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Auswirkungen des BREXIT auf Transport, Logistik und Zoll


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MagNet-99 Geschrieben am 03 Januar 2019



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Hallo Waldorf,

ich spekuliere auf recht lange Übergangsfristen mit kaum oder wenig Kontrollen für EU-Ware. Denke der Druck der britischen Wirtschaft wird schnell ansteigen. Dann wird mit Arbeitsplatzverlust oder Verlagerung gedroht und die Politik bricht ein. Du hast recht, der Bottleneck ist natürlich da....

Gruß
MagNet-99

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Chev Geschrieben am 04 Januar 2019



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Einige Unternehmen, die im Vereinigten Königreich ihren Hauptsitz haben, haben bereits ins "EU-Ausland" verlagert oder planen dieses aktuell. So z. B. wandert die EU-Zentrale der Barclays-Bank meines Wissens von London nach Dublin/Irland ab, um die EU-Zugehörigkeit zu erhalten.

Wie, wann und mit welchen (Übergangs-)Fristen der Brexit durchgeführt werden soll, ist für mich aktuell weiterhin noch ein Rätsel. Ich habe nur gehört, dass - wenn bis zum 29.03.2019 kein entsprechendes Abkommen gezeichnet wird - der sog. harte Brexit schlagartig eingeleitet wird und die UK dann von einen Tag auf den anderen EU-rechtlich und zollrechtlich als Drittland behandelt werden muss.

Klingone Geschrieben am 04 Januar 2019



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Hier gibt's auch eine nicht ganz uninteressante Präsentation der GZD (erster Link): www.zoll.de/SiteGlobal...submit.y=0

Ich denke mal, über das Thema Präferenzen hat sich bei den meisten Unternehmen auch noch keiner Gedanken gemacht (Vormaterial aus UK...).

Chev Geschrieben am 04 Januar 2019



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Zitieren::

Ich denke mal, über das Thema Präferenzen hat sich bei den meisten Unternehmen auch noch keiner Gedanken gemacht (Vormaterial aus UK...).

Wie denn auch, ohne Präferenzabkommen?

Ich denke, es geht zunächst in Richtung "Übergangs-Abkommen" in welchem festgelegt wird, dass ab dem 29.03.2019 weiterhin allgemeine Zollfreiheit herrscht und die UK somit faktisch weiterhin zum Zollgebiet der Union gehört. Dieses für die Dauer von 2 Jahren. Alles andere halte ich für unrealistisch. Anschließend, also nach 2 Jahren, dann der "vollständige" Brexit und zollseitige Behandlung wie ein Drittland.
Hier wiederum im Anschluss dann die Umsetzung (insofern bis dahin erledigt) eines Handels-/Präferenz-abkommens zwischen der EU und UK - evtl. Aufnahme der UK in den EWR und Behandlung dann wie Norwegen, Island und Liechtenstein.

Klingone Geschrieben am 07 Januar 2019



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Chev wrote:

Ich denke mal, über das Thema Präferenzen hat sich bei den meisten Unternehmen auch noch keiner Gedanken gemacht (Vormaterial aus UK...).

Wie denn auch, ohne Präferenzabkommen?

Meinte das eigentlich andersrum; Beispiel:

Du hast eine Maschine in der sich ein Motor aus GB befindet; diese Maschine führst Du mit Präf=J regelmäßig in die Schweiz aus.

Da der Motor sehr teuer ist, kann es sein, dass DU schlagartig ab 01.04.19 auf Präf=N umstellen musst.

Chev Geschrieben am 07 Januar 2019



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Ja, korrekt - von der Seite habe ich es noch nicht betrachtet.

integrator Geschrieben am 16 Januar 2019



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Eine ganz naive Frage zur Ausfuhr unter der Voraussetzung, dass der harte BREXIT kommt:

Im ATLAS kann ich erst ab 29.03. 0.01 Uhr ein Ausfuhrbegleitdokument ABD auf Großbritannien schreiben.
Ohne ABD keine Einfuhr in Großbritannien ab 29.03. Baue ich eine Zeit-Sicherheit ein, fahre ich letztmalig als Beispiel am 22.03. papierlos raus, um nicht Gefahr zu laufen, nach dem 29.03. ohne Zolldokument anzukommen. Bedeutet eine Versandpause und entsprechende leere Regale in Großbritannien in dieser Übergangsphase. Ich finde diese Denke grausam und hoffe, in meinen Überlegungen einen groben Fehler eingebaut zu haben.

Chev Geschrieben am 17 Januar 2019



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Das wären halt die Auswirkungen des harten Brexits, den ich aber aufgrund des dann entstehenden Chaos' für unwahrscheinlich halte. Ich würde mich noch nicht zu tief mit den Details befassen und nicht überlegen "was wäre, wenn...". Momentan schwebt das alles noch in sehr luftigen Höhen auf politischer Ebene... Sollte der harte Brexit kommen, wird man ihn eh jetzt nicht mehr ausreichend vorbereiten können. Dafür reichen 2,5 Monate nicht aus.

waldorf Geschrieben am 17 Januar 2019



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integrator wrote:

Ohne ABD keine Einfuhr in Großbritannien ab 29.03.
Das stimmt so nicht - "ohne ABD keine Ausfuhr aus der EU" wäre richtig. Ich gehe davon aus, dass es Übergangsbestimmungen geben wird, sinngemäß etwa so, dass Ware, die lt. Frachtpapieren vor dem Brexit-Day versandt wurden, keine Zollformalitäten benötigen. Trotzdem ist es sinnvoll, nicht noch kurz davor, Ware loszuschicken.

waldorf Geschrieben am 17 Januar 2019



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Chev wrote:
Ich würde mich noch nicht zu tief mit den Details befassen und nicht überlegen "was wäre, wenn...". Momentan schwebt das alles noch in sehr luftigen Höhen auf politischer Ebene... Sollte der harte Brexit kommen, wird man ihn eh jetzt nicht mehr ausreichend vorbereiten können. Dafür reichen 2,5 Monate nicht aus.


Wenn UK für dich kein wichtiger Geschäftspartner ist, kannst du so denken. Wenn du aber dort Kunden schnell mit Ersatzteilen versorgen musst und/oder eigene Läden betreibst, E-Commerce-Lieferungen hast, drüben eine Produktions- oder Vertriebstochter hast, bleibt dir doch nichts anderes übrig, dich auf den worst-case vorzubereiten. Bei der jetzigen chaotischen Lage ist der leider nicht auszuschließen. Dabei muss aber von vornherein klar sein, dass selbst wenn man sich bestmöglich vorbereitet, die Ware sich an der Grenze hinten anstellen muss und erhebliche Lieferverzögerungen befürchtet werden müssen.

Nicht umsonst bezeichnet sich der brit. Gesundheitsminister als größter Einkäufer von Kühlschränken (um Medikamentenvorräte anzuschaffen) und empfiehlt die brit. Regierung den Lebensmittelmärkten die Sicherheitsmaßnahmen zu erhöhen, weil Plünderungen möglich sind.

Chev Geschrieben am 17 Januar 2019



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Ich würde trotzdem die nächsten 2-3 Wochen nochmal abwarten. Momentan ist doch völlig unklar, wohin die Reise geht. Und wenn dann doch die Übergangsregelung kommt, welche die UK dann weiterhin zum Zollgebiet der EU zählen lässt und alles erstmal so bleibt wie es ist, waren alle Sorgen umsonst.

Auf jeden Fall stimme ich aber zu, dass Unternehmen, welche bislang nicht mit Ausfuhren in Verbindung gekommen sind und/oder wichtige Partner in UK haben, sich mit der Materie auseinander setzen sollten.

Von einen Tag auf den anderen wird es eh nicht möglich sein, den Hebel umzulegen. Die Zollverwaltungen beider Ländergruppen müssen sich im Klaren sein, ab wann es sich definitiv um Ausfuhren/Einfuhren handelt und dieses "kontrolliert" wird. Letztendlich muss u. a. für die Verbindungen Calais-Dover eine Zollgrenze hochgezogen werden, wo momentan noch keine ist. LKW's würden dann erstmal unabgefertigt zwischen der EU und UK verkehren. Wie sollen dann Zollverfahren beendet (Ausfuhr) bzw. eröffnet werden können (Einfuhr/T1), etc...?

waldorf Geschrieben am 18 Januar 2019



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Chev wrote:

Von einen Tag auf den anderen wird es eh nicht möglich sein, den Hebel umzulegen. Die Zollverwaltungen beider Ländergruppen müssen sich im Klaren sein, ab wann es sich definitiv um Ausfuhren/Einfuhren handelt und dieses "kontrolliert" wird. Letztendlich muss u. a. für die Verbindungen Calais-Dover eine Zollgrenze hochgezogen werden, wo momentan noch keine ist. LKW's würden dann erstmal unabgefertigt zwischen der EU und UK verkehren. Wie sollen dann Zollverfahren beendet (Ausfuhr) bzw. eröffnet werden können (Einfuhr/T1), etc...?


Doch, das ist doch genau das Schrecken-Szenario eines "No Deal" - Brexits am 29.3, der noch immer möglich ist. Wenn sich die brit. Regierung nicht entscheidet und es nicht zu einer Verschiebung des Brexittermins oder einer Übergangsregelung kommt, tritt genau dieser Fall ein. Und am 29.3. anzufangen zu überlegen, wie du deine Ware nach/aus UK bekommst, ist ein bisschen spät. Wir bereiten uns jedenfalls vor (soweit das möglich ist) und ich hoffe sehr, dass der gesamte Aufwand umsonst sein wird.

Gesunder Menschenverstand sagt einem eigentlich, dass es niemand zu dieser chaotischen Situation kommen lassen will. Aber ich habe inzwischen gelernt, dass man sich wegen der aktuellen Änderungen des Politikstils (Brexit, Trump und populistische Amateurregierungen anderswo) darauf nicht mehr verlassen kann.

Carsten Geschrieben am 18 Januar 2019



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Der Zeitraum für eine Verschiebung der Entscheidung, wie auch immer diese ausfällt, ist ja sehr begrenzt. Am 23. Mai beginnt die Europawahl, bis kurz davor werden die Europäer einer Verschiebung der harten BREXIT-Entscheidung zustimmen. Länger nicht, da die Briten dann wieder mitentscheiden dürften, was keiner mehr will. Wenn Theresa May nicht noch etwas aus dem Hut zaubert, was das Unterhaus überzeugt, wird es unweigerlich zu einem harten BREXIT kommen. Ich persönlich glaube eher an den harten BREXIT. Bleibt spannend.

Chev Geschrieben am 18 Januar 2019



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Dann sollten sich aber auch die Zollverwaltungen intensiv vorbereiten und möglichst bald Informationen an die Unternehmen und Spediteure geben, wie hinsichtlich der Zollabwicklung ab Eintreten des No-Deal-Brexits verfahren werden soll, wie die Zollprozesse gewährleistet werden und ab wann diese letztendlich "verbindlich" sind (Thema Überganszeiträume). Auch die EU muss sich hinsetzen und ggf. entsprechende Verordnungen erlassen, um den Austritt rechtlich klarzustellen. Ob das alles bis zum 29.03. erfolgt, wage ich weiterhin in Frage zu stellen.

Robin Geschrieben am 18 Januar 2019



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Die Infos vom Zoll sind auch nicht aktuell im Bezug auf den Brexit soweit man das mitbekommt.

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