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Unternehmen DE, Dienstleister SK, Kunde UA


MagNet-99 Geschrieben am 13 Dezember 2018



Dabei seit
16 Juni 2006
2666 Beiträge
Hallo,

ein deutsches Handelsunternehmen hat ein Lager in einem anderen EU-Land. Das Lager wird durch einen Logistikdienstleister betrieben. Von dort sollen nun Ausfuhren in ein Drittland vorgenommen werden.

Ich kann aus Deutschland die Handelsrechnung zum Dienstleister schicken. Der Dienstleister nutzt ATLAS und braucht welche Bewilligungen ?

Ist die datentechnisch übermittelte und Handelsrechnung ausreichend ?
Muss unterschrieben / gestempelt werden ? Kann das der Dienstleister in Vertretung tun ?

Ist leider nicht mein Metier, klärt mich bitte mal auf wie sowas geht....

Danke und LG
MagNet-99

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waldorf Geschrieben am 14 Dezember 2018



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23 Juli 2007
1416 Beiträge
Da gibt es mehrere Optionen:
1. der Dienstleister im anderen MS erstellt die Ausfuhranmeldungen in Stellvertretung für Dich. Allerdings nicht in ATLAS, das geht nur in DE, sondern im nationalen Zoll-IT-System seines Landes.
2. Du kannst eine zentrale Zollabwicklung in DE beantragen, die dir erlaubt, hier in ATLAS Ausfuhranmeldungen abzugeben für Ware, die aus einem anderen MS ausgeführt wird. Das ist allerdings mit Aufwand und ggf. Überzeugungsarbeit verbunden. Ist noch nicht sehr verbreitet.

Für die Ausfuhren musst du außerdem noch klären, ob du neben Ausfuhranmeldung und Rechnung noch weitere Dokumente brauchst, z.B. Präferenznachweise und/oder IHK-Ursprungszeugnisse.
Außerdem musst du die umsatzsteuerliche Fragen klären. Wenn du in einem anderen MS lagerst und versendest, brauchst du dort vermutlich eine entsprechende Registrierung und du wirst meldepflichtig.

Trotz Binnenmarkt können die Anforderungen je nach MS unterschiedlich sein. Die Niederlande sind sicherlich einfacher als Bulgarien.

Wenn intern das Know-how fehlt, würde ich dazu externen Rat einholen. Das ist zu komplex und risikoreich, um das nur in einem Forum abzuhandeln.

Chev Geschrieben am 14 Dezember 2018



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10 April 2009
772 Beiträge
MagNet-99 wrote:

Ist die datentechnisch übermittelte und Handelsrechnung ausreichend ?

Das kommt drauf an, welche Angaben die Rechnung enthält. Die meisten Länder fordern gewisse Mindest-angaben. Das können neben den Standardangaben einer Rechnung wie Artikel, Preise, Incoterms, etc. auch noch zollspezifische Zusatzdaten wie Zolltarifnummer, Ursprungsland, Ursprungstexte (z. T. auf französisch, spanisch, etc.) + ggf. Packdaten sein.

MagNet-99 wrote:

Muss unterschrieben / gestempelt werden?

Das kommt auf das jeweilige Bestimmungsland an. Einige Länder fordern Stempel + Unterschrift (blau).

MagNet-99 wrote:

Kann das der Dienstleister in Vertretung tun?

Das muss mit dem Dienstleister individuell besprochen werden. Denke schon, dass das möglich sein sollte.

waldorf wrote:

Für die Ausfuhren musst du außerdem noch klären, ob du neben Ausfuhranmeldung und Rechnung noch weitere Dokumente brauchst, z.B. Präferenznachweise und/oder IHK-Ursprungszeugnisse.

Sehr guter Punkt. Im Export können die unterschiedlichsten Dokumente anfallen. Die wichtigsten sind hier genannt. Nicht zu vergessen ist die Packliste. Es können aber auch Zertifikate anfallen. Ursprungszeugnisse können sich in sich schon unterscheiden von der Ausstellungs- und Beglaubigungsform (IHK, Konsulat,...). Hinweise auf die erforderlichen Dokumente gibt evtl. der Kunde oder man nimmt sich die K&M (Konsulats- und Mustervorschriften) zur Hilfe, worin länderspezifische Besonderheiten genannt sind.

MagNet-99 Geschrieben am 18 Dezember 2018



Dabei seit
16 Juni 2006
2666 Beiträge
ok und danke bis dahin !

@waldorf
erstmal generell, ja wir werden uns dazu nochmal fachlich beraten lassen aber ich möchte vorher soviel wie möglich verstehen damit ich merke wenn mir Blödsinn erzählt wird.

zu 1. Der DL würde dann die Ausfuhranmeldung in seinem Landessystem machen und die MRN erhalten. Mit der MRN erstellt er eine EUR1. Die Handelsrechnung bekommt er aus Deutschland per EDI oder wie auch immer. Packliste hat der DL auch. Ein UZ würden wir aus DE direkt zum Kunden schicken, das ist ja kein Warenbegleitdokument oder ?
Habe ich das alles richtig verstanden soweit ?

Das DE Unternehmen ist in SK steuerlich registriert. Welche EORI-Nummer wird denn dann für die Ausfuhr verwendet ? Die deutschen, die slowakische, oder sogar die vom Dienstleister ?

Ich weiss mittlerweile, das die Handelsrechnung original unterschrieben und gestempelt werden muss. Da muss ich schauen wie ich den Dienstleister dazu überzeugen kann....

zu 2. Hast du da einen Link für mich ? Zentrale Zollabwicklung in DE ?

Danke auch an Chev für die Kommentare, ich taste mich weiter ran ;-)

Gruss
MagNet-99

MagNet-99 Geschrieben am 18 Dezember 2018



Dabei seit
16 Juni 2006
2666 Beiträge
ok und danke bis dahin !

@waldorf
erstmal generell, ja wir werden uns dazu nochmal fachlich beraten lassen aber ich möchte vorher soviel wie möglich verstehen damit ich merke wenn mir Blödsinn erzählt wird.

zu 1. Der DL würde dann die Ausfuhranmeldung in seinem Landessystem machen und die MRN erhalten. Mit der MRN erstellt er eine EUR1. Die Handelsrechnung bekommt er aus Deutschland per EDI oder wie auch immer. Packliste hat der DL auch. Ein UZ würden wir aus DE direkt zum Kunden schicken, das ist ja kein Warenbegleitdokument oder ?
Habe ich das alles richtig verstanden soweit ?

Das DE Unternehmen ist in SK steuerlich registriert. Welche EORI-Nummer wird denn dann für die Ausfuhr verwendet ? Die deutschen, die slowakische, oder sogar die vom Dienstleister ?

Ich weiss mittlerweile, das die Handelsrechnung original unterschrieben und gestempelt werden muss. Da muss ich schauen wie ich den Dienstleister dazu überzeugen kann....

zu 2. Hast du da einen Link für mich ? Zentrale Zollabwicklung in DE ?

Danke auch an Chev für die Kommentare, ich taste mich weiter ran ;-)

Gruss
MagNet-99

Chev Geschrieben am 18 Dezember 2018



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10 April 2009
772 Beiträge
Sehe jetzt erst, dass ja im Betreff auch Länderkürzel enthalten sind ;-)

Geht es somit nur um das Empfangsland "Ukraine"? Ich hatte es erst so verstanden, dass es mehrere/viele Drittländer sind.

Dennoch sind noch ein paar Punkte wichtig:

MagNet-99 wrote:

zu 1. Der DL würde dann die Ausfuhranmeldung in seinem Landessystem machen und die MRN erhalten. Mit der MRN erstellt er eine EUR1.

Eine EUR.1 betrifft das Thema Präferenzen. Dies ist ein komplexes Thema, welches spezielles Know-How erfordert. Denn eine EUR.1 bescheinigt nichts Geringeres als eine Zollvergünstigung/Zollfreiheit der Ware beim Import in die Ukraine. Materialien auf einer EUR.1 müssen nachweislich präferenzberechtigt sein. Wenn ihr nur Handelsware habt, benötigt ihr hierfür einen Vornachweis des jeweiligen Lieferanten in Form einer Lieferantenerklärung.
In der EUR.1 müsst ihr sicherlich als Ausführer genannt werden. Ob der Dienstleister das in eurem Namen umsetzen kann/darf, entzieht sich meiner Kenntnis, da ja auch hier das Zollamt des Dienstleisters beteiligt sein wird. Der Punkt müsste also geklärt werden.

MagNet-99 wrote:

Ein UZ würden wir aus DE direkt zum Kunden schicken, das ist ja kein Warenbegleitdokument oder ?

In der Regel werden Ursprungszeugnisse vorab (vor Versand) oder bei Versand/zeitgleich per Brief separat an den Kunden gesendet. In mir kaum bekannten, seltensten Fällen werden Originale der Ware/Sendung mitgegeben.

By the Way: Wie wird das Thema "Exportkontrolle" umgesetzt, also z. B. Sanktionslistenscreening, Dual-Use-Prüfung, usw.? Sicherlich kein unwichtiger Punkt.

waldorf Geschrieben am 19 Dezember 2018



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23 Juli 2007
1416 Beiträge
Hallo MagNet99,

hier einige Anmerkungen:
1.) für die EUR.1 müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein -> s. Chev
2.) wenn du das UZ aus DE schickst, achte darauf, dass eine eindeutige Referenz zur Lieferung besteht, z.B. durch Sendungsnr./Rechnung o.ä.
3.) eigentlich kannst du nur eine dt. EORI-Nummer haben, die in den Zollanmeldungen anzugeben ist (nicht mit der USt.-ID-Nr. verwechseln, die du wegen deiner VAT-Registrierung in SK hast)
4.) Link zur zentr. Zollabwicklung Ausfuhr:

www.stuttgart.ihk24.de...tleInText4

Chev Geschrieben am 19 Dezember 2018



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10 April 2009
772 Beiträge
Bzgl. der EORI-Nummer, wie von waldorf schon geschrieben:

Als deutsches Unternehmen hat man i. d. R. ja auch nur eine deutsche EORI-Nr. (früher: Zollnummer).

Ob der Dienstleister diese EORI-Nr. - also die des deutschen Ausführers - oder seine eigene EORI-Nr. in den Ausfuhranmeldungen angibt, hängt davon ab, welches zollrechtliche Vertretungsverhältnis vereinbart wird (direkt/indirekt) und wer somit in den Ausfuhranmeldungen als zollrechtlicher "Anmelder" auftritt und demnach für die Ausfuhranmeldungen haftet.

@MagNet: Also den Punkt "Direkte/Indirekte Vertretung" mit auf die Liste setzen, um hier u. a. auch die Haftungsfragen klarzustellen. Es sei denn, ihr gebt die Ausfuhranmeldungen mittels o. g. Bewilligung "zentraler Zollabwicklung" in Eigenregie ab. Dann wäre es keine zollrechtliche Vertretung mehr.

MagNet-99 Geschrieben am 20 Dezember 2018



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16 Juni 2006
2666 Beiträge
ok und danke euch beiden, nehme die Informationen mit ins Projektteam und dann sehen wir weiter....

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