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Internationaler Versand, wer bezahlt Lagerkosten?

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mrgoodkat #1 Link


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Dabei seit: Jun 08, 2016
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 08 Jun 2016 - 08:14

Hallo Liebe Forumgemeinde,

Ich hoffe Ich bin hier im richtigen Forum.

Ich habe Anfang dieses Jahres in Deutschland Ware fuer 30.000 Euro bestellt und auch schon bezahlt. Die Ware wurde per Containerschiff ins Ausland versandt. Die Lieferung hat sich immer wieder verzoegert und Ich wurde erst informiert als die Ware schon unterwegs war.
Ich bin Privatkunde und die Ware wurder DAP (Delivery at premises) delivery place meine Privataddresse versandt. Es ist das erste mal das Ich etwas per Seefracht erhalte. Leider bin Ich zur Zeit nicht zu Hause und kann es nicht annehmen. Jetzt kommen ungefaehr 4.000 Euro Lagerkosten hinzu. Wer hat die zu tragen? Der Verkaeufer hat das Logistikunternehmen informiert das er fuer die Kosten nicht aufkommen wird. Ich moechte logischerweise auch nicht dafuer aufkommen. Ich habe ja nocht nichtmal einen Vertrag mit dem Logistikunternehmen. Auf dem Lieferschein ist kein Lieferdatum angegeben. Auf meiner Rechnung steht auch Lieferung an meine Privataddresse.

Vielen Dank
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Chev #2 Link


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Dabei seit: Apr 10, 2009
Beiträge: 506

BeitragVerfasst am: 08 Jun 2016 - 08:33

Folgende Hintergrundinformationen wären interessant, um eine Einschätzung versuchen zu können:

1. Wo sind die Lagerkosten entstanden?
2. Wie setzen sich die 4.000 EUR zusammen?
3. Was sind die Gründe für die Zwischenlagerung(en)?
4. Wer hat die Zollabfertigung im Importland durchgeführt?
5. Gab es bei der Zollabfertigung ggf. Probleme oder Verzögerungen?
6. Sprechen wir über komplette Container oder LCL-Ware?
7. In welches Land und über welchen Eingangsseehafen wurde verschifft?
8. An welchen Bestimmungsort im Inland wurde zugestellt bzw. soll noch zugestellt werden?
9. Was heißt: "Leider bin Ich zur Zeit nicht zu Hause und kann es nicht annehmen" --> welcher Zeitraum ist betroffen?
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betterorange #3 Link


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Dabei seit: Apr 02, 2007
Beiträge: 1192
Ort: Düsseldorf
BeitragVerfasst am: 08 Jun 2016 - 09:41

Hallo,

mit dem Avis hat der Dienstleister seine Pflicht getan.

Die Zollabwicklung und der Kontakt vor Ort im Ankunftlsand unterliegt bei der gewählten Frankatur dem Empfänger.

Wenn Du Dich nicht darum gekümmert hast, die Ware nach Eingang unmittelbar zu verzollen, so stellt das jetzt erst einmal eine Erfahrung dar, die Du gemacht hast.

Ob Du Privatmann bist oder Gewerblich tätig spielt keinen Unterschied, Wer auftritt wie ein Geschäftsmann und Waren bestellt wie ein Geschäftsmann muss auch als solcher handeln.

Wenn Du für Deine Abwesenheit keine Vorkehrungen getroffen hast, ist das sicher nicht in der Verantwortung vom Frachtführer, Reeder oder seinen Gehilfen.

Also geh moderat an die Sache heran und versuche Dich zu einigen.

Viel Glück.
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mrgoodkat #4 Link


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Dabei seit: Jun 08, 2016
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 08 Jun 2016 - 15:09

Vielen Dank fuer die Antworten.

Die Ware ist 9 Kubikmeter und die Kosten entstehen weil Ich die Ware nicht annehmen kann da Ich im Urlaub bin. Es wird alles 2 Wochen bei der Spedition gelagert. Die Ware ist schon vom Schiff und durch den Zoll. Hat alles der Haendler organisiert. Ich habe nur eine Kopie vom Lieferschein und sonst keine Dokumente.

Die Ware wurde ausschliesslich an Privat verkauft und Ich musste dem Haendler versichern das Ich nicht Gewerblich handle.

Ware wurde nach Hong Kong verschifft und als Lieferort wurde meine Wohnung angegeben. Also Lieferung bis vor die Haustuer.
Ich wurde erst informiert als die Ware schon unterwegs war.
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MagNet-99 #5 Link


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Dabei seit: Jun 16, 2006
Beiträge: 2605
Ort: In the middle of nowhere
BeitragVerfasst am: 09 Jun 2016 - 11:39

So leid es mir tut, Du bezahlst gerade Lehrgeld......
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Chev #6 Link


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Dabei seit: Apr 10, 2009
Beiträge: 506

BeitragVerfasst am: 09 Jun 2016 - 19:57

Bei 9 cbm gehe ich davon aus, dass es sich um eine LCL-Sendung handelt und die Ware aus dem Container im Bestimmungsseehafen dekonsolidiert wurde, nun auf Zustellung ("letzte Meile") oder in Fachkreisen auch "Nachlauf" genannt, bis zur Haustür wartet - dieses jedoch aber aufgrund der Nicht-Erreichbarkeit bislang nicht organisiert werden konnte und daher die Sendung beim Spediteur zwischengepuffert wird...

Ich denke, dass hier Lagerkosten und die Rechnungsstellung an den Empfänger durchaus gerechtfertigt ist.
Dass es nun Sage und Schreibe 4.000 EUR sein sollen, wundert mich doch aber sehr stark. Wie setzen sich die 4.000 EUR auf der Rechnung zusammen?? Oder ist einfach nur "STORAGE = 4.000 EUR" ausgewiesen? Das wäre völlig inakzeptabel...
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mrgoodkat #7 Link


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Dabei seit: Jun 08, 2016
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 12 Jun 2016 - 09:05

Die Kosten sind gelistet als umgerechnet 27 EUR x 9.5 cubic x 15 days
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Chev #8 Link


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Dabei seit: Apr 10, 2009
Beiträge: 506

BeitragVerfasst am: 12 Jun 2016 - 15:20

27 EUR je cbm/Tag sind nicht gerechtfertigt. Das sollte jeder Spediteur dieser Welt, egal von welcher geographischen Region wir sprechen, für max. 2-3 EUR anbieten können. Und dann ergibt sich plötzlich auch ein ganz anderer Gesamtrechnungsbetrag, den ich hier erwarten würde.

27 EUR wären für mich der Monatspreis oder für 2 Wochen je cbm, ganz sicher aber nicht der Tagessatz.

Solche Kosten würde ich unmissverständlich reklamieren bzw. ablehnen.
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cobra9.0 #9 Link


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Dabei seit: Mar 19, 2012
Beiträge: 231

BeitragVerfasst am: 13 Jun 2016 - 07:41

Also, ohne die genauen Hintergründe zu kennen, würde ich mich sehr schwer damit tun zu behaupten, die Kosten sind nicht gerechtfertigt.

Es handelt sich mit Sicherheit um Zollgut und die Aussage, dass sich der überseeische Verkäufer bei DAP (welcher Ort?) die Importzollabfertigung in die EU inkl. EUSt und Zoll übernommen hat, wage ich mal zu bezweifeln.

Hinzukommt, dass man die - in diesem Forum ja bereits diverse Mal diskutierten - Machenschaften (Stichwort: Kick-Back-Zahlungen) in den Abgangsländern nicht vergessen sollte. Außerdem handelt es sich um eine Privatperson, d.h. für den überseeischen NVOCC ist das ein Einmalkunde und damit i.d.R. nicht weiter interessant.
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Chev #10 Link


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Dabei seit: Apr 10, 2009
Beiträge: 506

BeitragVerfasst am: 13 Jun 2016 - 08:26

Evtl. weitere Hintergründe wurden ja bislang leider nicht genannt. Habe ja oben explizit danach gefragt, aber in Summe sind hier die Informationen doch eher schwammig. Ich denke, um den Fall konkret beleuchten zu können, müsste man konkret angeben, an welchen Orten wann was und warum gelagert wurde und wer die Lagerung zu verantworten hat.

Vorher sind keine Rückschlüsse möglich.

Nichtsdestotrotz würde ich - auf Basis der bislang erhaltenen Informationen (Lagerung wegen Nicht-Erreichbarkeit des Empfängers) - eine Rechnung über mehrere 1.000 EUR für ein paar cbm über 2 Wochen nicht akzeptieren und an den Rechnungssteller hochachtungsvoll zurücksenden, da die Forderung zur erbrachten Leistung in keinem Verhältnis steht...
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