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Daimler Trucks bringt seine Lkw ins Internet

Transport & Umschlag | Nutzfahrzeuge | Montag, 21 März 2016 | 2652 | 0

Daimler Trucks bringt seine Lkw ins Internet
Die technologischen Komponenten des Systems Highway Pilot Connect im Mercedes-Benz Actros

120 Jahre nach Erfindung des Lastkraftwagens bringt Daimler Trucks den Lkw ins Internet. Damit unterstreicht der weltweit führende Lkw-Hersteller im IAA-Jahr 2016 auch beim Thema Konnektivität seine Technologieführerschaft und baut seine weltweite Führungsposition bei vernetzten Lkw konsequent aus. Weltweit sind bereits rund 365.000 Nutzfahrzeuge von Daimler über die Systeme FleetBoard und Detroit Connect vernetzt – mehr als bei jedem anderen Hersteller. Daimler Trucks forciert die konsequente Vernetzung seiner Fahrzeuge mit allen am Logistik- und Transportprozess beteiligten Akteuren. Der vollständig vernetzte Lkw leitet damit einen radikalen Wandel des Transports ein, der den Straßengüterverkehr noch leistungsfähiger und effizienter macht – nicht nur für die Fahrer, Spediteure und Fahrzeughersteller, sondern für die gesamte Gesellschaft.

Daimler Trucks setzt diese Zielsetzung konsequent um: seit 2013 ist Konnektivität fester Bestandteil der Unternehmensstrategie. Dazu investiert das Unternehmen allein in den nächsten fünf Jahren rund eine halbe Milliarde Euro in die Vernetzung seiner Lkws und die Schaffung zugehöriger Dienstleistungen und digitaler Lösungen. Beginnend im IAA-Jahr 2016 wird Daimler Trucks dadurch zusätzlich zum heute bereits umfangreichen Telematik-Angebot kontinuierlich neue Dienste auf den Markt bringen und seine Plattformen auch für Drittanbieter zugänglich machen. Außerdem hat das Unternehmen die organisatorischen Voraussetzungen für die digitale Transformation des Nutzfahrzeuggeschäftes geschaffen und in allen Geschäftseinheiten entsprechende Strukturen etabliert.

Ein eindrucksvolles Beispiel für die Möglichkeiten durch die digitale Vernetzung von Lkw präsentierte Daimler Trucks heute auf der Autobahn A52 bei Düsseldorf: Drei über WLAN vernetzte, autonom fahrende Lkw waren als sogenannter Platoon mit Straßenzulassung im öffentlichen Verkehr unterwegs. In dieser Verbindung lässt sich der Kraftstoffverbrauch um sieben Prozent und die benötigte Fahrbahnfläche auf Autobahnen um knapp die Hälfte reduzieren - bei gleichzeitig mehr Sicherheit auf der Straße. Aufbauend auf dem Daimler Trucks-System Highway Pilot für autonomes Fahren von schweren Lkw vernetzen sich dabei drei Fahrzeuge zu einem aerodynamisch optimalen, vollautomatischen Verbund. Das weiterentwickelte System nennt Daimler Trucks Highway Pilot Connect.

Bernhard: „Wir schaffen ein neues, hochleistungsfähiges und offenes Logistik-Netzwerk.“

Dr. Wolfgang Bernhard, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Daimler Trucks & Daimler Buses: „Wir bringen den Lkw ins Internet – und machen ihn zum mobilen Daten-Zentrum des Logistik-Netzwerks. Der vernetzte Lkw verbindet alle am Transport Beteiligten: Fahrer, Disponent, Flottenbetreiber, Werkstatt, Hersteller, aber auch Versicherungen oder staatliche Behörden. Sie erhalten Informationen in Echtzeit, die vorher so nicht verfügbar waren: Zum Zustand von Fahrzeug und Auflieger, zu Verkehrs- und Witterungsverhältnissen, zur Belegung von Rastplätzen und vieles mehr.“

„Unsere Lkw vernetzen sich vollständig mit allen Transportbeteiligten, sie senden und empfangen permanent Informationen. Diese Echtzeitdaten können alle im Logistikprozess für ihre Bedarfe nutzen. So lassen sich künftig beispielsweise Wartezeiten beim Be- und Entladen reduzieren, Verwaltungsaufwand verringern und Staus vermeiden. Durch technische Updates über Funk oder die automatische Übermittlung der Ankunftszeit des Lkw in der Werkstatt lassen sich auch die Servicezeiten deutlich senken. Damit steigern wir die Leistungsfähigkeit des gesamten Warentransports erheblich. Das ist eine Riesenchance, das wachsende Güteraufkommen intelligent zu bewältigen – und wir werden sie nutzen“, so Bernhard weiter.

“Heute legt Daimler den Grundstein für die Dritte Industrielle Revolution. In der Ära des Internets der Dinge werden alle Geräte und Maschinen über Sensoren verfügen, die jederzeit sekundenaktuelle Informationen liefern können. Dies wird die Art und Weise, wie wir wirtschaften, grundlegend verändern. Das Internet der Dinge eröffnet völlig neue Chancen“, betont Jeremy Rifkin, Autor, Soziologe und Zukunftsforscher anlässlich der Veranstaltung Campus Connectivity.

400 Sensoren eines heutigen Daimler Lkw erfassen Daten aller Art

Der weltweite Transport von Gütern ist Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum. Mehr Waren in der Zukunft zu transportieren verlangt aber auch nach innovativen Lösungen, wenn es nicht zum Verkehrskollaps kommen soll. Ein zentraler Ansatz dafür ist, den Lkw vollständig in das Internet der Dinge einzubinden. Die Smart Trucks von Daimler haben das Potenzial, den Transport von Waren in den kommenden Jahren umfassend zu verändern. Schon heute erzeugt Daimler Trucks auf Basis seiner rund 400 Sensoren wertvolle Informationen und ist mit Software von 100 Millionen Zeilen Code voll vernetzt - mehr als in einem Jet.

Dr. Wolfgang Bernhard: „Für eine erfolgreiche Logistik sind Echtzeit-Daten entscheidend – und unsere Lkw können diese Daten liefern. Deshalb investieren wir bis zum Jahr 2020 rund eine halbe Milliarde Euro, um unsere Lkw mit ihrer Umwelt zu vernetzen und konkrete neue Anwendungen zu entwickeln. Das bringt unseren Kunden einen Leistungsschub und macht ihr Geschäft zudem sicherer und umweltschonender. FleetBoard und Detroit Connect werden wesentlich dazu beitragen, bislang noch ungenutzte Potenziale im Straßengüterverkehr zu heben – sowohl in den hoch entwickelten Märkten der Triade als auch in den Schwellenländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas.“

365.000 Nutzfahrzeuge bei Daimler bereits vernetzt

Aus der Vielzahl von Daten, die ein Truck senden und empfangen kann, entstehen völlig neue Möglichkeiten für die gesamte Logistikbranche und die Gesellschaft. Bislang sind die verschiedenen Bereiche des Logistik-Netzwerks nur unzureichend miteinander verbunden. Oft fehlen Informationen für einen reibungslosen Ablauf oder sind diese nicht miteinander vernetzt. So sind in Europa immer noch rund 25 Prozent aller gefahrenen Lkw-Kilometer Leerfahrten. Durch neue Frachtbörsen auf Basis der Daten aus dem vernetzten Lkw können Logistik-Unternehmen ihre Fahrzeuge künftig deutlich besser auslasten und damit Leerfahrten reduzieren. Ein anderes Beispiel: Allein die deutschen Verkehrsteilnehmer litten 2015 unter rund 568.000 Staus mit einer Gesamtlänge von rund 1,1 Millionen Kilometern – erhöhter Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß inklusive. Durch die Verfügbarkeit und den Austausch von Verkehrsdaten in Echtzeit können Lkw mit intelligenten Sensoren künftig Auffahrunfälle vermeiden oder Staus umfahren. Gleichzeitig lassen sich auch die Ausfallzeiten von Trucks reduzieren wenn der Lkw selbst frühzeitig eine Störung meldet und das Fuhrunternehmen die Wartung während bereits vorgesehenen Standzeiten zwischen zwei Transportaufträgen einplanen kann.

FleetBoard seit 15 Jahren führender Telematik-Dienst für Lkw – künftig Nukleus der neuen Einheit Digital Solutions & Services

Daimler Trucks startet mit der Vernetzung seiner Lkw nicht erst heute. Das Tochterunternehmen FleetBoard setzt seit dem Jahr 2000 für Mercedes-Benz Standards in der Telematik und gehört zu den erfolgreichsten und innovativsten Anbietern weltweit. FleetBoard sammelt eine Vielzahl von Zustands-, Tour- sowie von Positionsdaten des Fahrzeugs und überträgt sie durch Mobilfunk an die Zentrale. FleetBoard bietet eine Vielzahl an Einzeldiensten rund um das Fuhrpark-, Auftrags- und Fahrermanagement, welche sich Kunden nach Bedarf zusammenstellen können. Derzeit sind rund 180.000 Fahrzeuge bei rund 6.000 Kunden mit FleetBoard–Systemen unterwegs. FleetBoard vernetzt dabei nicht nur Fahrzeuge von Mercedes-Benz. Auch Fahrzeuge anderer Hersteller können jederzeit mit der FleetBoard-Hardware nachgerüstet und problemlos in das eigene Logistikmanagement eingebunden werden. Somit haben auch Unternehmen mit einem gemischten Fuhrpark jederzeit den Überblick über ihre gesamte Flotte.

„Als im November 2007 das erste iPhone vorgestellt wurde, nutzten unsere Kunden schon sieben Jahre lang FleetBoard. Seit inzwischen über 15 Jahren können sie damit sowohl in ihren Lkw der Marke Mercedes-Benz als auch in den Fahrzeugen anderer Fabrikate ihr Fuhrpark- und Fahrermanagement effizient steuern. Niemand hat auf diesem Gebiet mehr Erfahrung als Mercedes-Benz Lkw“, unterstreicht Stefan Buchner, Leiter Mercedes-Benz Lkw.

Um auch in Zukunft an der Spitze der Entwicklung neuer digitaler Lösungen rund um den vernetzen Lkw zu stehen, schafft Mercedes-Benz Lkw zum 1. April 2016 die neue Einheit Digital Solutions & Services. Die Leitung des neuen Bereichs übernimmt Frau Dr. Daniela Gerd tom Markotten (41), die langjährige Erfahrung aus dem Bereich der IT-gestützten Fahrzeug-Telematik mitbringt. Der Bereich, der als Nukleus auch die FleetBoard GmbH enthalten wird, steuert künftig alle Aktivitäten rund um die digitalen Anwendungen der Nutzfahrzeuge mit Stern – eng vernetzt mit den anderen Geschäftsbereichen. Ziel ist es, damit auch organisatorisch die Voraussetzungen für die Entwicklung digitaler Innovationen in diesem hoch-dynamischen Bereich zu schaffen. Denn während die Entwicklung eines Lkw rund neun Jahre beansprucht, stehen für die Programmierung von Software zur anwenderorientierten Nutzung von Echtzeitdaten aus dem Lkw nur wenige Monate zur Verfügung.

Auch in Nordamerika bereits über 185.000 Fahrzeuge mit Detroit Connect vernetzt

Auf dem wichtigen Nutzfahrzeug-Markt Nordamerika treibt Daimler Trucks die Aktivitäten im Bereich vernetzter Dienstleistungen über die strategische Partnerschaft mit Zonar Systems Inc. weiter voran. Erst 2015 wurde die Zusammenarbeit über eine Minderheitsbeteiligung der US-Tochter Daimler Trucks North America (DTNA) an Zonar vertieft. Zonar Systems Inc. ist einer der führenden Anbieter von Logistik-, Telematik- und Konnektivitätslösungen auf dem nordamerikanischen Markt. Daimler Trucks North America und Zonar verbindet bereits eine langjährige Partnerschaft im Bereich des vernetzten Lkw. Im Jahr 2011 brachte DTNA gemeinsam mit Zonar das Ferndiagnose-System Virtual Technician und die Komplettlösung Detroit Connect auf den Markt. Detroit Connect ist die erste Telematik-Lösung in den USA und in Kanada, die die Ursache für Störmeldungen schon während der Fahrt ermitteln kann. Kunden und Fahrer von mehr als 185.000 Fahrzeugen haben inzwischen mehrere Milliarden von Kilometern mit Detroit Connect zurückgelegt.

Das System Virtual Technician als Teilkomponente von Detroit Connect sendet bei aufleuchtender Warnanzeige eine Echtzeitaufnahme vom technischen Zustand des Motors an das Detroit Kundenservice Center. Dort werden die Daten innerhalb kürzester Zeit analysiert. Auf dieser Basis erhält der Betreiber innerhalb weniger Minuten eine Handlungsempfehlung via E-Mail, z.B. ob das Fahrzeug direkt eine Werkstatt ansteuern muss oder der Wartungstermin auch nach Abschluss des Transportauftrags eingeplant werden kann.

Im Zusammenspiel mit dem Virtual Technician ermöglicht es die sogenannte Ground Traffic Control Software von Zonar dem Fuhrparkbetreiber oder Fahrer, den genauen Standort, die Geschwindigkeit oder den Benzinverbrauch eines Trucks oder einer ganzen Flotte jederzeit im Blick zu behalten. Als mobiles Endgerät ermöglicht Zonar’s 2020 Tablet dem Kunden, Service-Zeiten leichter im Blick zu behalten, die Fahrer mit Text- oder Voice-Botschaften zu informieren, Inspektionen vor und nach der Fahrt zu dokumentieren und eine professionellere Navigation zu nutzen.

Autonomes Truck Platooning senkt Kraftstoffverbrauch und CO2

Mit der Weltpremiere des Systems Highway Pilot Connect präsentierte Daimler Trucks auf der Autobahn A 52 bei Düsseldorf heute auch live ein konkretes Beispiel für die Vorteile elektronischer Vehicle-to-Vehicle-Vernetzung (V2V) und gleichzeitig den nächsten Meilenstein beim autonomen Fahren: Die Technologie ermöglicht das elektronische Ankoppeln von Lkw auf Autobahnen und Fernstraßen, auch bekannt unter der Bezeichnung Platooning. Miteinander vernetzte Lkw im Platoon benötigen nur 15 statt 50 Meter Abstand. Durch diesen deutlich geringeren Abstand verringert sich der Luftwiderstand erheblich – vergleichbar dem Windschattenfahren im Radsport. Auf diese Weise spart ein Truck-Platoon dreier Lkw rund sieben Prozent Kraftstoffverbrauch und reduziert den CO2-Ausstoß gleichermaßen. Damit sind Verbrauchswerte von 25 l/100 km für einen beladenen Sattelzug mit 40 Tonnen Gesamtgewicht möglich. Das entspricht einem Verbrauch von lediglich 0,66 l/100 km pro Tonne Gewicht oder einer CO2-Emission von 13,3 Gramm pro Kilometer und Tonne Gewicht. Das ist weit niedriger als bei jedem Pkw mit Verbrennungsmotor.

Parallel dazu ermöglicht das Platooning eine deutlich effizientere Nutzung der Straße: Durch den geringeren Abstand der Fahrzeuge verkürzt sich ein Platoon aus drei gekoppelten Lkw auf nur noch 80 Meter. Im Gegensatz dazu benötigen drei nicht elektronisch miteinander gekoppelte Lkw in Summe 150 Meter Fahrbahnfläche. Gleichzeitig macht Platooning den Straßenverkehr deutlich sicherer: Während der Mensch am Steuer eine Reaktionszeit von 1,4 Sekunden hat, gibt der Highway Pilot Connect die Bremssignale in weniger als 0,1 Sekunden an die Folgefahrzeuge weiter. Diese deutlich verkürzte Reaktionszeit kann maßgeblich dazu beitragen, Auffahrunfälle wie beispielsweise an Stauenden auf Autobahnen deutlich zu verringern.

„Der smarte, sich selbst optimierende Truck hat für uns höchste Priorität. Durch die vernetzte Kommunikation des Lkw mit anderen Fahrzeugen und seiner Umwelt verbessern wir den Verkehrsfluss und reduzieren Kraftstoffverbrauch und Emissionen. Gleichzeitig tragen intelligente Lkw dazu bei, die Zahl der Verkehrsunfälle zu senken. Das ist ein weiterer wichtiger Schritt auf unserem Weg zum unfallfreien Fahren“, unterstreicht Sven Ennerst, Leiter Truck Product Engineering & Global Procurement.

Highway Pilot Connect baut auf das bereits bestehende System für teilautonomes Fahren von Daimler Trucks auf

Basis des Highway Pilot Connect ist die Vernetzung der Fahrzeuge untereinander sowie eine präzise Wahrnehmung ihrer Umgebung. Dabei setzt der Highway Pilot Connect auf das bereits bewährte Highway Pilot-System von Daimler Trucks auf. Dieses System ermöglicht das teil-autonome Fahren von Lkw und wird seit Oktober 2015 in einem Mercedes-Benz Serien-Actros im realen Straßenverkehr in Deutschland getestet. Erstmals präsentiert wurde der Highway Pilot im Juli 2014 in der Studie Mercedes-Benz Future Truck 2025, gefolgt von der ersten Straßenzulassung überhaupt für einen autonom fahrenden Lkw im Mai 2015 für den Freightliner Inspiration Truck.

Im Vergleich zum herkömmlichen Highway Pilot verfügt der Highway Pilot Connect über die technische Zusatzfunktion für die Koppelung zwischen den Fahrzeugen. Ein spezielles V2V- Kommunikationsmodul an Bord der Fahrzeuge ermöglicht den direkten Datenaustausch der Lkw untereinander. Das Modul kommuniziert über einen speziellen WLAN-Standard, der ausschließlich für V2V-Anwendungen im Automobilbereich vorgesehen ist. Darüber tauscht sich der Highway Pilot Connect pausenlos mit anderen Lkw und der Infrastruktur aus.

Großer Vorteil: Automatische Lenkung auch unabhängig vom Platoon

Das große Plus des Highway Pilot Connect: Aufgrund ihrer Technik sind sämtliche Fahrzeuge eines solchen Platoons gleichzeitig autonom fahrende Lkw. Sie können ihre Richtung unabhängig vom vorausfahrenden Fahrzeug einhalten und dank ihrer Kombination aus Längs- und Querführung jederzeit auf unerwartete Situationen reagieren. Das gilt beispielsweise auch für das Ein- und Ausscheren anderer Fahrzeuge. In diesem Fall kann das Fahrzeug übergangslos vom Platoon entkoppeln und alleine im autonomen Modus weiterfahren. Der Fahrer muss dazu nicht eingreifen. Interessant ist die Möglichkeit einer Kopplung von drei und mehr Fahrzeugen vor allem in Ländern mit entsprechender Infrastruktur. Beispielsweise in den USA oder Australien legen die Lkw auf den Highways lange Strecken ohne Brücken oder Ausfahrten quer über den jeweiligen Kontinent zurück.

Harmonisierte, grenzüberschreitende Regulation ist zentrale Voraussetzung für den effizienten Straßengüterverkehr der Zukunft

Daimler Trucks wird mit seinen drei Mercedes-Benz Actros Highway Pilot Connect-Lkw auch an der European Truck Platoon Challenge 2016 (EU TPC) teilnehmen – eine Initiative der Niederlande im Zuge ihrer EU-Ratspräsidentschaft. Im Rahmen der European Truck Platoon Challenge fahren sechs europäische Nutzfahrzeug-Hersteller mit Lkw-Platoons aus verschiedenen europäischen Städten am 6. April 2016 den Hafen von Rotterdam an. Mit der EU TPC adressieren die sechs Hersteller gemeinsam mit der niederländischen Regierung die Notwendigkeit einer harmonisierten, grenzüberschreitenden Regulation, um effizienten Straßengüterverkehr EU-weit zu erleichtern.

Datensicherheit im Blick

Für Daimler steht bei der Nutzung von vernetzten Diensten die Selbstbestimmungdes Kunden im Vordergrund. Er muss selbst entscheiden können, ob und für welchen Zweck seine Daten genutzt werden dürfen. Eine Voraussetzung für die Akzeptanz des vernetzten und autonomen Fahrens ist der sichere und verantwortungsvolle Umgang mit Daten. Daher begleitet Daimler die Entwicklungen auf diesen neuen Technologie- und Innovationsfeldern mit hohen Standards zu Datenschutz und Datensicherheit. Für FleetBoard garantieren beispielsweise hochleistungsfähige Rechner im European Data Center der Daimler AG in Stuttgart eine sichere Verarbeitung der Daten und deren verschlüsselte Übertragung rund um die Uhr. Damit entspricht die Datensicherheit von FleetBoard dem hohen Bankenstandard.

Experten rechnen bis 2050 weltweit mit Verdreifachung des Transportvolumens im Straßengüterverkehr

Nach wie vor finden 75 Prozent des Gütertransports in Europa auf der Straße statt. Global rechnen Experten bis 2050 mit einer Verdreifachung des transportierten Volumens im Straßengüterverkehr aus. Mit der Vernetzung von Lkw mit anderen Verkehrsteilnehmern und der Umwelt kann der gesamte Warentransport sicherer, schneller und gleichzeitig umweltschonender organisiert werden. Angesichts wachsender Warenströme, einer beanspruchten Infrastruktur und einer sensiblen Umwelt bieten sich damit vielversprechende Aussichten für die Gesellschaft und alle am Transport Beteiligten.

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