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Vorgehensweise bei Offload durch Airline


Alles zu Verladbarkeiten von Luftfrachtsendungen, aktuelle Luftfrachtraten, Claims und vorsorglichen Haftbarhaltungen, Luftfracht Container und Flugzeugtypen, eFreight und eAWB/EAP/EAW, aktuelle Airfreightsurcharge, Fuelsurcharge, etc.


CargDude Geschrieben am 16 Mai 2020



Dabei seit
01 Oktober 2008
35 Beiträge
Hallo Kollegen,

In Zeiten von Covid19 ist es verständlicherweise erschwert möglich Frachtkapazitäten für einen angemessenen Preis zu ergattern, insbesondere wenn die Sendung nur auf eine B747-F verladbar ist und nach USA transportiert werden muss. Da kann man die moglichen Carrier an einer Hand abzählen. Wenn man jedoch die Frachtkapazität frühzeitig gebucht hat, diese einem auch 1 Woche vor Abflug bestätigt wurde und dann 48Stunden vor Abflug abgeladen wird, dann platzt mir schlichtweg der Kragen.

Zur Situation:
8 Kisten mit 19t actual und ca 95cbm wurden an Tag 1 gebucht für Abflug per Direktflug an Tag 7. Mehrmals wurde mir auf Nachfrage mündlich durch die Airline versichert, dass die Sendung fliegt wie gebucht.
48 Stunden vor Abflug ; sprich um 17:59 an einem Freitag meldet sich die Airline und teilt schriftlich mit, dass aufgrund eines Downgrades von einer 747-8 auf eine 747-4 die gebuchte Kapazität leider nicht mehr verfügbar ist und die Sendung nun 7 Tage später fliegen wird!

Unterschied zu den beiden Flugzeugtypen sind lediglich 20t weniger Kapazität. Hier wurde, wie üblich bei einigen Airlines, schlichtweg überbucht während der Woche und dann Sendungen priorisiert die teurer verkauft wurden pro kg.

Gibt es Möglichkeiten sich gegen so ein Vorgehen zu wehren? Falls ja, wie wäre hier die Vorgehensweise?

Empfehlungen und Meinungen sind sehr willkommen.

CARGOFORUM PARTNER

airliner Geschrieben am 17 Mai 2020



Dabei seit
24 Januar 2005
557 Beiträge
Hallo CargDude,

warum so skeptisch? Der genannte Offloadgrund und das Vorgehen der Airline klingen doch plausibel und nachvollziehbar. Bei "lediglich 20t weniger Kapazität" sprechen wir über 1/5 bis 1/4 der gesamten Payload des Fluges. Neben dem Aircraftchange und je nach Wetterlage über dem Nordatlantik kann die Payload noch weiter zurück gehen.
Der Tag der Buchung ist übrigens kein Kriterium dafür, dass eine Sendung mitgehen muss oder nicht. Bei einem Offload entscheidet die individuelle "Shipment Ranking List" einer Airline und weitere ganz pragmatische Gründe.
Zunächst wird geschaut welches Produkt hat der Kunde denn gebucht. Da haben die Premiumprodukte ersteinmal Vorrang. In Covid-Zeiten buchen die meisten Kunden Premium. Da hast Du mit 20t general Cargo, falls Du so gebucht hast, auf einem Flug direkt das Nachsehen. Das ist halt die Produktdifferenzierung. Wer das teurere Produkt kauft, hat halt bei notwendigen Offloads den Vorrang. Ob Du eine Woche, zwei oder bereits vier Wochen vor Abflug gebucht hast ist unerheblich.

Dann haben zB temperaturgeführte Sendungen Vorrang. Davon werden im Moment, aufgrund der Pandemie, wirklich viele geflogen. Gleiches gilt für weitere verderbliche Waren, usw.
Im Fall deiner Sendung hat es wohl super gepasst, wahrscheinlich Standard gebucht und mit einer einzigen abgeladenen Sendung bekommt der Ladeplaner den gesamten Flug sauber gerechnet. Somit muss die Airline auch nur einen Kunden verärgern.

Noch ein Nachsatz zu dem Argument einiger Kunden, dass Airlines Ihre Flüge mit Fracht überbuchen. Das wird seitens einiger Spediteure und der verladenden Industrie immer negativ herausgestellt. Ja, Flüge werden überbucht. Je nach Route, sogar um bis zu 50% und mehr. Dafür haben Airlines aber auch gute Gründe. Die Gründe sind Sendungen die kurz vor Abflug nicht durch die Sicherheitskontrolle kommen, zB wegen Dunkelalarm. Das sind kurzfristige Stornierungen von Kunden deren Produkte nicht den Anforderungen des Endkunden entsprechen. Der Hauptgrund wird aber durch einige Spediteure und Verlader selber verursacht, das sind Blockbuchungen die viel zu hoch sind und Sendungen die nicht angeliefert werden ohne die Airline darüber zu benachrichtigen, sogenannte "noshows".
Da es in der Luftfracht, bis auf wenige Ausnahmen, keine Stornogebühr gibt ist das die einzige Möglichkeit einer Airline, einer einseitigen Risikoverteilung bei einem Ausfall, für den sie nichts kann, entgegenzuwirken.

Ich verstehe deinen Ärger. Aber dagegen gibt es keine Vorgehensweise. Wie genau sieht denn deine Sendung aus. Dann habe ich eventuell einen Tipp für deine nächste Verladung.

CargDude Geschrieben am 18 Mai 2020



Dabei seit
01 Oktober 2008
35 Beiträge
Hallo airliner,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

Die Sendung sieht von den Abmessungen her, ca so aus: 393*243*256cm.

Welchen Tip hättest du hier für mich?

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