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Ausfuhr in verschiedene Länder mit gleichem HS-Code

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cbmj #1 Link


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Dabei seit: Mai 07, 2015
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 07 Mai 2015 - 13:13

Hallo zusammen,

ich bin neu in der Zollwelt und habe folgendes Problem:

Wir wollen in folgende Länder exportieren: China, Brasilien, Mexiko, Japan, Korea.

Nun wollte ich mit ezt-online die jeweiligen Einfuhrzölle heraussuchen, um eine grobe Kostenabschätzung zu machen.
Die Produkte habe ich mit der 8-stelligen deutschen Zolltarifnummer gesucht. Da ja aber nur die ersten 6 Ziffern standardisiert sind, ist kommt es nun manchmal vor, dass ich die betreffende Zolltarifnummer bei dem Importland nicht finden kann.

Was macht der Zoll im jeweiligen Land dann?
Müsste ich Lieferland-spezifische HS-Codes vergeben, damit der jeweilige Zoll keine Probleme hat? Wie macht ihr das?

Ich hoffe mein Anliegen ist verständlich - falls nicht bitte nachfragen :) Vielen Dank im Voraus.

viele Grüße
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waldorf #2 Link


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Beiträge: 1209

BeitragVerfasst am: 07 Mai 2015 - 13:31

1. EZT-Online liefert dir keine Infos über die Einfuhrbestimmungen der Exportländer. Da musst du in der "Market Access Database" nachsehen.
2. Der 6-Steller sollte ausreichen, den dortigen Einfuhrzoll zu erfahren. Es gibt nur selten Ausnahmen.
3. Die Angabe der Zolltarifnummer in den Handelspapieren ist nicht vorgeschrieben. Du kannst sie angeben, wenn du dem Empfänger helfen und die Zollabfertigung beschleunigen willst. Dazu solltest du aber deine Waren und Tarifnummern besser kennen als der Empfänger. Faustregel: bist du der große Hersteller und lieferst an einen kleinen Kunden: OK. Bist du ein kleiner Lieferant und lieferst an einen Großen: nicht unbedingt notwendig bzw. gibt der dir schon die Nummer vor, die er will.
4. Als Hilfeleistung reicht die Angabe des deutschen 8-Stellers völlig aus. Es ist dir freigestellt, auch die Nummer des Ziellandes anzugeben. Wir tun das in Märkten mit grossem Volumen.
5. Um Kritikern und Tarifierungsfetischisten zuvor zu kommen: es kann natürlich sein, dass Waren im Zielland anders eingereiht werden, weil der Zoll und/der der Empfänger da anderer Meinung ist. Das kommt aber relativ selten vor.
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cbmj #3 Link


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Dabei seit: Mai 07, 2015
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BeitragVerfasst am: 07 Mai 2015 - 14:29

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Ich hätte noch eine weiterführende Frage:
ich habe mir das Freihandelsabkommen mit Korea angeschaut dabei auf die Präferenzkalkulation geschaut.

Bei manchen HS-Codes sind 45% und bei anderen 50% Wert der Vormaterialien vorgegeben.
Wie ist die Präferenzkalkulation bei Ländern, mit denen kein Freihandelsabkommen besteht bzw. wie wird diese generell durchgeführt?
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Zollfragen #4 Link


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Beiträge: 74

BeitragVerfasst am: 07 Mai 2015 - 14:32

Zitieren::
4. Als Hilfeleistung reicht die Angabe des deutschen 8-Stellers völlig aus. Es ist dir freigestellt, auch die Nummer des Ziellandes anzugeben. Wir tun das in Märkten mit grossem Volumen.

Hallo Waldorf,

darf ich fragen wie ihr die Angaben in der Rechnung macht? Ist das nicht verwirrend zwei ZTN´s anzugeben? Auch für den abfertigenden Zoll in D? Woher bekommst du die ZTN aus dem Zielland? Gibt es da nicht beim Import noch mehr Probleme wenn du auf den Papieren schon 2 ZTN´s angegeben hast und der Zöllner noch eine andere haben will?

Gruß

Zollfragen
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waldorf #5 Link


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Dabei seit: Jul 23, 2007
Beiträge: 1209

BeitragVerfasst am: 08 Mai 2015 - 08:12

cbmj wrote:
....
Wie ist die Präferenzkalkulation bei Ländern, mit denen kein Freihandelsabkommen besteht bzw. wie wird diese generell durchgeführt?

Ganz einfach: wenn keine Freihandelsabkommen bestehen, gibt es keine Zollpräferenz und folglich brauchst du auch keine Präferenzkalkulation.

Generell wird bei eine Präferenzkalkulation die Stückliste gegen die Ursprungsregel (idR %-ale Wertsteigerung oder "Tarifsprung") verprobt. Das setzt voraus, dass du den präferentiellen Status aller Stücklisten-Bestandteile kennst und pflegst. Der Aufwand dafür ist sehr hoch, die erforderliche Software kostet. Ich kann nur empfehlen, eine saubere Kosten-/Nutzen-Analyse zu machen. Ggf. ist es billiger, etwas höhere Zölle zu zahlen, als viel Geld in einer Präferenzorganisation zu investieren. Es soll Unternehmen geben, die das nie sauber gemacht haben und jetzt 100.000 EUR p.a. in das Thema investieren, damit sie in der Schweiz 10.000 sfr sparen - das ist dumm !


Zuletzt bearbeitet von waldorf am 08 Mai 2015 - 08:25, insgesamt einmal bearbeitet
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waldorf #6 Link


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Beiträge: 1209

BeitragVerfasst am: 08 Mai 2015 - 08:18

Zollfragen wrote:

darf ich fragen wie ihr die Angaben in der Rechnung macht? Ist das nicht verwirrend zwei ZTN´s anzugeben? Auch für den abfertigenden Zoll in D? Woher bekommst du die ZTN aus dem Zielland? Gibt es da nicht beim Import noch mehr Probleme wenn du auf den Papieren schon 2 ZTN´s angegeben hast und der Zöllner noch eine andere haben will?

Wir geben dann nur die ZTN des Bestimmungslandes an, nicht beide. Wir melden im ZA-Verfahren - weder Ausgangs- noch Ausfuhrzollstelle schauen sich im Regelfall die Rechnungen an - und eine ZTN ist keine Pflichtangabe in der Rechnung. Die ausländischen ZTN beziehen wir von einem Content Provider (Mendel Verlag) und spielen die im SAP - Materialstamm für das jeweilige Land (SAP-Werk) ein.
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