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Hafenkosten bei LCL


xjim Geschrieben am 27 November 2018



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24 November 2018
5 Beiträge
Hallo,

ich habe einen Holztisch in Indonesien gekauft, der bald in Hamburg ankommt und dann von dem Auslieferungsagenten nach Verzollung nach Köln weitergeleitet werden soll. Der Auslieferungsagent hat mir am Samstag eine Ankunftsavis zugestellt und darin Kosten i.H.v. 435€ veranschlagt. Darin enthalten sind unter anderem 150€ "Privatkunden-Handling". Mir waren derartige Kosten im Vorfeld absolut nicht bewusst und das wurde mir vom Händler/Spediteur nicht mitgeteilt bzw. war nicht abgemacht.
In der Bill of Lading wird dies aber so festgehalten, dass ich die Kosten zu tragen habe...

Meine Frage ist jetzt, was ich machen kann... Muss ich die Kosten tatsächlich alleine tragen? Was sollen 150€ Privatkunden-Handling? Kann ich mich dagegen wehren, sofern ich die Kosten alleine tragen muss?

Der Warenwert in dem Container beläuft sich auf knapp 600€.

Danke!

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betterorange Geschrieben am 28 November 2018



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Hallo xjim,

da sprich mal am Besten mit deinem Verkäufer ab.

Unwissenheit schützt da leider nicht vor Kosten.

Auf Nachfrage und vor der Versendung kann jeder Frachtführer die Komplettkosten anbieten.

Im Nachhinein sorgt das dann leider öfter für Verwunderung, übersteigen die Kosten oft den Wert, doch das hat keinen juristischen Belang.

Im Zweifel die Annahme verweigern.

Good luck, BO

xjim Geschrieben am 03 Dezember 2018



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24 November 2018
5 Beiträge
Was genau passiert, wenn ich die Annahme verweigere? Kosten etc?

Das ganze wird mir langsam zu bunt...

Seefrachtspedi Geschrieben am 03 Dezember 2018



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03 Dezember 2018
2 Beiträge
Hallo Xjim,

erstmal kurz zu Ihrer Frage am Anfang:

Privatkunden bedeuten in der Spedition andere Haftung und eine besondere Sorgfaltsflicht für den Spediteur. Dies ist in den meisten Transportversicherungen nicht enthalten, wodurch viele Spediteure sich entschließen gar nicht erst für Privatpersonen zu arbeiten. Inkludiert man dies nun in die Transportversicherung wird diese merklich teurer. Dies und der gestiegene Aufwand wird mit dem Privatkunden-Handling auf den Frachtzahler umgelegt.

Gegen die bereits angefallenen Kosten können Sie sich schwer wehren. Mit Ihrem Kaufvertrag des Tisches und den damit besprochenen Lieferbedingungen haben Sie diese Kosten stillschweigend akzeptiert. Als Firma hätten Sie hier gar keine Chance, als Privatperson mag es vielleicht ein Schlupfloch geben, welches mir aber nicht bekannt ist.

Verweigern Sie die Annahme wird erstmal vorallem eins passieren: Die Kosten werden höher. Solange Sie die Ware nicht abnehmen wird diese automatisch eingelagert und es fällt Lagergeld an. Wie hoch dies ist können Sie von dem Spediteur erfahren mit dem Sie bereits Kontakt haben.

Nach einer gewissen Zeit wird die Ware dann verschrottet oder zurück an den Abesender geschickt.
Allerdings werden die dadurch entstandenen Kosten zu Lasten der Ware gehen, dessen Besitzer Sie sind, und damit wieder auf Sie zurück fallen.

Meines Wissens gibt es hier leider kaum eine Alternative als einfach zu zahlen und sich wenigstens über den Tisch zu freuen.

Chev Geschrieben am 03 Dezember 2018



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731 Beiträge
Zitieren::

Der Auslieferungsagent hat mir am Samstag eine Ankunftsavis zugestellt und darin Kosten i.H.v. 435€ veranschlagt. Darin enthalten sind unter anderem 150€ "Privatkunden-Handling".

Zu dem, was bereits geschrieben wurde, möchte ich noch ergänzen, dass solche Kosten im Seefracht-LCL- Bereich durchaus anfallen können. Am Ende will jeder, der am Transport/Umschlag beteiligt ist, sein Geld haben und das sind viele. Zieht man das Privatkunden-Handling ab, bleiben noch 285€. Dies ist völlig normal, wenn man Hafengebühren wie Kaigebühren bzw. Handling sowie Container-Entladekosten, Verzollung, Avisierung + ggf. weitere Gebühren hochrechnet. Auch die 150 EUR Privatkunden-Handling habe ich schon öfter gehört. Das scheint ein üblicher Preis zu sein und dabei spielt es auch keine oder nur eine untergeordnete Rolle, ob die Sendung klein oder groß, wertvoll oder nur von geringem Wert ist.

Zitieren::

Mir waren derartige Kosten im Vorfeld absolut nicht bewusst und das wurde mir vom Händler/Spediteur nicht mitgeteilt bzw. war nicht abgemacht.

Das hängt auch davon ab, welchen Incoterm du mit dem Verkäufer vereinbart hast. Er zahlt ja maximal scheinbar nur die Frachtkosten bis Hamburg (z. B. CFR Hamburg). Das bedeutet, dass alle Kosten ab der Entladung vom Seeschiff vom Käufer zu tragen sind und durch den Verkäufer somit weder kalkuliert noch angeboten, geschweige denn in den Preis inkludiert werden.

Unterm Strich könnte bei Kleinmengen ein Transport per Luftfracht günstiger sein, da wie oben beschrieben im Seefrachtbereich eine Vielzahl von (Minimum)-Gebühren anfallen und sich diese Transportart dadurch nicht so gut eignet.

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