 die in Rente gehen kommen nur 1-2 nach. Die Ausbildungsabbrecherquote ist zusammen mit der Gastronomie am höchsten von allen Ausbildungsberufen!

-> Jeder bekommt die Leistung (klischeeerfüllende osteuropäische Unternehmer), die er bezahlt.

-> In Frankreich werden Straßen blockiert und die Fahrzeuge von Streikbrechern angezündet. In DE wird gejammert. Bei Aktionen einzelner Verbände macht kaum jemand mit.

-> Keines der TOP-EU-Wirtschaftsländer kontrolliert so lasch und bestraft so moderat wie DE (gefühlt, nach meiner Erfahrung). Die ausländische Rechtsbrecher lachen über uns.

Möge der Shitstorm starten !

Gruss
MagNet-99
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Ndre #5 Link


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Dabei seit: Okt 12, 2012
Beiträge: 41
Ort: Sinntal
BeitragVerfasst am: 19 Aug 2014 - 12:18

Hallo Zusammen,

also erst mal muss ich sagen das( leider) mittlerweile auch die Journalistische Leistung der öffentlich rechtliche Medien mehr als fragwürdig sind, und sich immer mehr dem BILD Niveau annähern.

Von daher weiß ich nicht was ich mit der Aussage über Löhne von 250 - 700 Euro p. Monat anfangen soll. Diese Aussage erscheint mir doch etwas sehr überspitzt.

Aber mal abgesehen davon ist es natürlich schon so das gerade im Logistik Sektor eine Verlagerung Richtung Osten zu verzeichnen ist. Ich denke darüber muss hier nicht mehr groß diskutiert werden.

Fakt ist aber auch das wir als West Europäer teilweise selbst Schuld sind. Wir haben nun mal eine Relativ freie Marktwirtschaft und hier bestimmen eben Angebot und nachfrage den Preis. Und ganz ehrlich es sind nicht nur die Spediteure aus dem "Ostblock" es gibt auch genug deutsche Spediteure die in gerade in Bestimmten Regionen Ladungen zu Preisen mitnehmen wo man sich fragt wie sowas möglich ist.

Aber dieses Problem hat nicht nur die Speditions Branche sondern generell die westeuropäische Wirtschaft. ( gerade im Hinblick auf die Entwicklung in Fernost)

Hier gibt es meiner Meinung nach nur eine Lösung: Man muss soviel besser sein wie man teurer ist. ( gerade im normalen FTL Geschäft schwierig da die Spediteure aus dem osten Natürlich mittlerweile, in diesem Bereich, eine ähnlich gute (teilweise auch sogar bessere) Leistung erbringen als ein deutscher Spediteur.)

Sich hier auf die Politik zu verlassen das diese den Transportmarkt wieder Reglementiert halte ich für Äußerst fragwürdig. ( und Aussagen wie "früher war alles besser" bringen uns da auch nicht weiter)


Desweitern tut meiner Meinung nach gerade die deutsche Logistikbranche zu wenig in Sachen nachwuchs dies ist in anderen West Europäischen Ländern durchaus anderest.

Um aber auf die Anfangs gestellte Frage zu antworten: welcher Verlader (und da nehme ich mich nicht aus) macht sich denn bitte Gedanken über die Löhne der Fahrer von Speditionen die er einsetzt so lange die Leistung und der Preis passen ??? Ist ja auch nicht so das man sich Gedanken über die Löhne der Menschen macht die unsere Iphones und unserer flat TVs zusammen bauen.

Gruß
Ndre
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trailerman #6 Link


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Dabei seit: Feb 15, 2006
Beiträge: 359

BeitragVerfasst am: 19 Aug 2014 - 19:05

Der internationale Straßengüterverkehr wird zukünftig von MOE-Transportunternehmen durchgeführt. Mittels Kabotage wird der Preisdruck auf innerstaatliche Verkehre zunehmen. Hier wird es auch zum Einsatz von MOE-Fahrern mit offiziellem Dienstsitze im Osten kommen. In Österreich soll die Entwicklung bereits weit fortgeschritten sein. Niederländische und belgische Gewerkschaften wehren sich - noch - gegen den Trend. Aber warum soll es im Straßengüterverkehr anders zugehen als auf einem Containerschiff?
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betterorange #7 Link


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Dabei seit: Apr 02, 2007
Beiträge: 1183
Ort: Düsseldorf
BeitragVerfasst am: 25 Aug 2014 - 13:59

Du bekommst, was Du bezahlst.

Ist niemand mehr bereit meine Preise zu zahlen, bin ich vom Markt.

Bei ausreichender Qualifizierung und entsprechender Absicherung durch Versicherungsnachweise etc. gilt bei uns ganz einfach der Preis pro Kilometer. Der wird eingekauft. Die Verkäufe liegen dann leicht drüber, der Rest ist Marge.

Zu den Wunschpreisen unserer einheimischen Frachtführer lässt sich nicht mehr viel bewegen.

Wenn das nicht gewollt ist, warum ist es dann zulässig?
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trailerman #8 Link


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Dabei seit: Feb 15, 2006
Beiträge: 359

BeitragVerfasst am: 26 Aug 2014 - 11:46

Stimmt. Dass der Fahrer aus der Mongolei sich hier erst mal etwas orientieren muss, kann man bei seinem Monatslohn tolerieren. In Lettland wurde auch etwas Praktisches erfunden, nämlich, dass die Materialien zur Ladungssicherung der Fahrer selbst kaufen darf, weil der TU nach Rechtsprechung dafür nicht verantwortlich ist. Wir sind also Zeugen der größtmöglichen Steigerung der Verkehrssicherheit im Lkw-Betrieb seit Jahrzehnten.
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