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Transportrecht, wer zahlt nun die Fracht?

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BeitragVerfasst am: 30 Apr 2012 - 07:23

Guten Morgen zusammen,

folgender Fall:

Kunde A gibt Auftrag, bei B Ware abzuholen: 4 Colli-Sendung und zu sich zu verbringen.
Bei Abholung wird der Auftrag (4 Colli angegeben) vorgezeigt, 5 Colli werden aber mitgegeben und vom Absender als richtig erklärt.

A gehört das 5te Colli , nach Prüfung, natürlich nicht...

Ja, nun werden einige sagen "da hätte man sich beim Auftraggeber rückversichern müssen!" bitte die Theorie bei Seite! Jeder weis wie es in der Praxis läuft.

Ich hoffe auf fundierte, rechlich vertretbare Beiträge und wünsche Euch eine schöne, (kurze :-) ) Woche

Halloween

PS: Ach ja, nicht erwähnenswert, dass ich gerne meinen Kunden raushalten und also den Absender regressieren/belasten möchte.
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MagNet-99 #2 Link


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BeitragVerfasst am: 30 Apr 2012 - 14:49

Hallo Halloween,

Du hast sofern Du Spediteur C bist, einen Frachtvertrag mit Kunde A geschlossen. Nur mit diesem hast Du einen Rechtsbeziehung und kannst auch nur diesen Belangen.

Sofern Dich keine Schuld trifft, steht Dir das Leistungsentgelt von Kunde A für den gesamten Transport zu sofern es keine Vereinbarung gibt, bei Abweichung von den Auftragsvolumina Weisung einzuholen. Um das zu verdeutlichen: Wenn Du 3 Paletten abholen sollst und B will 20 Paletten verladen, machst Du da einfach so mit ? Oder holst Du Weisung ein ? Im Paketgeschäft ist das ganze trivialer, weil es oft vorkommt das Sendungsgrößen abweichen, diese aber nicht gleich das Fahrzeug platzen lassen. War denn das fünfte Paket für den Kunden A adressiert oder alle 5 Kartons mit Klebeband o.ä. zu einer Sendung zusammengefasst ? War das fünfte Paket an eine andere Firma als Kunde A adressiert, liegt der Fehler mE bei dir bzw. dem abholenden Fahrer. In der Schnittstelle muss von beiden Seiten kontrolliert werden.

Gruss
MagNet-99
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BeitragVerfasst am: 04 Mai 2012 - 08:12

Hallo MagNet-99,

erst mal danke für Deine ausführliche Antwort!

Ja, ich bin C; aber wurde die Abholung durch uns an D weitergegeben.
Und jetz kommt die Auflösung:

D hatte einen weiteren Auftrag - eben 5tes Colli - und hat das falsch gelabelt.
OK, Verursacher gefunden, Fall gelöst.

Interessant wäre jedoch, wie Deine/Eure Meinung zum Fall ist, wenn die Ware vom Hotel falsch mitgegeben wurde - eben unter diesem Aspekt, dass mind. 1/3 der Aufträge im KEP-Geschäft, vom eigentlichen Volumen abweichen (wenn´s reicht...).

Nicht zusammengefasst, ohne Label / Adressdaten

Ist das dem Spediteur zuzumuten, bei kleinsten Abweichungen, jedes Mal Rücksprache halten zu müssen.

Ich meine, dass dies nicht im Verhältnis steht: ein 90,- € Auftrag gegen Standgeld, Kommunikationskosten, etc. und: wer zahlt das dann?


Dein Beispiel mit den Pal leuchtet wohl jedem ein, aber 4 zu 5 kleine Packer´l?

Beste Grüße, Halloween
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MagNet-99 #4 Link


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BeitragVerfasst am: 04 Mai 2012 - 15:52

Halloween wrote:
OK, Verursacher gefunden, Fall gelöst.
Prima ;-)

Halloween wrote:
Nicht zusammengefasst, ohne Label / Adressdaten

Ist das dem Spediteur zuzumuten, bei kleinsten Abweichungen, jedes Mal Rücksprache halten zu müssen.
Verstehe ich nicht ! Ohne Label/Adressdaten ? Der Spediteur oder KEP-Dienstleister muss ja bei der Übernahme seine Schnittstellenkontrolle durchführen. Einen Karton ohne Beschriftung darf er natürlich nicht mitnehmen.
Und mit Zumutbarkeit hat das meines Erachtens nichts zu tun. Wenn der Versender nicht Auftraggeber ist, dann muss ich mich doch fragen ob ich mein Geld bekomme. Natürlich würde ich eine kleine Mehrmenge, die ordnungsgemäß etikettiert ist mitnehmen, wenn ich den Platz dafür habe und mir keine zusätzlichen Kosten entstehen, die ich vom Kunden nicht bezahlt bekomme.

Gruss
MagNet-99
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BeitragVerfasst am: 07 Mai 2012 - 11:17

Bei uns sind Sendungen z.T., eben wie bei diesem Fall, auch ohne Label, Lieferschein, ect. abzuholen. Nämlich dann, wenn ich von A den Auftrag bekomme, bei B abzuholen, bspw einer Privatperson, oder mangels Etikettiergerät, Aufräge v. uns, nicht beschriften kann. Die Label werden dann durch den abholenden Kurier angebracht - aber eben erst bei Übernahme.

Ja, wenn das vom Absender Etikettiert ist, hab ich mit der Bewertung kein Problem, das wäre der Klassiker: Absender zahlt seinen Fehler.
Klar, da geh´ ich mit Dir d´accord.

Aber, wir wollens ja nicht zu einfach haben...

Grüße Halloween
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Ort: In the middle of nowhere
BeitragVerfasst am: 07 Mai 2012 - 15:43

Hallo Halloween,

gegenüber Privatpersonen gilt meist noch ein verschärfteres Rechtzum Schutze der Privatperson, wobei Du Deine Aufträge wie ich versteh ja von einem gewerblichen Auftraggeber bekommst.

Von daher ist die Frage für mich bereits beantwortet.
Auch wenn Du die Label selbst mitbringst für z.B. 4 Kartons und der Absender übergibt 5 Kartons, musst Du eine Entscheidung treffen ob Du transportierst oder zuerst Weisungen einholst. Da wird es einfacher sein erst zu transportieren und dann ggf. zu korrigieren als jedes Mal Weisungen einzuholen.....

Gruss
MagNet-99
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Ort: In the middle of nowhere
BeitragVerfasst am: 07 Mai 2012 - 15:46

Hallo Halloween,

gegenüber Privatpersonen gilt meist noch ein verschärfteres Rechtzum Schutze der Privatperson, wobei Du Deine Aufträge wie ich versteh ja von einem gewerblichen Auftraggeber bekommst.

Von daher ist die Frage für mich bereits beantwortet.
Auch wenn Du die Label selbst mitbringst für z.B. 4 Kartons und der Absender übergibt 5 Kartons, musst Du eine Entscheidung treffen ob Du transportierst oder zuerst Weisungen einholst. Da wird es einfacher sein erst zu transportieren und dann ggf. zu korrigieren als jedes Mal Weisungen einzuholen.....

Gruss
MagNet-99
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Ort: München
BeitragVerfasst am: 08 Mai 2012 - 08:43

Hallo MagNet,

ja, die Beförderungsverträge werden mit Firmen geschlossen.

OK, es läuft dann darauf hinaus, dass ich eigenveratwortlich handle und demnach auch die Kosten zu Tragen hätte...

Nicht das beste Ergebnis für mich ;-)

Danke für die Infos und beste Grüße
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