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AEO - Vorteile werden nicht gewährt


waldorf Geschrieben am 12 Juli 2010



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Es ist kein Geheimnis, dass die Vorteile für den AEO sehr bescheiden sind.
Aber die wenigen Vorteile sollten wenigstens auch in der Praxis umgesetzt werden. So sollen AEOs vorab informiert werden, wenn Beschauen stattfinden. Das hat sich aber wohl beim Zoll noch nicht herumgesprochen. Seit wir AEO sind, haben die Beschauen bei Aus- und Einfuhr trotz absolut unsensibler Produkte eher zu- als abgenommen. Keine wurde bisher vorher angekündigt. Zoll - mach bitte deine Hausaufgaben !

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Der_Staufer Geschrieben am 12 Juli 2010



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Was sagt denn der Zoll dazu?

waldorf Geschrieben am 13 Juli 2010



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Auf die Frage, warum trotz AEO mehr beschaut wird, bekommt man keine offizielle Antwort, sondern nur Vermutungen wie diese: "Es wird generell mehr beschaut, ohne AEO wären es halt noch mehr." Ich vermute aber auch, dass die mannigfaltigen Risikohinweise in ATLAS die Zöllner dazu bewegen, mehr zu beschauen. Das führt u.a. dazu, dass x-mal hintereinander Import-Sendungen gleicher Waren und gleicher Absender beschaut werden (was Zeit und Geld kostet). Daraus schliesse ich: 1. Die Risikoanalyse des Zolls ist zu statisch und zu dumm (= nicht lernfähig). 2. IT-Systeme ersetzen das Denken des Zöllners nicht (leider habe ich verstärkt diesen Eindruck).

Das Thema "fehlende Vorinfo über Beschauen" liegt lapidar daran, dass die Zöllner nicht daran denken. Vielleicht sollte man in ATLAS einen Zusatzvermerk anbringen wie z.B. "Anmelder ist AEO - Beschauen auf ein absolutes Minimum beschränken und ggf. rechtzeitig vorher anmelden - bitte auf andere Importeure konzentrieren !" Warum haben wir sonst diesen Aufwand betrieben ?

Der_Staufer Geschrieben am 13 Juli 2010



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Ich würd mich da mal an den Vorsteher des HZAs wenden, und an den Bearbeiter, der den AEO bewilligt hat. Ich würde an deiner Stelle ne Statistik führen, wann der Zoll welche Waren beschaut und diese mit vorlegen.

Das mit dem nicht daran denken wäre für mich ein Grund, dem Zoll die Ware nicht zu zeigen, denn die Beschau wurde ja nicht angemeldet, entgegen den eigenen Spielregeln. Begründen würde ich das z.B. mit Personalmangel, dass man nicht auf unangemeldete Beschauen mehr vorbereitet ist, da es diese mit dem AEO nicht gibt.

Die IT-Systeme ersetzen nirgends das Denken der Anwender, auch nicht beim Zoll. Sieht man doch gut am EZT, mit den ganzen Fussnoten der Ausfuhrliste, die einfach bei "anderen" gänzlich aufgeführt werden und alle einzeln abgearbeitet werden müssen.

Die meisten Beschauen des Zolls sind eher Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Meine Erfahrung zeigt, dass diese selten irgendwelche Risiken geschuldet sind. Es gibt kaum noch Tarifanomalien (große Zollsatzunterschiede bei fast identischen Waren bzw. unterschiedliche Zollsätze innerhalb einer Pos.), bleiben einzig Exportkontrollen und Beschauen aufgrund Verbote und Beschränkungen.

Ich kann mir pers. auch nicht vorstellen, wie das mit weniger Beschauen bei den AEO sein soll, schließlich nimmt die Zahl der AEO stetig zu und wenn es sich, wie die Qaulitätskontrollen nach ISO 9001 ff. als Standard durchgesetzt hat, dann darf der Zoll ja gar nichts mehr beschauen, da der AEO dann inflationär vorhanden ist. Es kann also nur in einer Übergangszeit so gehen.

amothie Geschrieben am 18 Juli 2010



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Hi Leute,

wundert euch das??? Der AEO widerspricht jeglichem gelerntem Zöllnerempfinden, wonach alle Importeure/Exporteure doch potentielle Schmuggler und Steuerhinterzieher sind. Dann auch noch Kontrollen vorher ankündigen zu müssen - kein Wunder das dies dann gerne vergessen wird. Wenn es mal Ärger gibt, zieht immer die Ausrede "vergessen - sorry wir werden uns bemühen".

Ein Schelm der an Böses dabei denkt.

Deshalb: ich kann immer noch keinen Vorteil aus AES erkennen und die aktuelle Aktion, nachträglich den ZA's und bei den Anschreibeverfahren den AES-Fragenkatalog zu verlangen, sehe ich als Nötigung zur Durchsetzung des AEO. Ich bin gespannt auf das erste Rechtsverfahren wegen Widerruf der Bewilligung auf Grung der Nichtvorlage des Fragenkatalogs.

VG,
amothie

waldorf Geschrieben am 19 Juli 2010



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amothie wrote:
Hi Leute,

wundert euch das??? Der AEO widerspricht jeglichem gelerntem Zöllnerempfinden, wonach alle Importeure/Exporteure doch potentielle Schmuggler und Steuerhinterzieher sind.

Hallo Amothie,

du hast den Punkt erwischt. Die Mentalität des (deutschen) Zöllners harmoniert zu häufig nicht mit den nach aussen propagierten Leistungen und Zielen ("Partner der Wirtschaft" ???). Und damit ist weniger der übereifrige Hauptsekretär beim Zollamt gemeint, sondern auch (oder vor allem ?) "die da oben", die die Regeln machen, Zöllner ausbilden etc..

Man erfindet den AEO sozusagen als gegenseitige Vertrauensmaßnahme und steigert parallel Kontrollen und Sanktionen ??? Wenn das mit den angedrohten Bussgeldern bei nicht erledigten Ausfuhren (an denen übrigens der Zoll mindestens genauso "Schuld" hat wie der Beteiligte) so weitergeht, kann es sowieso bald keinen AEO mehr geben.

Der Zoll muss schnell an seiner inneren Einstellung arbeiten. Dem redlichen Beteiligten muss Vertrauen gezeigt werden, in dem weitestgehende Vereinfachungen gewährt werden (und nicht gestrichen werden wie momentan). Wenn der deutsche Zoll das nicht schafft, wird Logistik in andere EU-Länder mit modernerer Mentalität verlagert. Logistik kann umziehen, ein deutscher Zöllner nicht !

Zollfragen Geschrieben am 10 Januar 2013



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Hallo Waldorf,

hat sich an eurer Situation inzwischen etwas geändert? Wie ist die Erfahrungen anderer AEO´s?

Gruß

Zollfragen

waldorf Geschrieben am 10 Januar 2013



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Die Vorteile für den AEO sind nach wie vor sehr bis zu gering. Das wird wohl allgemein anerkannt, selbst seitens Vertretern der Zollverwaltung. Deshalb wundere ich mich ehrlich, warum es dennoch so viele AEO´s (insbesondere F) gibt. Wir sind wohl alle ein bisschen Zollstreber.

An der Beschaupraxis -immer wieder die gleichen Waren- hat sich nichts geändert. Das Risikomanagement des Zolls scheint statisch und nicht lernend zu sein.

Insgesamt stört mich bei der "AEO-Partnerschaft" die Art der Kommunikation. Der Zoll spricht im unveränderten behördendeutsch von Antrag und Bewilligung. Die meist benutzten Begriffe sind "muss" und "ist verpflichtet". Der Zoll verlangt ein stringentes Monitoring und droht mit Aussetzung oder Widerruf des Status. Dabei will der Zollbeteiligte doch hier kein Zollverfahren beantragen und den Staat um Einnahmen bringen, sondern im Sinne einer PPP (private-public-partnership) nur FREIWILLIG seine Zollprozesse verbessern bzw. an der Verbesserung der Supply-Chain-Security mitwirken und -wer´s glaubt- vor Terroranschlägen schützen.

Ich glaube, ich sollte mich beim Zoll als Kommunikationstrainer zur Verbesserung der AEO-Kommunikation bewerben.

12marco12 Geschrieben am 11 Januar 2013



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Hallo Zollfragen,

also ich kann nur sagen, das wir, seid wir AEO sind, so gut wie keine Beschau hatten. Im letzten Jahr 1x, zwar auch ohne vorige Anmeldung, aber auch nicht mehr. Haben täglich so 3 Ausfuhren von nicht sensibler Ware. Also ich kann nicht klagen.

Gruß

Tobbie Geschrieben am 13 Januar 2013



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151 Beiträge
Dabei kann der Zoll erst seit dem letzten ATLAS Release die AEOs auch in ATLAS identifizieren...ist dann vielleicht bei kleinere Zollämtern so, "wo man sich kennt".

waldorf Geschrieben am 13 Januar 2013



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Hallo Tobbie,
Eine interessante Info und jetzt weiss ich, warum die Zöllner nichts wussten und zB Beschauen nicht ankündigen konnten. Der dt. Zoll hat also 6 Jahre von der Einführung des AEO bis zur Berücksichtigung in ATLAS gebraucht, was ja Voraussetzung dafür ist, dass die dürftige Vorteile überhaupt greifen können ?

Wenn ich jetzt AEO wg der "grandiosen" Vorteile geworden wäre, käme ich mir jetzt echt vera.....lbert vor.

Was lernen wir daraus: bei jeder Neuerung im Zollbereich (ob AEO oder MZK/UZK) erst mal entspannt zurücklehnen und abwarten.

paulo24 Geschrieben am 26 Februar 2013



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Hallo,
hat sich bereits eine deutliche Verbesserung ergeben?
Wie stehts mit der Kommunikation und der Anzahl der Beschauen?
Grüße

waldorf Geschrieben am 26 Februar 2013



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1474 Beiträge
Konkrete Informationen dazu sind wohl kaum zu bekommen.
Nach dem ATLAS-Releasewechsel hat erst unser Zollamt angekündigt, häufiger vorbei zu kommen und jetzt hat uns das HZA informiert, dass offenbar ein BMF-Erlass existiert, dass bei ZA-Bewilligungsinhabern eine Mindestanzahl von Beschauen und auch Aussetzungen der Bewilligung vorgegeben werden.
Bin sehr gespannt, ob AEO´s hiervon weniger betroffen sein werden. Ehrlich gesagt, glaub ich das nicht.

Der Grundsatzgedanke des AEO, nämlich einem zuverlässigen Wirtschaftsbeteiligten zu VERtrauen, findet offenbar schwer Platz in der zöllnerischen Denke, die eher von MISStrauen geprägt zu sein scheint.

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