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Verdoppelung der Maut


Güterkraftverkehr und LKW Forum: Erfahrungsaustausch, Tipps und Tricks für Disponenten, Entscheider und Fuhrparkmanager. Unser Forum Güterkraftverkehr und LKW behandelt Fragen wie, welche Routenplanungs-Tools gibt es für den Güterkraftverkehr? Welche Versicherungen sind für den Güterkraftverkehr sinnvoll? Wie wird man Fuhrparkmanager und was sind die wichtigsten Aufgaben? Welche Trends gibt es im Güterkraftverkehr und wie wirken sie sich auf die Branche aus? Wie lässt sich die Kraftstoffeffizienz von LKWs verbessern?


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Gobalplayer Geschrieben am 30 Juni 2005





Hallo, bin heute erstmals auf dieses Forum gestossen. Sehr interessante Themen.
Zur Maut vielleicht noch ein Aspekt, der gerne in der Diskussion verdrängt wird: Es entsteht der Eindruck, als würde durch die Verteuerung der Straßentransporte eine Entscheidung für einen anderen Verkehrsträger vom Verlader getroffen oder ihn zumindest zum Überlegen bringen. Dies wäre dann richtig, wenn wir in unserer eigenen kleinen deutschen Welt leben würden. Tun wir aber nicht! Falls es noch nicht klar ist: Durch immer höhere Abgaben, wird nicht der Transport der Waren von der Straße auf die Schiene verlagert, sondern die Produktion der Ware dorthin, wo es wirtschaftlicher ist. Bestehen können wir nur im globalen Wettbewerb, wenn wir die Kosten senken und nicht nach oben treiben! Die Maut ist ein weiterer kleiner Sargnagel für den Standort Deutschland/Europa. Die Chinesen und Inder dieser Welt brauchen nur abzuwarten, bis wir in unserer grenzenlosen Ich-bezogenheit den Blick für die Realität und damit für den Markt verloren haben. Unser Unternehmen ist gerade dabei im großen Umfang in China zu investieren und Investitionsgüter herstellen zu lassen.

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Carsten Geschrieben am 30 Juni 2005



Dabei seit
18 Januar 2005
801 Beiträge
Ein sicher interessanter Aspekt, der es verdient diskutiert zu werden.

Michael Geschrieben am 30 Juni 2005



Dabei seit
24 Februar 2005
674 Beiträge
Moin Globalplayer,

willkommen im Club. ;-)

Vielen Dank für den neuen Aspekt, den Du in die Diskussion eingebracht hast.

Zitieren::
Unser Unternehmen ist gerade dabei im großen Umfang in China zu investieren und Investitionsgüter herstellen zu lassen.
... weil in Deutschland für LKW-Transporte Maut zu zahlen ist...? Das kann ich mir kaum vorstellen. Vermutlich ist der Hintergrund doch wohl eher, daß die Rahmenbedingungen in Deutschland allgemein nicht gerade die Besten sind. Reformen sind dringend notwendig, allerdings sollte dort angesetzt werden, wo wirklicher Handlungsbedarf besteht: eine Unternehmenssteuerreform muß her, bei den Lohnnebenkosten könnte man ansetzen und bei den Lohnkosten selber auch, nur wäre das keine politische Entscheidung.

Was passiert denn mit den Investitionsgütern, nachdem sie in China hergestellt worden sind?

Zitieren::
Durch immer höhere Abgaben, wird nicht der Transport der Waren von der Straße auf die Schiene verlagert, sondern die Produktion der Ware dorthin, wo es wirtschaftlicher ist.
Das muß keineswegs so ein. Natürlich müssen wir uns in einer globalisierten Welt einer anderen Konkurrenz stellen, als das bisher der Fall war. Trotzdem sollten auch weiterhin Steuerungselemente Wirkung zeigen können. Und die Verteuerung des Transports auf der Straße kann dazu führen, daß Transporte auf andere Verkehrsträger ausweichen. Nur muß es dafür natürlich auch eine funktionierende Infrastruktur geben.

Natürlich führt die Verteuerung von Transporten auf der Straße auch dazu, daß die Kosten nicht nur in der Industrie steigen, sofern nicht auf andere Verkehrsträger ausgewichen werden kann. In diesem Zusammenhang würde mich einmal interessieren, wie hoch die Transportkosten bei Straßentransporten eigentlich sind. Gibt es dazu belastbare Zahlen, idealerweise auch Vergleichszahlen zu anderen Verkehrsträgern?

Zitieren::
Bestehen können wir nur im globalen Wettbewerb, wenn wir die Kosten senken und nicht nach oben treiben!
Ja. Und selbst dann werden viele Güter weiterhin in anderen Ländern der Welt günstiger hergestellt werden können. Und wenn die Chinesen irgendwann einmal zu teuer geworden sind, dann machen es halt die Brasilianer oder sonstwer.

Zitieren::
Die Maut ist ein weiterer kleiner Sargnagel für den Standort Deutschland/Europa
Woran machst Du das fest? Es gibt viele europäische Länder, in denen es bereits seit langem eine Maut gibt. Ist dort die Wirtschaft zusammengebrochen? Und warum denken andere europäische Länder, die noch keine Maut haben, ebenfalls über eine Einführung nach? Etwa, weil sie ihre Wirtschaft ruinieren wollen? Und selbst in China wird offenbar über ein Mautsystem nachgedacht.

Gruß,
Michael

kotschi Geschrieben am 01 Juli 2005



Dabei seit
10 März 2005
40 Beiträge
ich seh' das genauso wie Michael. Die Maut ist wohl das kleinste unserer Kostenprobleme in Deutschland.

Bin selbst in einem Industrieunternehmen in der Kostenkalkulation tätig und kann aus meiner Erfahrung heraus nur sagen, die Mautgebühr wirkt sich in den Produktpreisen bei Klein- und Massengütern bestenfalls in der 3. Kommastelle der Stückkosten aus.

Ich nehm' mal an, daß der Großteil des LKW Aufkommens auf Deutschlands Strassen durch Kleinserien und Massenguttransporten generiert ist (ohne hier jetzt wirklich fundierte Zahlen vorweisen zu können).
Klar, für den Spediteur, der unmittelbar diese Abgaben löhnen muß ist die Wirkung direkter, da er sozusagen diese Kosten "vorfinanziert", als für die Unternehmen, für die die Massengüter transportiert werden und die diese Gebühren über die Stückzahlen amortisieren können.

Die Forderung nach Flexibilität (sowohl terminlich alsauch transportgeographisch) hat sich in unserer Zeit zu einem MUSS entwickelt. Ob dies überall und immer wirklich sein muß, laß ich mal dahingestellt.
Es ist nun mal so, daß in den Köpfen vieler Entscheider die Bahn als unflexibel und unzuverlässig registriert ist, sei es aufgrund von eigenen Erfahrungen oder negativen Berichten in den Medien. Mangelnde Flexibilität wird als Nachteil im Wettbewerb empfunden.

Unser Unternehmen befördert nur einen Bruchteil unserer Produkte mit der Bahn (der Anteil liegt so zwischen 5 - 8%). In den meisten Fällen bestimmen unsere Kunden, mit welchem Verkehrsmittel wir die Ware befördern müssen, das ist i. d. R. LKW, auch wenn wir eine gute Bahnanbindung vorweisen können.
Diese Vorgabe, hängt in erster Linie wohl von den in unserer Branche weit verbreiteten "Milk run" und Liefertakt-systemen und den Relationskonzepten der eingesetzten Frachtführer ab.

Mich persönlich ärgert mehr die Verwendung der Mauteinnahmen. Es ist abzuwarten, ob die Einnahmen wirklich wieder den Verkehrssystemen und der Infrastruktur zugeführt werden, oder ob, wie schon so häufig geschehen, damit andere Haushaltslöcher gestopft werden.



Kotschi :roll:

RD Geschrieben am 04 Juli 2005



Dabei seit
15 April 2005
402 Beiträge
da stimm ich auch michael und kotschi zu. hab nix zuzufügen.

globalplayer Geschrieben am 16 August 2005





Hallo zusammen,
offenbar ist mein kleiner Beitrag nicht so recht verstanden worden.

Natürlich wird niemand wegen der Maut alleine den Produktionsstandort wechseln. Aber jeder kleine Baustein mit Mehrkosten treibt die Kosten insgesamt nach oben. Natürlich gibt es Dinge, die mehr stören (Lohnnebenkosten und Bürokratie). Aber warum muss noch eines dazukommen?
Ja, sicher haben andere Länder auch eine Maut! Aber auch das erhöht die Kosten insgesamt ja genauso.
Kalkulatorisch mag es sein, dass sich das in der 3. Stelle hinter dem Komma bewegt. Aber in Summe wird die Maut bei uns im Jahr einen deutlich sechsstelligen Betrag ausmachen. Und unsere Kunden haben wir überwiegend nicht in Europa sondern in Ostasien. Wir lassen ohnehin schon weltweit fertigen und fügen dann die Dinge auf unseren Baustellen zusammen. Der Kostendruck für die in Deutschland verbliebenen Anlagenteile ist enorm. Da sehe ich es als meine Aufgabe, die Kosten dort zu bekämpfen, wo ich es kann. Es geht hier um unsere Arbeitsplätze! Und den Verantwortlichen in einem Unternehmen möchte ich sehen, der so locker mal so 150.000 Euro oder mehr im Jahr als nicht so wichtig ansieht.

Für meinen Verantwortungsbereich ist klar, dass ich diese Kosten an anderer Stelle einsparen muss, da unsere Kunden nicht mehr zahlen werden. Also werden wir kurzfristig den Druck auf die Spediteure erhöhen. Langfristig muss Deutschland entscheiden, ob hier noch produziert werden soll oder ob alle nur noch Dienstleistung betreiben und bei MacDonalds Hamburger verkaufen (die sich dann keiner mehr leisten kann). Diese kleine Polemik sei mir verziehen.

Sales Geschrieben am 17 August 2005



Dabei seit
27 Januar 2005
115 Beiträge
Auch ich glaube, dass die Maut nicht wirklich ein entscheidender Kostenfaktor für eine Standortwahl ist. Was mich mehr ärgert, ähnlich wie auch Kotschi, ist die Verwendung der Maut. Allerdings halte ich selbst die Verwendung der Maut für die Verkehrsträger nicht für wirklich sinnvoll, wenn der überwiegende Teil in die Schiene fließt.

Die Maut ist definitiv kein Mittel, die Logistiker zu zwingen von der Straße auf die Schiene auszuweichen. Wenn jedoch nicht genug in unser Straßennetz investiert wird, ist das ein erheblicher Nachteil unserer Infrastruktur und somit ein Wettbewerbsnachteil.

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