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E-Seals und Kosten


placemoe Geschrieben am 27 Dezember 2010



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27 Dezember 2010
7 Beiträge
Hallo,
ich beschäftige mich gerade mit dem Thema Hafenlogistik und Sicherheit.

Ich habe mich schon etwas in die Materie hineingelesen, jedoch sind mir einige Sachen noch unklar. Ich hoffe ihr könnt mir einige grundlegene Dinge erklären.


1. Wer sind die Eigentümer der Container? (Häfen, Reedereien, Speditionen ?)
2. Tragen die Eigentümer die Kosten von z.B. E.Seals oder anderen Transpondern?
3. E-Seals machen doch erst richtig Sinn, wenn wirklich alle Container ausgestattet sind, also wenn sie per Gesetz vorgeschrieben sind (freiwillig wird wohl kaum jemand die Kosten tragen.)
4. aktive E-Seals werden doch nur benötigt, wenn das Siegel zusätzlich mit Sensoren ausgestattet sind. Sonst können auch UHF passive Tags eingesetzt werden...


Ich hab noch ein paar mehr Fragen, die stell ich dann später ;D

Grüße

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MagNet-99 Geschrieben am 28 Dezember 2010



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Hallo placemoe,

zu 1. die meisten Container gehören der Reederei, dem sog. Carrier. Es gibt aber auch Shippers own Container.

zu 2. je nachdem wer das Produkt anbietet bzw. vermarkten will

zu 3. das kommt darauf an aus welchem Gesichtspunkt Du das Thema betrachtest. Geht es um Compliance, so hast Du sicher recht. Aber wenn es um High Value Goods geht, so gibt es den Bedarf sicher auch auf Verlader bzw. Spediteur-Seite. Schau mal unter www.securesystem.de , ich meine da hängt Spedition Hellmann und Eurogate mit drin.

zu 4. Sensoren...-> hmmm. Ich denke das E-Seal ist eher sowas wie ein PDA mit elektronischer Signatur und GPS-Modul. Geo-Fencing kannst Du auch noch googlen....

Gruss
MagNet-99

placemoe Geschrieben am 28 Dezember 2010



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27 Dezember 2010
7 Beiträge
Ich beschäftige mich mit unter um die Sicherheit der kompletten Lieferkette, aber auch mit dem Nutzen auf dem Hafengelände.
Bei der 24 Std Regel z.B.... Durch das E-Seal wären sämtlich Container auf dem Frachter bekannt und es ist ein leichtes, diese Daten nach Amerika zu senden. Dafür müssten alle ausgestattet werden.
Aber auch wenn die Häfen mit RFID arbeiten, müssten alle Container ausgestatten sein, um Auto-Identifizierungen durchzuführen.

Mir dem Anbieten des Containers versteh ich nicht so. Ich dachte man leiht sich einen Container für eine kurze Zeit aus, man würde dann doch keine Veränderungen durchführen.
Da stellte ich mir die Frage, warum sollten die Besitzer ihre Container mit E-Seals ausstatten, wenn sie selber kaum Nutzen davon hätten?
Im Moment sehe ich den Vorteil für die Supply Chain Sicherheit und für die Hafenbetreiber...


Gibt es beim E-Seal mehrere Möglichkeiten? GPS oder RFID, ich dachte ich hätte sowas gelesen.
Erstmal bieten beide eine Auto-ID und bei zusätzlichen sensoren, nehmen diese noch Veränderungen innerhalb des Containers auf.

Mit GPS (wie EADS und Hellmann gerade erforschen). Vorteil ist, dass sobald eine Veränderung wahrgenommen wird, diese per GSM (z.B.) gleich gesendet werden kann.
Oder per RFID. Veränderungen werden erst beim Auslesen wahrgenommen und Container können dann gezielt gecheckt werden.

Grüße

MagNet-99 Geschrieben am 28 Dezember 2010



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placemoe wrote:
Mir dem Anbieten des Containers versteh ich nicht so. Ich dachte man leiht sich einen Container für eine kurze Zeit aus, man würde dann doch keine Veränderungen durchführen.
Nein natürlich nicht, wie oben schon geschrieben sind fast alles Leihcontainer, bzw. Container die der Carrier als Teil seiner Dienstleistung zur Verfügung stellt. An diesen Containern wird sicher keiner eine Veränderung vornehmen. Auch ein E-Seal wäre hier schwierig weil es eine nicht ausrechnenbare Konstante in diesem Business gibt, den Zoll sowie die das geliebte US-Dep. of Homeland Security...

placemoe wrote:
Da stellte ich mir die Frage, warum sollten die Besitzer ihre Container mit E-Seals ausstatten, wenn sie selber kaum Nutzen davon hätten?
Wieso keinen Nutzen ?
Stell Dir doch mal vor das der Besitzer der Spediteur ist und diese besonderen Container gegen einen adäquaten Aufpreis einsetzt.

Gruss
MagNet-99

placemoe Geschrieben am 29 Dezember 2010



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27 Dezember 2010
7 Beiträge
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Wieso keinen Nutzen ?
Stell Dir doch mal vor das der Besitzer der Spediteur ist und diese besonderen Container gegen einen adäquaten Aufpreis einsetzt.

OK, die Eigentümer würde die Kosten auf den Kunden umlegen! Nur haben die Kunden bei RFID nicht unbedingt einen Voteil, erst wenn die Infrastruktur global ausgebaut ist, ist eine Art Tracking möglich"

Die Häfen würden die Preise für Handlingskosten erst senken, wenn alle Container mit Transpondern ausgestattet sind und somit weiter automatisiert werden kann.
Das mit RFID funktioniert doch erst, wenn man sich bezüglich der Standardisierung einig ist. Wenn ein Standard vorhanden ist, können neues Gesetz beschlossen werden, die das HR1 (100% Scanning) überflüssig machen.
Das ganze ist eine Art Teufelskreis.

So lange alles Rahmenbedingungen nicht geklärt sind, trägt der Endkunde die Kosten.


Für ein wirklich funktionierende Tracking und Tracing sehe ich die Zukunft eher bei GPS. Da gibt es kein Problem mit dem Standardisieren. Die Vorteile bezüglich der Sicherheit sind durch GPS auch gegeben.
Wie weit die Hafen einen Nutzen von GPS haben könnten, bin ich noch am überlegen.
Durch DGPS sind schon sehr gute Positionsbestimmungen möglich, mit einem IT-Netzwerk könnten Häfen, Kunden und Zoll auf die Daten zugreifen.
Dann liesse sich auch die Auto-ID durch GPS anwenden.

Also, versteh ich nicht wirklich warum man so auf RFID fokusiert ist, wenn mit GPS oder Gallileo (später) auch alles möglich ist.

Grüße

MagNet-99 Geschrieben am 29 Dezember 2010



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placemoe wrote:
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Wieso keinen Nutzen ?
Stell Dir doch mal vor das der Besitzer der Spediteur ist und diese besonderen Container gegen einen adäquaten Aufpreis einsetzt.

OK, die Eigentümer würde die Kosten auf den Kunden umlegen! Nur haben die Kunden bei RFID nicht unbedingt einen Voteil, erst wenn die Infrastruktur global ausgebaut ist, ist eine Art Tracking möglich"
Ich habe mich mit meiner Antwort nicht auf RFID bezogen, sondern eher auf GPS und Co.

placemoe wrote:
Die Häfen würden die Preise für Handlingskosten erst senken, wenn alle Container mit Transpondern ausgestattet sind und somit weiter automatisiert werden kann.
Die Häfen brauchen theoretisch keinen Anreiz über Kostensenkungen zu schaffen. Alleine das die Trucker sich nicht stundenlang die Füße im Hafen plattstehen dürfte Anreiz genug sein für einen Versendern, den Carrier auszuwählen, der RFID-Container einsetzt. Denk bitte hierbei auch daran das der Kunde des Carriers i.d.R. nicht der Versender, sondern der Spediteur ist. Die großen Spediteure haben hier eine Menge Macht.

Denk bitte auch daran das es im Hafen noch andere Verkehrsträger gibt, vor allem Bahn und BiSchi...


placemoe wrote:
Das mit RFID funktioniert doch erst, wenn man sich bezüglich der Standardisierung einig ist. .
Da gibts doch etliche Standards. Ein RFID Gate könnte auch verschiedene Standards abdecken.

placemoe wrote:
Wenn ein Standard vorhanden ist, können neues Gesetz beschlossen werden, die das HR1 (100% Scanning) überflüssig machen..
Hm, da fehlt mir jetzt der Sinn. Wieso macht eine Erfassung der Container mittels RFID das HR1 überflüssig. Das eine hat doch mit dem anderen überhaupt nichts zu tun....

placemoe wrote:
Also, versteh ich nicht wirklich warum man so auf RFID fokusiert ist, wenn mit GPS oder Gallileo (später) auch alles möglich ist.
Kosten und Verfügbarkeit.

Gruss
MagNet-99

placemoe Geschrieben am 29 Dezember 2010



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27 Dezember 2010
7 Beiträge
Viele Dank, jetzt ist mir schon einiges klarer geworden.

Wegen des HR1 Gesetz. Ich dachte, man versuch durch RFID die Supply Chain transparenter zu gestalten und durch E-Seals eine Sicherheit hineinbringt, damit evtl. auf das Scanning verzichtet werden kann.

Also allgemein Wege zu finden, damit das Gesetz nicht 2012 greift.


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placemoe wrote:
Also, versteh ich nicht wirklich warum man so auf RFID fokusiert ist, wenn mit GPS oder Gallileo (später) auch alles möglich ist.
Kosten und Verfügbarkeit.


Verfügbarkeit bei GPS, dadurch das sie durch die US-Militär kontrolliert werden sollte man davon ausgehen.
Mit Galilleo trifft das nicht mehr zu, das wird für zivile Zwecke entwickelt.

Kosten, liegt warscheinlich an dem Blickwinkel.
GPS + GSM Module sind teurer als passive UHF-Tags...


Die Hafenbetreiber würden sich bei Einheitlichen GPS-einsatz die RFID-Reader sparen. Wenn die für verschiedene Frequenzen ausgelegt sind, um Faktor x...

Für den Einsatz von GPS für Geo-Fencing und Lagerort- und Positionsbestimmung, richten sich die Kosten wahrscheinlich nach der Funk-Häufigkeit. (?)


Also, wenn ich das Zusammenfassend betrachte. Den Spediteure ist es benahe egal, welcher Standard kommt. Sie suchen sich Terminal aus, welches ihre Technik verwenden kann. Hauptsache die Container können schnell abgefertigt werden. (Eher die Wahl zum günstigen passiven Tag)

Die Hafenbetreiben müssen sich theoretisch, wenn sie Kunden behalten möchten, auf alle Techniken vorbereiten. Wobei die Infrastruktur-kosten bei RFID höher liegen, da mehr Hardware benötigt wird.


Ist das bis dahin richtig?

MagNet-99 Geschrieben am 29 Dezember 2010



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placemoe wrote:
Verfügbarkeit bei GPS, dadurch das sie durch die US-Militär kontrolliert werden sollte man davon ausgehen.
Och, genau das hatte ich im Hinterkopf als negativen Punkt. Die Amis neigen nämlich zu recht egoistischem Verhalten. Grade in Krisen (z.B. Irak-Krieg) wurden teilweise einfach die anderen Nutzer vom System gebannt. Stell Dir mal vor was dann in den Häfen dieser Welt los wäre, würde die gesamte Kommunikation via GPS laufen ;-)

placemoe wrote:
Die Hafenbetreiber würden sich bei Einheitlichen GPS-einsatz die RFID-Reader sparen. Wenn die für verschiedene Frequenzen ausgelegt sind, um Faktor x...
Nochmal: Du vergleichst Äpfel mit Birnen. RFID und GPS bringen Dir zum Thema Containersicherheit wenig bis gar nichts. Das eignet sich ausschliesslich zur Ortung der Container und bei Anschluss gesonderter Module für die Übermittlung von Exceptions (z.B. erlaubte +Gradzahl im Container überschritten bei verderblicher Ware).

placemoe wrote:
Für den Einsatz von GPS für Geo-Fencing und Lagerort- und Positionsbestimmung, richten sich die Kosten wahrscheinlich nach der Funk-Häufigkeit. (?)
sorry, keine Ahnung

placemoe wrote:
Also, wenn ich das Zusammenfassend betrachte. Den Spediteure ist es benahe egal, welcher Standard kommt. Sie suchen sich Terminal aus, welches ihre Technik verwenden kann. Hauptsache die Container können schnell abgefertigt werden. (Eher die Wahl zum günstigen passiven Tag)

Die Hafenbetreiben müssen sich theoretisch, wenn sie Kunden behalten möchten, auf alle Techniken vorbereiten. Wobei die Infrastruktur-kosten bei RFID höher liegen, da mehr Hardware benötigt wird. ?

Ist das bis dahin richtig?
Du machst mich fertig -> *FG*

Der Spediteur sucht sich gar nichts aus. Entscheidend ist die Verfügbarkeit und der Abgangsintervall von Schiffsraum sowie die Anbindung vom Inland zum Hafen. Wenn Du als Beispiel in Kiel einen Seefrachtkunden hast, dann wirst Du als Spediteur dessen Boxen nicht nach Rotterdam oder Genua trucken, weil die da andere oder bessere Technik haben, sondern die deutschen nordhäfen nutzen.
Die Spediteure werden versuchen ihre Kosten/ ihren Nutzen zu optimieren. hierzu werden die großen Spediteure sowie die Speditionsverbände Lobby-Arbeit betreiben. Das Ergebnis wird dann entweder Gesetz und ist somit für jeden verpflichtend, oder nice to have was bedeutet das jeder selbst wählen kann ob er mitmacht oder nicht. Eine schneller Abfertigung im Hafen wird von allen gefordert. Davon profitieren Spediteure und Verlader direkt durch niedrigere Vorlaufkosten.

Gruss
MagNet-99

placemoe Geschrieben am 31 Dezember 2010



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Du machst mich fertig


Nicht nur Dich, ich nerv mich auch schon selber ;D


Ich werde mir erstmal ein paar Gedanken darüber machen und Berichte lesen.



Bei den nächsten Unklarheiten werde ich mich wieder melden...

guten Rutsch!

MagNet-99 Geschrieben am 31 Dezember 2010



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Hallo placemoe,

das sollte Dich nicht davon abhalten hier weiter zu diskutieren. Davon lebt schliesslich solch ein Forum ;-)

Vielleicht kannst Du Dein Ziel bzw. die Aufgabenstellung nochmal genauer schreiben....

Gruss und guten Rutsch
MagNet-99

placemoe Geschrieben am 02 Januar 2011



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27 Dezember 2010
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Tja, es geht um die beiden Technologien RFID und GPS. Was sind deren Potentiale bzgl. Sicherheit und Effizienz im Containertransport.

In den Papers wird oft geschrieben, dass RFID die Sicherheit erhöht. Oft bezieht man sich auf das HR1 Gesetz, das man das durch technologischen Einsatz das Gesetz eventuell umgehen könne bzw. das die Scanning rule dadurch nicht verbindlich wird. Daher bin ich etwas verwirrt, als Du meintest, dass durch RFID die Sicherheit nicht gesteigert wird, oder nebensächlich ist.
Ich sehe auch mehr Möglichkeiten zur Erhöhung der Abfertigungsleistung und Positionsbestimmung, als zur Erhöhung der Sicherheit...


Momentan befinde ich mich in einem Tiefpunkt, wenn ich den überwunden habe, bin ich zu weiteren Diskussionen bereit;D

Grüße

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