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Mein erster Import LCL Seefracht


MiTo Geschrieben am 23 November 2022



Dabei seit
23 November 2022
3 Beiträge
Hallo, leider bin ich bei meinem ersten Import etwas auf die Nase gefallen, denn die Kosten unterm Strich waren so vorab für mich als Anfänger nicht ersichtlich.

Ich habe ca. 4CBM Katons (780kg) aus China auf dem Schiffweg importiern lassen. Nach etwas Recherche hatte ich mich für CIF entschieden, da sich dies für mich am sichersten las. Die Kosten von China nach Hamburg CIF wurden mir mit ca. 1100€ vom Chinesen als Versender mitgeteilt. In Hamburg habe ich dann ein Logistikunternehmen für die Entgegennahme, Verzollung etc. bis Liefung vor die Firma beauftragt. Sollte ca. 470€ Gesamtkosten exkl. der Vorkosten, Einfuhrabgaben, Aufschubkontonutzungsgeb sein. Dann kam aber die große Rechnung von 1900€ (ohne Zoll und UST.), davon allein 1100€ Hafenkosten, von denen ich noch nichts wusste. Nun hat sich heraus gestellt, dass die Ware bereits in Rotterdam entladen wurde und für eine Umfrachtung nun nochmal über 410€ in Rechnung gestellt werden.

Ist das alles so rechtens? Lag der Fehler an mir, was könnte ich beim nächsten Mal besser machen? Ich wüsste doch gerne vorab den genauen Betrag der anfällt, das sollte doch möglich sein, oder?

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Carsten Geschrieben am 23 November 2022



Dabei seit
18 Januar 2005
809 Beiträge
Guten Morgen MiTo,

nutze mal die Suchfunktion des Forums und gib die Begriffe LCL und IMPORT ein.

cargoforum.de/Forums/search.html

Du wirst sehen, Du bist nicht alleine ;-) Schöne Grüße

Chev Geschrieben am 23 November 2022



Dabei seit
10 April 2009
1373 Beiträge
Über solche Fälle wurde hier im Forum schon häufig berichtet. Es handelt sich um eine Betrugsmasche, welche oft aus Asien (z. B. China, Indien) bei Importen per Seefracht und CFR / CIF Incoterms angewendet wird. Die erfundenen Zuschläge / Kosten, welche über den deutschen Empfangsspediteur berechnet werden, teilen sich der Chinesische Versandspediteur + Lieferant auf und bereichern sich zusätzlich.
Dass man zunächst ein günstiges Angebot für den Transport macht (z. B. 1.100 EUR), gehört dabei zur Strategie. Wie du siehst, sind die effektiven Kosten aber nochmal deutlich höher bzw. vervielfachen sich sogar.

Ich frage mich allerdings immer wieder, warum deutsche Spediteure das mitmachen und auch nicht davor warnen.
Auch bei CFR / CIF würde ich mir immer die Daten des deutschen Empfangsspediteurs im Vorfeld geben lassen, um dies mit ihm abzustimmen. Zudem kann dieser ein Gegenangebot für den Import ab z. B. FCA Seehafen China erstellen. In diesem Fall hättet ihr einen fixen Preis und beauftragt den Transport selbst.

MiTo Geschrieben am 23 November 2022



Dabei seit
23 November 2022
3 Beiträge
ok, das würde für die Import Hafenkosten Hamburg so passen, du muss ich beim nächsten Mal beser aufpassen. Aber was ist mit den zusätzlichen Umfuhr Kosten? Ich habe ja CIF bis Hamburg bezahlt, das heisst doch dass der Versender alle Kosten bis eben Hanburg zahlt. Somit auch den Weg von Rotterdam bis Hamburg, oder was sonst noch dazwischen liegt. Ich habe ja die bezahlte Leistung (Lieferung bis Hamburg nicht bekommen, sondern nur bis Rotterdam). Insofern müsste ich doch diese Rechnung an den versender durchreichen können, oder?

Chev Geschrieben am 23 November 2022



Dabei seit
10 April 2009
1373 Beiträge
Eigentlich passt hier gar nichts :-)
Wie gesagt, es sind in den Hafenkosten bzw. Handlingkosten versteckte, fiktive Zuschläge enthalten, welche ihr nun tragen müsst, um an die Ware zu gelangen.

Wie es zudem aussieht, wurde der Container in Rotterdam statt in Hamburg entladen. Da der Versender jedoch für den Transport bis CIF Hamburg verantwortlich ist, würde ich die Umfuhrkosten nicht akzeptieren. Hat der deutsche Spediteur erwähnt, warum der Container bereits in Rotterdam entladen wurde? Was sagt der Verfrachter (Reederei) dazu?

MiTo Geschrieben am 23 November 2022



Dabei seit
23 November 2022
3 Beiträge
Der deutsche Spediteur schiebt alles auf den Versender, er würde nur die Rechnungen weiter reichen. Den Versender habe ich dazu nun kontaktiert, will morgen Stellung nehmen.

b.a.nause Geschrieben am 24 November 2022



Dabei seit
07 September 2021
30 Beiträge
Ich gebe auch nochmal meinen Senf dazu, da ich das Thema aus 15 Jahren Arbeit bei einem deutschen Seefrachtspediteur nur zu gut kenne. Ich würde nicht soweit gehen und das als "Betrugsmasche" bezeichnen. Es ist aber so, dass der chinesische Versender supergünstige Seefrachtraten bei einem chinesischen Spediteur einkauft und das natürlich erstmal verlockend aussieht. Ggfs. weiß der chinesische Lieferant gar nicht, dass so hohe landing charges für seinen Kunden anfallen. Mit den hohen landing charges werden diese niedrigen Seefrachtraten nämlich subventioniert.

Die Reederei hat immer das Recht, einen Hafen auszulassen und bspw. alles in Rotterdam zu entladen. Das wird dir wahrscheinlich als Begründung präsentiert und du zahlst als Empfänger dann eben auch die Umfuhr.

Der deutsche Spediteur, den du für den Nachlauf beauftragt hast, kann tatsächlich nichts für die hohe Rechnung und kann die nur an dich durchreichen.

Chev Geschrieben am 24 November 2022



Dabei seit
10 April 2009
1373 Beiträge
Ich würde es sehr wohl als Betrugsmasche bezeichnen, denn betrachtet man die anderen Fälle hier im Forum, geht es z. T. um erfundene und fiktive Zuschläge, die durch den Versandspediteur in China erhoben werden und nicht vom Empfangsspediteur auf deutscher Seite ausgehen sondern nur durchgereicht werden. Mit normalen LCL Kai- und Servicegebühren hat das nichts mehr zu tun.

Stichwort: CISF/ISF/IISF

Über diese nicht existenten Charges, welche der Versandspediteur in China erhält, lässt er quasi den Seetransport vom Empfänger in Deutschland bezahlen + Bonus, den er sich ggf. mit dem Lieferanten aufteilt. Somit bezahlt der Lieferant für den Seetransport nichts (obwohl er das bei CIF/CFR tun müsste) und lässt dies indirekt durch den Empfänger finanzieren. Zudem erhält der Lieferant einen Bonus vom Versandspediteur und/oder lässt sich zusätzlich die Frachtkosten auch noch über seine Rechnung an den Kunden in D bezahlen - in dem Fall 1.100 EUR - wenn ich das oben richtig gesehen habe. Diese 1.100 EUR sind für den Lieferanten Reingewinn, da er wie gesagt nichts für die Fracht zahlen muss. Man bezahlt also als Empfänger mindestens doppelt für die Seefracht + Boni. Nichts anderes ist es.

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