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Sind Incoterms noch praktikabel ?


Die richtigen INCOTERMS finden. Übersicht INCOTERMS 2020. Incoterms 2020 Änderungen. Das Forum INCOTERMS gibt Hilfe zum Finden und Einsatz der richtigen INCOTERMS Klauseln für den Käufer und Verkäufer und welche Rechte und Pflichten sich daraus ergeben. Es behandelt wichtige Begriffe wie "Gefahrtragung", "Liefer- oder Erfüllungsort" und "Kosten" die in den Klauseln selber nicht kommentiert werden und diskutiert die Verwendung von INCOTERMS-Klauseln und deren Auswirkungen auf die Exportdokumente, die Exportkontrolle und die Zollwertberechnung.


Schwepper Geschrieben am 17 Juni 2016



Dabei seit
17 Juni 2016
1 Beiträge
Unsere Geschäftsleitung erwartet vom Vertrieb, dass wir Incoterms-konforme Lieferbedingungen verwenden. Mittlerweile gehen fast 80 % unserer Sendungen mit UPS raus. Mit UPS haben wir deshalb längst ein Account eingerichtet. Dann erhalten wir automatisch Rechnungen für die Transportaufträge von UPS. Mit unseren meisten Kunden besteht allerdings die Vereinbarung, dass die Kunden die Transport-/Versandkosten übernehmen. Sehr viele dieser Kunden - darunter viele im Ausland - haben aber kein UPS-Account, weil sie UPS nicht für ihre eigene Frachten nutzen, weil UPS dort nicht gut aufgestellt sind, oder aus anderen Gründen. Da UPS grundsätzlich nicht Rechnungen an Firmen sendet, die kein Account haben, landen also die Rechnungen bei uns. UPS, über unser Account abgewickelt, ist viel günstiger als andere Alternativen, die unseren Kunden zur Verfügung stehen wenn sie selber den Versand in Auftrag geben. Deshalb möchten wir gerne weiterhin den Versand über unseren UPS-Account abwickeln aber gleichzeitig sollen unsere Kunden die Fracht-/Versandkosten zahlen. Bisher haben wir ein Sonderkonstrukt benutz um dieses Problem zu lösen, und zwar (z.B.) "CPT gegen Berechnung der Frachtkosten", was völlig widersprüchlich ist und im Streitfall problematisch wird. Wir finden für diese Situation keine passende Incotermsklausel. Wer kennt das Problem und wie kann man es lösen ?
MfG Lilleboe
Schwepper

CARGOFORUM PARTNER

Chev Geschrieben am 17 Juni 2016



Dabei seit
10 April 2009
1014 Beiträge
Um es kurz zusammenzufassen: Ihr seid Frachtzahler (Vertragspartner des Spediteurs bzw. hier KEP-Dienstleisters) und gebt diese Frachtkosten jedoch an eure Kunden weiter. Das ist ein häufig angewandtes Prozedere.

CPT hier anzusetzen, ist schon mal nicht schlecht. Es ist eben das sog. "unechte" CPT mit Weitergabe der Frachtkosten, welches eine legitime Abwandlung bzw. Variante von C-Klauseln ist. Der Zusatz "gegen Berechnung der Fracht" ist meiner Meinung nach für den Kunden unmissverständlich. Und bekräftigt nochmal, dass es sich um ein "unechtes" CPT handelt.

Eine andere Möglichkeit wäre "FCA Verladeort" zu nehmen und mit eurem Kunden individuell zu vereinbaren, dass ihr grundsätzlich Auftraggeber des Dienstleisters bis zu einem gewissen Zustellort seid. Dieses lässt dann den nötigen rechtlichen Freiraum, die Frachtkosten zwischen "Verladeort" und "Zustellort" an den Kunden weiterzugeben...

Ob die Incoterms an sich noch praktikabel sind oder nicht - darüber lässt sich streiten...

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