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Ursprungszeugnis Türkei

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PHLGOOD #1 Link


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Dabei seit: Feb 08, 2012
Beiträge: 14
Ort: Cologne
BeitragVerfasst am: 24 Okt 2017 - 08:41

Schönen guten Morgen zusammen,

sicherlich sind Probleme bezüglich Exporten in die Türkei einigen bekannt.
In der Vergangenheit waren/sind AT.R`s ausreichend für Exporte in die Türkei gewesen, doch seit einigen Monaten wünscht unser Partner pro Sendung jeweils ein Ursprungszeugnis. Jedoch kann dies nirgends nachgewiesen warden und auch die IHK meldet weiterhin ein AT.R als ausreichend.

Nun drehen wir uns seit Monaten im Kreis. Wir möchten weiterhin mit AT.R versenden. Partner besteht auf ein Ursprungszeugnis. Für einen Monat konnten wir ein "blanko" UZ, ohne Charge oder LS-Nr. verwenden, doch auch dieses wurde vor einigen Tagen revidiert und ein sendungsspezifisches verlangt.

Gibt es einen expliziten Gesetzestext zu diesem Thema ? Oder sitzt am Ende der türkische Zoll am längeren Hebel weil es eben der Zoll ist ?

Viele Grüße
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Chev #2 Link


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Dabei seit: Apr 10, 2009
Beiträge: 541

BeitragVerfasst am: 24 Okt 2017 - 11:54

Ursprungszeugnisse können in jedem Drittland für den Import der Ware notwendig sein. Das ist dann abhängig von den Importvorschriften des jeweiligen Drittlandes.

Ein Ursprungszeugnis dient zum Nachweis des exakten handelspolitischen Ursprungs der Ware.

Das A.TR hingegen dient nicht als Ursprungsnachweis sondern vielmehr als Warenverkehrsbescheinigung für den zollfreien Handel zwischen der EU und der Türkei.
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Erzi4 #3 Link


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Dabei seit: Dez 02, 2008
Beiträge: 324

BeitragVerfasst am: 26 Okt 2017 - 17:03

Hallo zusammen,

die Türkei hat inzwischen sehr gut verstanden, dass sie durch die Zollunion mit der EU benachteiligt werden. Werden Waren z.B. aus Mexiko zuerst mit EUR.1 zollfrei in die EU eingeführt, können sie anschließend als Ware des zollrechtlich freien Verkehrs zollfrei mit A.TR in die Türkei importiert werden. Bei einer direkten Lieferung Mexiko-Türkei hätte die Türkei jedoch Zoll erheben können.

Dass man den Zoll verliert, haben die Türken 1995 (als die Zollunion in Kraft trat) auch schon gewusst, damals aber akzeptiert. Dieses ist aufgrund der aktuellen politischen Landschaft jedoch inzwischen nicht mehr so. Man traut sich jedoch noch nicht, die Zollunion zu kündigen. Statt dessen werden die Regeln "hinten herum" ausgehebelt. Über die Forderung nach einem UZ (ohne jegliche Rechtsgrundlage), will der Türke sehen, ob es sich um Waren drittländischen Ursprungs handelt. Ist das der Fall, so habe ich insbesondere bei Waren koreanischen Ursprungs gehört, dass die Türkei dann die A.TR nicht anerkennt und Zoll erhebt (natürlich ebenfalls ohne rechtliche Grundlage). Das ist im Moment die Politik...

Grüße
Erzi4
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Dabei seit: Apr 10, 2009
Beiträge: 541

BeitragVerfasst am: 26 Okt 2017 - 20:03

Sehr interessanter Punkt, den ich auf jeden Fall weiter verfolgen werde. So weit - im Bezug zu aktuellen politischen Fragen - hatte ich das noch nicht betrachtet...
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