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Ermittlung des Ursprungs von Set-Artikeln


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Arnd #16 Link


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Dabei seit: Jun 22, 2011
Beiträge: 168
Ort: Bremen
BeitragVerfasst am: 01 Jun 2017 - 07:38

Chev wrote:
Mir ging es in 1. Linie, [...] um Praxisbeispiele bzw. Handhabungen anderer ähnlicher Fälle mit meinem zu vergleichen bzw. dagegen zu halten.

Unsere Praxis: Wenn wir eine Warenzusammenstellungen haben, dann hat diese für uns eine ZTN und auch nur einen Ursprung. So steht diese dann auch gleichlautend als eine Position in ABD und UZ, ohne auf die einzelnen Komponenten einzugehen.
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Chev #17 Link


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Dabei seit: Apr 10, 2009
Beiträge: 541

BeitragVerfasst am: 05 Jun 2017 - 17:51

Danke euch, Quack und Arnd für die Antworten.

Jetzt sind wir auch dort, wo ich hin wollte :-)

Dennoch verstehe ich auch eure (inkl. Waldorfs) zusätzlichen Anmerkungen und Hinweise.
Da es aber aktuell bei uns kein Thema ist und die Richtigkeit der Tarifierung & Einstufung als Warenzusammenstellung intern nicht zur Diskussion steht (wie gesagt, Entscheidung wird an anderer Stelle getroffen), nehme ich das auch erstmal so hin. Vielleicht wird das ja irgendwann nochmal zum Thema.
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eaglestef #18 Link


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Dabei seit: Sep 15, 2016
Beiträge: 71

BeitragVerfasst am: 07 Jun 2017 - 10:28

Hi Chev,

ich sehe es wie Walfdorf. Im UZK konnte ich eine Stellen finden, in denen der nicht-präferenzielle Ursprung
für Warenzusammenstellungen definiert ist. Allerdings gibt es bei der IHK (ähnlich wie beim Zoll) interne Verfahrensanweisungen (vergleichbar mit der VSF-Datenbank). Leider sind diese nicht einsehbar.

Meines Wissens ist es entscheidend, ob es sich um ein Warensortiment oder eine Warenzusammenstellung handelt. Für beide gibt es (glaube ich) eigene Kriterien. Die Frage ist halt nur, wenn Du die Frage so direkt an die IHK stellst, ob sich dann die IHK nicht zu genau für das Thema interessiert und die ein oder andere Frage an dich hat.
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Franzii #19 Link


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Dabei seit: Mar 30, 2016
Beiträge: 9
Ort: Oberrhein
BeitragVerfasst am: 13 Sep 2017 - 11:17

Hallo zusammen,

zum Thema Ermittlung des Ursprungs von Set-Artikeln habe ich auch eine Frage:
Ich habe einen Verkaufsartikel, bestehend aus zwei Komponenten – zerlegt (beide Komponente haben die gleiche Tarifnummer).
Vom Kunden werden diese Komponenten zusammengefügt und im Endartikel verbaut.
Beide Artikel erfüllen die gleiche Funktion, der Wert unterscheidet sich minimal.
Eine der Komponenten hat Ursprung in DE, die andere Komponente Ursprung in CN.

Welchen Ursprung bekommt nun mein Verkaufsartikel? Den Ursprung der Komponenten mit dem höheren Warenwert?
Wäre die Funktion unterschiedlich, ging es dann um die Funktion und nicht um den Wert?
Oder ist dieser Verkaufsartikel ein Set und ich muss die Komponenten bzw. den Ursprung einzeln nennen?

Danke und Grüße
Franzii
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Chev #20 Link


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Dabei seit: Apr 10, 2009
Beiträge: 541

BeitragVerfasst am: 13 Sep 2017 - 18:13

Hi Franzii,

das ist nach meiner Auffassung keine Warenzusammenstellung, aufgrund des K.O.-Kriteriums:

Zitieren::

...(beide Komponente haben die gleiche Tarifnummer)

Eine Warenzusammenstellung muss aus mindestens zwei verschiedenen Waren bestehen, für deren Einreihung unterschiedliche Positionen in Betracht kommen.

Somit musst du aufgrund des unterschiedlichen Ursprunges die Komponenten zollseitig einzeln erfassen und den jeweiligen Ursprung separat ausweisen.

Wenn es eine Warenzusammenstellung gewesen wäre, hätte das gesamte Set den Ursprung des charakterbestimmenden Anteils (=der Bestandteil, welcher i. d. R. den höchsten Wert ausmacht) bekommen.
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Franzii #21 Link


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Dabei seit: Mar 30, 2016
Beiträge: 9
Ort: Oberrhein
BeitragVerfasst am: 14 Sep 2017 - 11:30

Hallo Chev,

danke für deine Hilfe.
Das habe ich mir schon fast gedacht.

In meinem System bekomme ich solche Sets mit verschiedenem Ursprung nicht abgebildet.
Ich könnte vielleicht mit zusätzlichen Texten arbeiten, was einen enormen Pflegeaufwand bedeutet.

Wie handhaben das denn andere?

Danke und Grüße
Franzii
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waldorf #22 Link


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Dabei seit: Jul 23, 2007
Beiträge: 1225

BeitragVerfasst am: 14 Sep 2017 - 12:50

Franzii wrote:
Wie handhaben das denn andere?


Gute Frage.
Dein Problem entsteht immer dann, wenn ich ein Set habe, dass zollrechtlich keine "Warenzusammenstellung" ist. Dann entsteht immer eine Diskrepanz zwischen interner Abbildung (eine Ware mit einer Artikelnummer / eine Rechnungsposition) und Zollanforderung (x Waren mit x Zolltarifnummern / x Rechnungs- und Zollanmeldepositionen). Häufig sind die einzelnen Bestandteile des Sets nicht separat im ERP angelegt, weil es einzeln nicht gehandelt werden. Somit fehlen alle Daten, insbesondere Preise. Selbst wenn ich die Daten habe, muss ich eine Artikelnummer in x "künstliche" Unterpositionen splitten.

Ich kenne kein ERP-System, dass das im Standard abbildet. Also ist hoher interner Aufwand erforderlich. Das Ergebnis wäre dann zwar zollrechtlich richtig. Die Dokumente (von denen einige die kaufmännischen Waren & Mengen und einige die "Zollwaren und -mengen" abbilden) werden u.U. aber so unübersichtlich, dass sie kaum noch nachvollziehbar werden. Ich ver/kaufe nämlich kaufmännisch eine Ware/Artikelnummer, ex/importiere aber x Waren. Da stimmt auf den ersten Blick nichts mehr überein. Spediteure, Zollbroker, Kunden, Zollbehörden verstehen das häufig nicht. Dabei darf man nicht nur an die verhältnismäßig gut ausgebildeten dt. Zöllner denken, sondern auch an deren Kollegen in China, Russland, USA oder Burkina Faso.

Da kann man durchaus zum Ergebnis kommen, dass eine zollrechtlich richtige Abbildung mehr Probleme hervorrufen könnte, als eine falsche. Ob ich den individuellen Aufwand betreibe, hängt sicherlich auch davon ab, wie häufig solche Fälle vorkommen bzw. wie viele derartige Produkte ich habe. Sicherlich spielt es auch eine Rolle, ob die Bestandteile des Sets gleichen oder unterschiedlichen Zollregelungen unterliegen.
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Chev #23 Link


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Dabei seit: Apr 10, 2009
Beiträge: 541

BeitragVerfasst am: 27 Nov 2017 - 22:28

Die gängigen ERP-Systeme sollten die Möglichkeit bieten, Unterpositionen nicht nur versteckt (in der Stückliste) abzubilden, sondern auch vertriebsseitig - z. B. in Angeboten, Aufträgen, Rechnungen, etc. sichtbar zu machen.

Das sieht dann so aus:

Pos. 10 = Set XYZ
Pos. 11 = Bestandteil X
Pos. 12 = Bestandteil Y
Pos. 13 = Bestandteil Z

Pos. 20 = Artikel 2
Pos. 30 = Artikel 3
usw.

Pos. 10-13 ist mein Set und 11-13 sind untergeordnete Positionen von Pos. 10.

Bein einer Warenzusammenstellung gebe ich Pos. 10 einen gemeinsamen Ursprung und eine gemeinsame ZTN, sowohl auf der RG als auch im ABD (1 ABD-Position). Die Unterpositionen 11-13 kann ich trotzdem auf der RG andrucken, dann aber ohne Ursprungs- und ZTN-Angabe.

Habe ich keine zollrechtliche Warenzusammenstellung, zerlege ich das Set zollseitig in seine Bestandteile und vergebe ZTN und Ursprünge auf Unterpositionsebene. Im ABD habe ich somit 3 Positionen. Auf der RG weise ich für die Unterpositionen 11-13 separate Ursprungs- und ZTN-Angaben aus. Pos. 10 hingegen bleibt hier ohne Ursprungs- und ZTN-Angabe, dient nur als Platzhalter/Verkaufsartikel/Oberbegriff. Die Systematik ist hier also genau gegenteilig zur Warenzusammenstallung.

Systeme, die das unterstützen, müssen entsprechend eingestellt sein.
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waldorf #24 Link


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Dabei seit: Jul 23, 2007
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BeitragVerfasst am: 28 Nov 2017 - 10:57

Hallo Chev,

die gängigen ERP-Systeme bieten das nicht und lassen sich Anpassungen teuer bezahlen.
Das Ergebnis sind dann Rechnungen u.a. Dokumente, die zwar zollrechtlich richtig sind, aber kaufmännisch abweichen.
Ich kaufe/verkaufe 1 Ware, importiere/exportiere aber x Waren. Das sollen dann alle Beteiligten (Verkäufer, Käufer, Spediteure, Zollbehörden im In-/Ausland, Banken, andere bei Ein-/Ausfuhr beteiligte Behörden) auch noch verstehen - tun sie aber häufig nicht (s. auch mein Beitrag vom 14.9.). Ganz lustig wird es, wenn die Zollbehörden in DE und die im Versand-/Empfangsland noch unterschiedliche Meinungen über die Einreihung von Sets haben.
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Chev #25 Link


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Dabei seit: Apr 10, 2009
Beiträge: 541

BeitragVerfasst am: 28 Nov 2017 - 19:59

Hi Waldorf,

ja, ist richtig. Es bleibt ein komplexes Thema und ich möchte mich korrigieren, dass nicht "gängige" sondern "einige" ERP-Systeme sog. "Vertriebsstücklisten" abbilden können und das wollte ich nur erläutern.

Die Themen bzgl. "erschwerte Importabwicklung des Kunden" usw. sehe ich noch nicht. Zunächst muss ja erstmal überhaupt das Ziel erreicht werden, exportseitig sauber und zollrechtlich korrekt zu arbeiten. Was bringt es mir, wenn ich die beste Lösung für die Importabwicklung suche, dann aber die Zollabwicklung im Export nicht korrekt abbilde?

Ich würde gerne noch einmal auf das Beispiel zurück kommen:

Zitieren::

Ich habe einen Verkaufsartikel, bestehend aus zwei Komponenten – zerlegt (beide Komponente haben die gleiche Tarifnummer).
Vom Kunden werden diese Komponenten zusammengefügt und im Endartikel verbaut.
Beide Artikel erfüllen die gleiche Funktion, der Wert unterscheidet sich minimal.
Eine der Komponenten hat Ursprung in DE, die andere Komponente Ursprung in CN.

Habe ich keine systemischen Möglichkeiten, dieses abzubilden (z. B. mit Unterpositionen), bleibt mir nur die Variante, weiter mit dem Set-Verkaufsartikel zu arbeiten. Sprich: Ich behandele das Set trotz gleicher ZTN als Warenzusammenstellung und vergebe dem Set einen Ursprung (DE oder CN, je nachdem, welche der beiden Komponenten den höheren Wert hat). Dieses ziehe ich dann durch alle Dokumente: Angebot, Auftrag, Rechnung, ABD, UZ, usw.
Möchte ich jedoch vorschriftsmäßig 100%ig korrekt handeln, bleibt mir ansonsten nur noch die Möglichkeit, die Set-Artikel, welche keine zollrechtliche Warenzusammenstellung darstellen, nur noch einzeln zur verkaufen, um die einzelnen Positionen korrekt abbilden zu können.
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