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Ausbildungsplatz große Spedition oder kleine Spedition

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Paul123 #1 Link


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BeitragVerfasst am: 13 Apr 2015 - 19:28

Hallo!

Ich bins wieder. Mein letztes Thema war ja das von dem Einstellungsverfahren bei Schenker in Graz. Das war leider nur bedingt positiv. Obwohl ich ein sehr gutes Gefühl hatte. Bedingt heißt, ich wurde bei Schenker zu einem Vorstellungstermin geladen, ABER nicht in Graz, sondern in einer kleineren Filiale in Salzburg. Und dort will ich eigentlich nicht hin.

Das hieß für mich - weitersuchen. Nach etlichen Bewerbungen kam endliche eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Das lief auch super. Ich wurde ein paar Tage später darüber informiert, dass meine Lehre im Sommer beginnen würde, wenn ich noch interessiert sei. Natürlich bin ich das, also sagte ich zu.

Es handelt sich um eine mittelgroße Spedition, die in Österreich etwa 250 Mitarbeiter hat. Sie war einst nur eine LKW Spedition, mittlerweile aber auch eine Seespedition (allerdings nur in Wien - Donau) und Luftfrachtspedition. Meine Niederlassung ist eine sehr kleine mit weniger als 10 Mitarbeitern. Sie ist direkt bei einem Flughafen mit einem Frachtvorkommen von etwa 10.000 Tonnen (2014).

Jetzt stehe ich in einer Zwickmühle - auf der einen Seite steht der nette kleine Betrieb, der mich sehr nett behandelt hat und von dem ich schon den einen oder anderen mitarbeiter kenne, die auch sehr nett und kompetent wirkten. Auf der anderen Seite die Firma Schenker, die eben auch Vorteile hat (Sicherheit eines großen Unternehmens etc)

Ich persönlich möchte unbedingt in der Stadt bleiben und nicht für Schenker woanders hinziehen. Außerdem ist die Firma zwar klein, aber die Mitarbeiter, die ich bis jetzt kennenlernte, waren total nett zu mir und beschäftigten sich beim Vorstellungstermin sehr lange mit mir. Ich würde total gerne dort lernen, weiß aber nicht, wie die Perspektiven so sind, wenn ich mal mit der Ausbildung fertig bin.

Was ratet ihr mir? Sollte ich die Lehre in der kleinen Spedition machen? Und danach? Zu einer großen wechseln, berufsbegleitend studieren oder doch als einfacher Angestellter dort bleiben?

Übrigens laß ich, dass Speditonen mit Aircargo Abteilung ein wenig besser zahlen. Ist das richtig?

Liebe Grüße
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Robin #2 Link


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Dabei seit: Mar 18, 2015
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BeitragVerfasst am: 14 Apr 2015 - 06:34

Hi Paul, ich bin im zweiten Lehrjahr in einem großen Chemieunternehmen, also keine Typische Spedition, aber bin mit Logistik groß geworden.

Ich würde mal sagen, es hat alles seine Vorteile, aber in einem kleinen Betrieb in dem man alles macht, lernt man oft etwas mehr.

Vielleicht ist das Gehalt etwas schlechter, aber nach der Ausbildung kannst du ja weiter schauen, wo es hingeht (eventuell Studium) oder ob diese Richtung überhaupt was für dich ist.

Schenker ist natürlich ein guter und namenhafter Spediteur, überall vertreten, aber da du nicht umziehen willst, kommt es ja sowieso eher nicht für dich in Frage.

Also ich finde kleine Spediteure zum lernen auf jeden Fall oft besser, vor allem wenn noch ein gutes Betriebsklima vorhanden ist.

Aber alle Angaben von mir ohne Gewähr. ;)

Gruß Robin :)
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Arkranikan #3 Link


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Dabei seit: Feb 24, 2015
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 14 Apr 2015 - 10:00

Hallo Zusammen,

ich kann Robin zum größtenteil Zustimmen, nur hab ich die persönliche Erfahrung gemacht, dass kleinere Betriebe und wenig Personal eine etwas schlechte Komibnation ist.
Meine Kollegen hatten oft mals keine Zeit für mich, da hieß es eigenständig Lernen da stellte ich mir aber auch als Azubi die Frage ''was soll ich den lernen''.
Schenker ist ein großes Unternehmen ich denke an Personal wirds nicht Mangeln aber ich würde mir an deiner Stelle überlegen was für Vorteile und Nachteile dir das jeweilige Unternehmen, ob klein oder groß bringen kann.

Einige Faktoren hat Robin bereit genannt, z.b.: das bei kleineren die Anforderungen auf eine schnelle integration höher ist und das du dadurch schneller was beigebracht bekommst.

Trotzdem wünsch ich dir viel Glück bei Schenker egal wie du dich entscheidest :D

Gruß
Florian
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Paul123 #4 Link


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Dabei seit: Dez 10, 2014
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 14 Apr 2015 - 15:27

Um den Betrieb mal näher zu beschreiben:
Es ist eine schon etwas größere Spedition, allerdings lerne ich in einer kleinen Niederlassung, wie gesagt mit 5-7 Mitarbeitern. Es war mal eine pure LKW Spedition, doch konzentriert sie sich seit etwa 20 Jahren immer mehr auf See- und Luftfracht. Die Firma setzt jährlich fast 200 Millionen € um und an der Niederlassung gibts eine kleine Lagerhalle, allerdings ohne Stapler und ohne wirkliche Logistikfachkräfte, machen also alles die Spedis ;)

Ich habe bei Schenker sehr viel erfahren über den Beruf. Man macht etappenmäßig mal die Seefracht, mal die Luftfracht, mal die Buchhaltung, mal die Personalabteilung etc. Kann mir aber bei so einer Kleinspedition echt nicht vorstellen, wie das ablaufen wird. Was wird mein Alltag sein? Wenn es nicht wirklich Abteilungen gibt sondern nur einen Geschäftsführer, der sich ums Personal und die Finanzen kümmert und einen Mitarbeiterstab, der den Rest erledigt. Wie kann man sich das vorstellen?
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Robin #5 Link


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Dabei seit: Mar 18, 2015
Beiträge: 53
Ort: Hessen
BeitragVerfasst am: 15 Apr 2015 - 06:48

Moin,

also bei einer kleinen Spedition (oft ja auch nur auf einen Verkehrträger spezialisiert), macht man halt alles. Es gibt nicht so einen extremen Ablauf....man bekommt aber auch viel mehr das stressige mit Überstunden versehende Leben eines Spediteurs in solch einer größe der Spedition mit. (Natürlich ist das nicht immer so...kann auch da ganz gediegen und ruhig sein)

Für manche ein Fluch für andere die diesen Beruf, LKW´s und allgemein die Logistik lieben eine gern genommene Belastung.

Ich bin ja auch in einer riesen Bude, aber aus privaten Kreisen kenne ich noch die Disponenten, die auch ab und zu selbst auf dem Bock sitzen oder saßen.... für mich ein Traum. ;)


Aber die Endentscheidung kann dir keiner Abnehmen, da wir ja auch nicht wissen wie es da läuft.

Schenker aufjeden Fall niemals verkehrt, immer eine gute vielseitige Ausbildung. :)
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GizemS #6 Link


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Dabei seit: Apr 03, 2014
Beiträge: 4
Ort: Lindau
BeitragVerfasst am: 15 Apr 2015 - 13:44

Hi,

ich habe meine Ausbildung in einer großen Spedition und habe dadurch nur positive Erfahrungen gemacht. Besonders bei der weiteren Jobsuche. Im Lebenslauf und im Bewerbungsgespräch, kam es immer sehr gut an :)
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Arkranikan #7 Link


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Dabei seit: Feb 24, 2015
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 16 Apr 2015 - 11:28

Hi Paul123,

wenn du vl. noch die Möglichkeit hast ein oder zwei Tage dort ein Praktikum zu machen kriegst du vielleicht ein besseres gefühl wo du hinpasst.

Wäre jetzt noch ne Idee meinerseits.

Gruß
Florian
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Paul123 #8 Link


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Dabei seit: Dez 10, 2014
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 20 Apr 2015 - 00:04

Danke an alle für die Antworten.

Ich habe mich entschieden - ich werde die Ausbildung bei der kleinen Spedition machen. Leider kann ich nicht verkürzen - mein Arbeitgeber ist der Meinung, mir würde zu viel in der Berufsschule entgehen. Allerdings kann ich nach den drei Jahren auch eine Lehrabschlussprüfung als Betriebslogistiker machen - hab also zwei Berufe in drei Jahren gelernt.

Letztendlich hat mich die Firma insofern überzeugt, dass sie ein kleines aber feines Luftfrachtunternehmen ist. Sie haben zwar viele LKWs, aber durch die Lage der Spedition (direkt am Flughafen) hat man auch den einen oder anderen Flieger. Und das ist für mich sehr interessant. Des weiteren waren die Mitarbeiter, die ich bis jetzt kennenlernen konnte, sehr nett. Ich denke auch, dass ich mich in einem kleinen Team wohler fühle. Was mich auch überzeugt hat, war dass diese Spedition mir das Gefühl gegeben hat, ein wichtiger Bestandteil der Firma zu sein. Sie wollten mich unbedingt.

Nach der Ausbildung stehe ich wieder vor der Entscheidung - entweder bei der Firma bleiben, oder wechseln. Oder aber - und das ist die wohl beste Option - ich studiere berufsbegleitend Logistikmanagement. Dazu müsste ich allerdings den Speditionen den Rücken kehren, immerhin ist ein Studium nicht mit einem Beruf zu vereinen, bei dem man unregelmäßige Arbeitszeiten hat.

Im Endeffekt bin ich richtig, richtig froh, eine Lehrstelle zu haben. Man möchte garnicht glauben, wie schwierig es ist, als 21 Jähriger noch eine geeignete Lehrstelle zu bekommen, vor allem als Abgänger einer AHS, die wirklich nur eine Grundlage für ein Studium bietet. Zwar ist man als ausgebildete Kraft am Arbeitsmarkt nicht aussergewöhnlich viel wert - dazu fehlt ein Studium in den meisten Fällen - aber ein vielfaches mehr wert, als eine ungelernte Kraft. Ich denke auch, dass man mit dem Geld, das Speditionen bezahlen, in Ländern wie D oder Ö relativ gut leben kann.

Trotzdem möchte ich früher oder später einmal Karriere machen. Ich will die Welt sehen, möchte nach Asien, Afrika oder sonstwo hin. Ich habe gelesen, dass die Niederlassungen großer Speditionen in Afrika eher deutsche Führungskräfte haben, da die Bildungsqualität in manchen Ländern nicht auf dem Level ist, wie in Deutschland (politisch korrekt formuliert). Meint ihr, man muss studieren, um mal zu so einer Stelle zu kommen?

Achja und gibt es jemanden, der bei einer Airline als Cargo Agent arbeitet? Mein Schwager arbeitet bei Turkish Airlines als Cargo Agent am Flughafen Wien/Schwechat und soll nicht schlecht verdienen. Allerdings kann ich mir darunter so garnichts vorstellen..
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Robin #9 Link


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Dabei seit: Mar 18, 2015
Beiträge: 53
Ort: Hessen
BeitragVerfasst am: 20 Apr 2015 - 06:36

Dann mal viel Glück und Spaß ;)

Und du kannst auch als normaler Spedi über die Spedition ins Ausland gehen, die Tätigkeit ist ja nicht großartig anders (gut Englisch oder vlt. noch die Sprache des Landes kann nicht schaden).

Das mit der Welt sehen und reisen, würde ich am liebsten jeden Tag. :D
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